Einen letzten Grund zur Kritik bietet der An- und Ausschalter: Ein Schalter, der einem Computer hart den Strom abdreht, ist absolut unnütz. Und da auch das Einschalten einen Druck auf den Taster erfordert, bleibt nichts anderes übrig, als nach dem Anschalten des Fernsehers aufzustehen, zum Stick zu rennen und dort den Taster zu betätigen. Hier wäre das traditionelle Verhalten der Raspberry-Pi-Modelle von Vorteil, die booten, sobald Strom fließt.
Fazit
Beim WDLabs Mediastick zeigt sich, dass sich nicht jede pfiffige Idee als vollständig praxistauglich erweist. Wer nicht zufällig sowieso einen sinnvollen Einsatz für sein Compute-Modul sucht oder keinen Platz mehr in der Steckdose hinter dem Fernseher hat, greift eher zum Pi Zero W und nimmt zusätzliche Kabel in Kauf.
Unabhängig von den beschriebenen Nachteilen war der Stick im alltäglichen Betrieb sparsam und zuverlässig. Es wäre wünschenswert, wenn mehr Produkte wie gerade Fernseher Compute-Module bereits eingebaut mitbrächten. Das würde für eine bessere Integration sorgen und Problemquellen minimieren. Aber die großen Hersteller tendieren wohl dazu, Lösungen zu ignorieren, über die sie nicht selbst die Kontrolle haben.
Der Autor
Bernhard Bablok arbeitet bei der Allianz Technology SE als SAP-HR-Entwickler. Wenn er nicht Musik hört, mit dem Rad oder zu Fuß unterwegs ist, beschäftigt er sich mit Themen rund um Linux, Programmieren und Mini-Computer. Sie erreichen ihn unter mailto:[email protected].
Infos
- WDLabs Mediastick: http://wdlabs.wd.com/products/media-stick/
- Test CM3: Bernhard Bablok, “Minimalistisch”, RPG 09-10/2017, S. 64, http://www.raspi-geek.de/39588





