Aus Raspberry Pi Geek 06/2021

Der 3D-Drucker Prusa i3 MK3S im Dauertest (Seite 2)

Langzeittest

Nach einem Jahr im Alltagsgebrauch läuft das Gerät in der Werkstatt des Autors wie am ersten Tag. Die Düse hatte sich zwischendurch einmal zugesetzt, durch Erhöhen der Extrudertemperatur ließ sich das Problem jedoch leicht beheben. Nur sehr selten löst sich ein Objekt vom Druckbett. Zusätzliche Supports, also extra um die Basis des Objekts herum angeordnete Filamentflächen, sorgen gegebenenfalls für den nötigen Halt. Die Flächen verringern die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Objekt beim Drucken ablöst.

Ein wenig abenteuerlich war das Nachrüsten der Multi Material Unit oder kurz MMU, mit der sich bunte Objekte drucken lassen [7]. Im Prinzip funktioniert sie sehr gut, doch das ständige Laden und Entladen von Filament sorgte gelegentlich für Störungen. Farbiges Ausdrucken benötigt wesentlich mehr Zeit und erzeugt bei den Farbwechseln ziemlich viel Abfallfilament. Sie sollten sich daher immer gut überlegen, ob Sie das Objekt wirklich zwingend farbig drucken müssen.

Tipps

Die folgenden Tipps sind eher allgemeiner Natur. Das liegt daran, dass der Prusa in der Praxis sehr gut und unkompliziert funktioniert. Um gute Ergebnisse zu erzielen, braucht es keine geheimen Kniffe. Es gibt jedoch ein paar Dinge, die Sie generell beachten sollten.

Entladen Sie nach dem Druck grundsätzlich das Filament. Selbst der beste 3D-Drucker kommt mit im Extruder verklebtem oder gar gebrochenem Filament nicht zurecht.

Gutes Filament ist die Grundlage für hochwertige Ausdrucke. Das von Prusa vertriebene Material lieferte im Test stets zufriedenstellende Ergebnisse, es gibt aber auch gute Filamente von anderen Herstellern. Achten Sie beim Einkauf nicht nur auf den Preis, sondern schauen Sie auch auf die Qualität.

Für besondere Zwecke liefert das Berliner Unternehmen 3dk [8] Filamente in allen RAL-Farben [9] sowie Spezialfilamente. So gibt es zum Beispiel lebensmittelechte Filamente [10] mit einer Temperaturstabilität von bis zu 230 Grad Celsius oder auch elektrisch leitfähiges Material [11].

  • Lagern Sie das Filament generell immer trocken. Im Idealfall brauchen Sie eine Rolle immer komplett auf, bevor Sie die nächste anbrechen. In der Praxis klappt das jedoch nicht immer, und dann empfiehlt es sich, das angebrochene Filament in einer geschlossenen Box mit Trockenperlen aus Silikagel aufzubewahren [12].

Ultimaker Cura [13], die am weitesten verbreitete Slicer-Software, liefert auch in Kombination mit dem Prusa-Drucker gute Ergebnisse. Der hauseigene PrusaSlicer [14] aber harmoniert mit den Prusa-Druckern noch einen Tick besser. Geht es zum Beispiel darum, die MMU des Prusa-Druckers zu verwenden, hat der PrusaSlicer eindeutig die Nase vorn.

Haben Sie Fragen rund um den Prusa i3 MK3S, empfiehlt sich als erste Anlaufstelle die Support-Homepage des Herstellers [15]. Mit ausgefalleneren Fragen sehen Sie am besten im offiziellen Forum vorbei, das auch eine deutschsprachige Community beherbergt [16].

Fazit

Der Prusa i3 MK3S empfiehlt sich als Drucker für Nutzer, die gern und regelmäßig 3D-Drucke erstellen. Nach dem Zusammenbau läuft das Gerät einfach: Im Gegensatz zu vielen anderen Druckern müssen Sie nicht immer wieder nachjustieren oder reparieren. Geht doch einmal ein Bauteil des Druckers kaputt, lässt es sich einfach nachdrucken. Die nicht druckbaren Teile wie Achsen oder Motoren bietet der Hersteller zu einem fairen Preis in seinem Online-Shop an.

Vom Preis her liegt der Bausatz im mittleren Segment, zum Ausprobieren für Einsteiger ist der Prusa i3 MK3S zu teuer. Ambitionierte Bastler haben allerdings lange Freude an dem Drucker. Die Qualität der Ausdrucke überzeugte in unseren Tests durchweg. Insgesamt positioniert sich der Prusa i3 MK3S als überzeugende 3D-Drucklösung, die besonders im Hobbybereich eine Menge Freude macht und viel Potenzial bereithält. (cla/jlu)

Der Autor

Martin Mohr hegt seit früher Jugend eine Vorliebe für alles, was blinkt. Eine Ausbildung zum Elektroniker verstärkte das noch. Nach einem Informatikstudium entwickelte er überwiegend Java-Applikationen. Mit dem Raspberry Pi erwachte die alte Liebe zur Elektronik wieder.

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