Aus Raspberry Pi Geek 10/2021

Pico-Programmierumgebung (Teil 1) (Seite 2)

Bevor Sie das Installationsskript starten, sollten Sie prüfen, ob auf der SD-Karte genug Platz zur Verfügung steht: Das Skript legt im aktuellen Verzeichnis das Unterverzeichnis pico/ an, in dem unter anderem das SDK und die Beispiele landen. Des Weiteren erfordert es eine möglichst aktuelle Version von Raspberry Pi OS.

Besonders lange läuft das Skript auf einem RasPi 4 nicht. Es installiert die verfügbaren Programme aus den Repositories, lädt die erforderlichen Git-Repos herunter und baut die Software.

Nacharbeiten

Den Startpunkt für die Pico-Entwicklung bildet immer die IDE, also der Editor. Sie starten ihn über das Menü oder durch Eingabe von code auf der Kommandozeile. Abbildung 1 zeigt das grundlegende Layout des Editors. Ganz links sehen Sie ein paar Icons. Es folgt eine Spalte mit je nach Kontext unterschiedlichem Inhalt. Rechts organisiert VSC die offenen Dateien in Reitern.

Abbildung 1: Der Editor Visual Studio Code, kurz VSC, dient als IDE zur Programmentwicklung für die Pico-MCU.

Abbildung 1: Der Editor Visual Studio Code, kurz VSC, dient als IDE zur Programmentwicklung für die Pico-MCU.

Den Bereich unterhalb der Dateien nimmt ein Terminal ein, in dem Sie bei Bedarf Linux-Kommandos absetzen. Optional blenden Sie das Terminal mit einem Klick auf das X links unten aus. Den Abschluss bildet am unteren Rand die Fußzeile mit Statusinformationen und manchmal mit Buttons.

Wie bei jedem neuen Programm fällt beim VSC-Editor etwas Aufwand beim Einarbeiten an, der sich aber schnell amortisiert. Zuerst stellen Sie die Sprache auf Deutsch um, wobei Sie gleich zwei zentrale Funktionen kennenlernen, die Kommandopalette und den Marketplace.

Allerdings klappt die Sprachumstellung nicht beim ersten Programmstart. Dort empfängt Sie zwar ein kleiner Assistent für die allerersten Einstellungen (Abbildung 2), aber viel mehr als das Umstellen der Oberfläche von Dunkel auf Hell empfiehlt sich an dieser Stelle für einen Einsteiger nicht. Das Fenster schließen Sie entsprechend problemlos mit einem Klick auf das X im Reiter.

Abbildung 2: Abgesehen vom Umstellen auf das gewünschte Fensterdesign sollten Einsteiger die Einstellungen des Quickstart-Assistenten beibehalten.

Abbildung 2: Abgesehen vom Umstellen auf das gewünschte Fensterdesign sollten Einsteiger die Einstellungen des Quickstart-Assistenten beibehalten.

Die Grundfunktionen des Editors, etwa das Öffnen von Dateien und Verzeichnissen, erreichen Sie wie üblich über das Menü oder über Tastaturkürzel. Hier gibt es wenige Unterschiede zu anderen Editoren. Nicht alle Funktionen stehen aber über das Menü oder Tastenkombinationen zur Verfügung. Hier kommt die Kommandopalette ins Spiel, die Sie entweder über View | Command Palette, das Kürzel [Strg]+[Umschalt]+[P] oder [F1] erreichen.

Die Palette bietet eine ausgefeilte Filterfunktion. Statt durch die seitenlange Liste der Befehle zu scrollen, tippen Sie Teile des Befehls ein, was die Auswahl einschränkt. Zum Ändern der Lokalisierung tippen Sie lang und wählen dann Configure Display Language aus (Abbildung 3). Die standardmäßig nicht vorinstallierte deutsche Sprache richten Sie im folgenden Dialog über Install additional languages ein (Abbildung 4).

Abbildung 3: Die Kommandopalette bietet eine ausgefeilte Suchfunktion, die Ihnen hilft, das Gewünschte zu finden.

Abbildung 3: Die Kommandopalette bietet eine ausgefeilte Suchfunktion, die Ihnen hilft, das Gewünschte zu finden.

Abbildung 4: Nach der Installation steht zunächst nur die englische Lokalisierung zur Verfügung.

Abbildung 4: Nach der Installation steht zunächst nur die englische Lokalisierung zur Verfügung.

Der Code-Editor verzweigt daraufhin in den Marketplace (Abbildung 5). Dort blättern Sie entweder durch die lange Liste der unterstützten Sprachen, bis Sie Deutsch angeboten bekommen, oder Sie machen es wie in der Kommandopalette und tippen in das obere Feld einen passenden Filterbegriff (hier german). Per Klick installieren Sie das Paket. Nach einem Neustart nutzt die Software die neue Lokalisierung.

Abbildung 5: Installieren des deutschen Sprachpakets.

Abbildung 5: Installieren des deutschen Sprachpakets.

Bei Bedarf wechseln Sie jederzeit über das Marketplace-Icon (Abbildung 6, linke Spalte) wieder dorthin. Von Haus aus zeigt das Modul eine Liste aller installierten Erweiterungen. Neue finden Sie über die Eingabe eines Begriffs im Suchfeld. Fast alle Extensions sind kostenlos und stehen unter einer offenen Lizenz. Die Chancen stehen gut, dass Sie auch für Spezialbedürfnisse eine passende Erweiterung finden.

Abbildung 6: Vorinstallierte Erweiterungen für die C-Entwicklung.

Abbildung 6: Vorinstallierte Erweiterungen für die C-Entwicklung.

Für den zweiten Teil des Workshops erweist sich die Erweiterung Tasks des Users actboy168 als nützlich. Da es mehrere Extensions mit ähnlichem Namen gibt, achten Sie bei der Auswahl darauf. Den entsprechenden Eintrag sehen Sie in Abbildung 6 ganz unten.

Genauso schnell, wie Sie Erweiterungen installieren, entfernen Sie sie auch wieder. Die vom Setup installierten Werkzeuge sollten Sie allerdings nicht aus der Liste der Erweiterungen entfernen. Bis auf das Sprachpaket und die Tasks-Erweiterung handelt es sich um die Erweiterungen aus Abbildung 6.

Grundfunktionen

Der Editor umfasst mehrere große Bereiche, die Sie über die Icons links erreichen. Das oberste davon zeigt den Explorer. Bei geöffnetem Ordner sehen Sie in der zweiten Spalte eine Ansicht wie in Abbildung 1.

Oben befinden sich die Dateien, darunter folgt die Gliederung, bei C-Code die definierten Funktionen. Verwalten Sie den Code per Git, blendet die Software ganz unten eine Zeitachse ein, die die Commits an der gerade geöffneten Datei aufführt.

DIESEN ARTIKEL ALS PDF KAUFEN
EXPRESS-KAUF ALS PDFUmfang: 5 HeftseitenPreis €0,99
(inkl. 19% MwSt.)
RASPBERRY PI GEEK KAUFEN
EINZELNE AUSGABE Print-Ausgaben Digitale Ausgaben
ABONNEMENTS Print-Abos Digitales Abo
TABLET & SMARTPHONE APPS Raspberry Pi Geek bei Google Play Readly Logo
Nach oben