Aus Raspberry Pi Geek 08/2018

Entwickler- und Anwenderplatine für Spracherkennung (Seite 3)

Es gibt eigentlich nur drei Dinge zu beachten: Zunächst müssen Sie einen Lautsprecher an die Audiobuchse des RasPi anschließen. Das Matrix Voice verfügt zwar ebenfalls über einen entsprechenden Anschluss, dort funktioniert allerdings die Integration beziehungsweise der Zugriff über Raspbian und Matrix OS noch nicht. Darüber hinaus gilt es, darauf zu achten, dass der Audioausgang des RasPi auf Headphone Jack steht. Das lässt sich über Raspi-config oder amixer cset numid=3 1 erledigen. Zu guter Letzt empfiehlt es sich, mit einer frischen Installation von Raspbian zu starten.

Mit diesen drei Hinweisen und mithilfe der ausführlichen Anleitungen steht im Idealfall in weniger als einer Stunde ein Nachbau von Alexa oder Ok Google bereit. Im Vergleich zum Original reagiert die RasPi-Matrix-Voice-Variante etwas träger. Ein bisschen Geduld ist aber ein kleiner Preis für den Vorzug, die verschiedenen Sprachassistenten auf derselben Hardware zu betreiben.

Die Imitation gelingt nahezu perfekt. Ein blauer LED-Kreis signalisiert die Bereitschaft. Erkennt das Konstrukt das Aufweckwort, färbt sich der Kreis rot; bei der Verarbeitung und Ausgabe ändert sich die Farbe wieder in Blau. Allerdings schlugen erste Versuche fehl, Alexa und Ok Google in einer Installation zu vereinigen.

Ausblick

Erste Versuche mit Android Things als Basis für Matrix Voice verliefen weit weniger erfolgreich als mit Raspbian (siehe auch Kasten “Probleme mit Android Things 1.0”). Bei der Hardware-Erkennung gab es keine Probleme; mit etwas Hilfe gelang auch das Erstellen einer entsprechenden Anwendung und deren Installation. Das eigentliche Ausführen aber wollte nicht so recht klappen (Abbildung 3).

Abbildung 3: Die Beispielanwendung auf Android Things ließ sich nicht so recht zum Laufen bringen.

Abbildung 3: Die Beispielanwendung auf Android Things ließ sich nicht so recht zum Laufen bringen.

Dennoch entpuppt sich Matrix Voice als ernstzunehmende Erweiterung für den Raspberry Pi. Die Dokumentation der Hardware und auch die vielen Programmschnipsel machen den Einstieg zum Kinderspiel und garantieren schnelle erste Erfolge. Mit rund 55 beziehungsweise 65 US-Dollar plus Zollgebühren zählt das Matrix Voice beim Preis zur Mittelklasse der Hardware-Erweiterungen für den RasPi. 

Probleme mit Android Things 1.0

Kurz vor Drucklegung dieses Artikels veröffentlichte Google die Version 1.0 seines Betriebssystems für das Internet der Dinge. Wir haben geprüft, wie es bei diesem Release mit der Unterstützung des Matrix Voice aussieht. Das Ergebnis ist leider recht enttäuschend: Der Raspberry Pi fährt gar nicht hoch; der Bildschirm bleibt im bekannten “Regenbogen”-Modus [18] stehen und weder Ethernet noch WLAN funktionieren. Das bedeutet, dass der Linux-Kernel nicht startet. Entfernt man das Matrix Voice, fährt das System wie gewohnt hoch. Auch das bekannte Einfügen der Zeile boot_delay=1 in die config.txt bringt keine Besserung [19]. Tests mit der Erweiterungsplatine Rainbox Hat verliefen dagegen erfolgreich, Gleiches gilt für das Gespann Raspberry Pi und Android Things in den Vorschau-Versionen 0.6 und 0.8. Es bleibt also festzustellen, dass die neue Version von Android Things die Unterstützung der Matrix Voice verschlechtert. (jlu)

Der Autor

Eigentlich Mathe-Physik-Lehrer und seit 1996 Linux-Fan, arbeitete Dr. Udo Seidel nach seiner Promotion als Linux/Unix-Trainer, Systemadministrator und Senior Solution Engineer. Heute ist er Architekt und Digital Evangelist bei der Amadeus Data Processing GmbH in Erding.

Glossar

NFC

Near Field Communication. Auf der RFID-Technik basierender Übertragungsstandard zum kontaktlosen Austausch von Daten mittels elektromagnetischer Induktion über kurze Strecken bis 20 Zentimeter.

FPGA

Field Programmable Gate Array. Integrierter Schaltkreis mit programmierbarer Schaltungsstruktur.

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