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Aus Raspberry Pi Geek 12/2018

GL-AR300M-ext als Dokumentenserver für Vorträge

© Rawpixel, 123RF

Handlicher Helfer

Roland Pleger

Während die Folien der Präsentation durchlaufen, liefert ein kleiner Dokumentenserver auf Basis des GL-AR300M-ext zusätzliche Informationen aus.

Wer etwas zu sagen hat, möchte seinen Zuhörern meist zusätzlich etwas an die Hand geben. Ein Verweis auf eine Webseite mag diesen Zweck erfüllen, ihm fehlt aber der Charme des Besonderen. Wie wäre es mit einem kleinen Server für Dokumente, der nur für Teilnehmer eines Vortrags zu erreichen ist? Mit einem GL-inet kein Problem.

Der kleine Router der Firma GL Technologies [1] war an dieser Stelle bereits Thema [2]. Abbildung 1 zeigt den Router, von einer Powerbank gespeist. Es handelt sich um das Modell GL-AR300M-ext, das bei 5 Volt einen Strom von knapp 300 mA zieht. Nach dem Einschalten signalisiert die grüne LED die Betriebsbereitschaft. Nach einer gefühlten Ewigkeit von ungefähr einer Minute beginnt die rote LED zu blinken, und der Router spannt ein WLAN auf.

Abbildung 1: Der Router zieht so wenig Strom, dass eine Powerbank ausreicht, um ihn zu versorgen. Das macht die Kombination tatsächlich mobil.

Abbildung 1: Der Router zieht so wenig Strom, dass eine Powerbank ausreicht, um ihn zu versorgen. Das macht die Kombination tatsächlich mobil.

Der Router meldet sich beim ersten Aufruf abhängig vom Modell mit einem Namen, dessen Prefix aus GL- besteht, sowie einer angehängten Kombination aus Ziffern und Buchstaben. Die IP-Adresse und das Kennwort sind auf der Rückseite des Geräts aufgedruckt.

Nach dem Einbuchen ins WLAN und der Eingabe der IP-Adresse im Browser öffnet sich die Konfiguration. Hier legen Sie Sprache und Zeitzone fest, außerdem geben Sie an dieser Stelle das Kennwort für die Seite mit der Konfiguration ein.

Abbildung 2 zeigt die Maske Wireless Settings, über die Sie den WLAN-Zugang regeln. Neben der Wahl der SSID, hier NTW, ersetzen Sie an dieser Stelle das Standardkennwort durch ein neues Passwort.

Abbildung 2: Sie konfigurieren den Router über ein Webinterface.

Abbildung 2: Sie konfigurieren den Router über ein Webinterface.

Über Advanced Settings oben rechts öffnen Sie das Fenster zu LuCI, dem Menü des offenen Betriebssystems OpenWRT. Hinter den Menüs system / administration versteckt sich ein weiteres Feld für die Eingabe eines Kennworts. Darüber kontrollieren Sie den Zugriff über SSH. Ändern Sie nichts, ist das Kennwort identisch mit dem für die Konfiguration.

Des Weiteren verbirgt sich hinter dem Menü New Connection die Option, den Router als Repeater zu betreiben. Gelingt die Verbindung zu einem bereits bestehenden WLAN, leitet der Router Anfragen weiter ins Internet.

Speicherausbau

Die Dateien der Dokumente liegen üblicherweise auf einem externen Speicher. Einige Modelle der Serie verfügen über einen Slot für eine SD-Speicherkarte. Um an diesen zu gelangen, ist es aber notwendig, das Gerät zu öffnen. Einfacher ist es, das Speichermedium über den USB-Anschluss zu koppeln.

Den netzgebundenen Speicher (englisch: Network Attached Storage, kurz NAS) schalten Sie in der Konfiguration über den Reiter Share frei (Abbildung 3). Nach Setzen der Häkchen und Speichern über Apply starten Sie den Router neu, um die Änderungen zu übernehmen.

Abbildung 3: Möchten Sie Dateien über den Mini-Router verteilen, nutzen Sie dazu etwa einen USB-Stick am eingebauten Port des Geräts und verwandeln dies so in ein kleines NAS.

Abbildung 3: Möchten Sie Dateien über den Mini-Router verteilen, nutzen Sie dazu etwa einen USB-Stick am eingebauten Port des Geräts und verwandeln dies so in ein kleines NAS.

Sie sprechen den Speicher über das SMB-Protokoll an. Dateimanager unter Linux beherrschen es ebenso wie die unter Windows oder iOS. Unter Android hilft etwa die App Total Commander mit dem Plugin “LAN” weiter. Die Eingabe von Protokoll sowie IP-Adresse, also im Beispiel smb://192.168.8.1, öffnet den Pfad zum Speichermedium (Abbildung 4).

Abbildung 4: Über den Dateimanager PCManFM rufen Sie den Verzeichnisbaum des USB-Sticks auf.

Abbildung 4: Über den Dateimanager PCManFM rufen Sie den Verzeichnisbaum des USB-Sticks auf.

Die Kür

Für die meisten Fälle reichen die Einstellungen. Wenn Sie auf dem Router jedoch Dokumente speichern möchten, um diese während eines Vortrags anzubieten, ist der Zugriff über Samba zu kompliziert. Einen Webbrowser schafft dagegen jeder. Aber dieser versteht kein Samba. Und nicht jeder ist in der Lage, den Browser so zu konfigurieren, dass er das richtige Hilfsprogramm aufruft.

Stattdessen passen Sie den Webserver des Routers an. Um nur geringfügig zu ändern und die Änderungen unter Umständen wieder rückgängig machen zu können, bietet es sich an, statische Webseiten zu nutzen, also keine Installation von PHP und keine angepassten Lua-Skripte.

Der Werkzeugkasten beschränkt sich auf wenige Befehle: SSH gewährt den Zugriff auf den Router über die Kommandozeile. Mit SCP übertragen Sie die Dateien. Opkg dient als Programm zum Verwalten von Paketen unter OpenWRT.

Anpassungen

Der Webserver meldet sich mit der Übersicht über die Konfiguration ähnlich wie in Abbildung 2. Möchten Sie stattdessen eine eigene Webseite starten, benennen Sie im ersten Schritt die Standardseite des Routers um (Listing 1). Zeile 1 gewährt Zugang zum Server. Zeile 2 gibt der Datei /www/index.html einen neuen Namen, statt sie zu löschen.

Listing 1

 

$ ssh [email protected]
router:~# mv /www/index.html /www/indexa.html
router:~# exit
$ scp index.html [email protected]:/www/index.html
router:~# ln -s /mnt/sda1/ /www
router:~# exit
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