Um die Bibliothek zu füllen, legen Sie zunächst im Feld Bibliotheken eine neue Kategorie an. Dazu tippen Sie mit der rechten Maustaste in das Feld und wählen die Option Neue Kategorie. Danach zeichnen Sie das gewünschte Objekt auf die Leinwand, markieren es über die Option Extras | Auswählen und kopieren es mit [Strg]+[C] in die Zwischenablage. In die Bibliotheksverwaltung übertragen Sie es dann nach einem Rechtsklick in die linke Fensterhälfte des Dialogs über das Kontextmenü Einfügen. Ein [Strg]+[V] genügt an dieser Stelle nicht.
Per Drag & Drop ziehen Sie dann die abgelegten Muster einfach wieder auf die Leinwand. Alternativ nutzen Sie die Funktion Alphabet. Sie sucht in den vorhandenen Bibliotheken nach dem entsprechenden Muster, das der passenden Taste auf der Tastatur zugeordnet wurde (Abbildung 4). Damit lassen sich schnell eigene Buchstaben oder aber auch Muster ins Dokument einfügen.

Abbildung 4: Die Musterbibliothek erleichtert die Arbeit mit sich wiederholenden Mustern. Mit dem unter dem Muster angegebenen Tastenkürzel fügen Sie das Element auf der Leinwand ein.
Möchten Sie lieber Bildmotive entwerfen, benötigen Sie den Import von Grafiken. Dafür bietet KXStitch zwei Möglichkeiten: Beim direkten Import über die Funktion Datei | Bild importieren wandelt KXStitch das Bild automatisch in ein Kreuzstichmuster um (Abbildung 5). Im Test funktioniert das mit Pixelgrafiken im JPG- oder PNG-Format zuverlässig. Vektorgrafiken im SVG-Format brachten das Programm jedoch reproduzierbar zum Absturz. Eventuell müssen Sie das gewünschte Bild daher zuvor mit einem Bildbearbeitungsprogramm in eine PNG-Grafik konvertieren.

Abbildung 5: KXStitch rechnet importierte Bilder entweder automatisch in einen Stich um oder legt das Bild zum Nachzeichnen in den Hintergrund der Leinwand.
Beim Import als Hintergrundbild über die Option Datei | Hintergrundbild hinzufügen… legt KXStitch das Bild nur in den Hintergrund, errechnet jedoch kein Stickmuster. Das erlaubt Ihnen, die importierte Grafik selbst als Muster von Hand nachzuzeichnen, ähnlich wie das Abpausen eines Bilds mithilfe von Pauspapier. Unter Ansicht | Hintergrundbild anzeigen schalten Sie die Anzeige des Hintergrundbilds jederzeit an und ab.
Bilder konvertieren
Eines der zentralen Probleme für diese Handarbeit besteht darin, die Motive am Ende auch zu drucken. Die wenigsten Hobbysticker verfügen über einen Drucker, der Ausdrucke im Format einer Tischdecke zu Papier bringt. Selbst wenn, ließe sich ein so riesiger Ausdruck nur schwer handhaben. Es gilt also, das Motiv in handhabbare Teile zu zerlegen. Da das Ganze meist nicht bunt gedruckt wird, sondern schwarz-weiß, benötigen Sie zudem ein Glossar mit den für die Farben und Stiche verwendeten Zeichen.
Hier punktet KXStitch, das Programm erledigt diese Aufgabe per Mausklick. Für das Aufteilen und die Übersicht klicken Sie im Druckdialog unter Datei | Drucken … auf den Knopf mit den drei Punkten links oben. KXStitch zerlegt den Inhalt der Leinwand daraufhin automatisch in auf die eingestellte Papiergröße passende Stücke und fügt ein Glossar mit den verwendeten Farben an. Dabei errechnet die Anwendung die benötigte Länge jedes Garns, was den Einkauf des Materials erleichtert (Abbildung 6).

Abbildung 6: Der Druckdialog von KXStitch verteilt das Projekt auf mehrere Seiten und erstellt eine Übersicht der verwendeten Garne. Das Programm errechnet auch gleich, wie viel Sie von welchem Garn benötigen.
Fazit
KXStitch hilft beim Umsetzen interessanter Motive und Muster für das Erstellen von Kreuzstickereien. Das Programm findet sich in den Paketquellen von Raspberry Pi OS. In Kombination mit dem Mini-Rechner eignet sich KXStitch daher ideal als Hobbyprojekt für Kinder. Es genügt, ein Motiv auf Papier zu zeichnen, es dann zu scannen oder abzufotografieren und danach in KXStitch zu importieren. Die Anwendung rechnet den Entwurf auf Knopfdruck in ein Stickmuster um, das die Kinder dann im letzten Schritt in Handarbeit auf den Stoff bringen können.
Die komplizierte Handhabung trübt den Spaß allerdings ein wenig. Zudem ist die letzte Version des Programms bereits über zwei Jahre alt. Es bleibt nur zu hoffen, dass das Projekt die Entwicklung von KXStitch weiter aktiv vorantreibt. Dafür braucht es neben aktiven Entwicklern auch eine gewisse Anzahl an Anwendern, die das Programm benutzen und mit Fehlermeldungen und Wünschen dessen Entwicklung vorantreiben. Leider scheint es derzeit an beidem zu mangeln – schade. (cla)
Infos
- Projektseite: https://apps.kde.org/de/kxstitch/
- Quellcode: https://github.com/KDE/kxstitch





