Suchen und Ersetzen
Für fortgeschrittene Nano-Nutzer lohnt ein Blick in die Datei /etc/nanorc. Sie enthält etliche Parameter, die das Verhalten des Editors beeinflussen. Möchten Sie die Datei anpassen, kopieren Sie die globale Datei nach ~/.nanorc ins Home-Verzeichnis und editieren sie anschließend. So bleiben die systemweiten Einstellungen erhalten.
Möchten Sie in einer umfangreicheren Datei eine bestimmte Zeichenkette finden, wechseln Sie mit [Strg]+[W] in die Suche. Nach der Eingabe einer Zeichenkette in die Statuszeile bestätigen Sie, und der Cursor springt zur ersten Stelle, an der der Editor den String findet. Mit den Pfeiltasten wechseln Sie zu früheren Suchbegriffen zurück. Weitere Fundstellen erreichen Sie mit [Alt]+[W].
TIPP
Wenn Sie reguläre Ausdrücke für die Suche verwenden wollen, aktivieren Sie die Zeile # set regexp in der Konfigurationsdatei.
Wollen Sie die Fundstelle direkt ersetzen, starten Sie mit [Alt]+[R]. Geben Sie wiederum erst den String in die Statuszeile ein, anschließend den Ersatztext. Die Auswahl unter der Statuszeile bietet Ihnen anschließend an, mit [J] eine einzelne oder via [A] sämtliche Stellen zu ersetzen.
Programmiertipps
Als Hilfe beim Schreiben von Quellcodes bietet Nano ein Syntax-Highlighting für gut 40 Programmier- und Skriptsprachen an. Die Software unterstützt unter anderem C/C++, Java, Javascript, Python, Ruby, HTML, CSS und Shell-Skripts. Einen Überblick liefert das Verzeichnis /usr/share/nano: Dort liegen die Dateien mit den Regeln für die Syntax. Das Aktivieren des Syntax-Highlightings läuft über die üblichen Dateiendungen. Die Anzeige einer Datei script.sh färbt der Editor den Konventionen für Shell-Skripte entsprechend ein (Abbildung 2).

Abbildung 2: Wenn Sie mit dem Editor Nano Quellcode bearbeiten, ist dieser bei bestimmten Sprachen in der Lage, die Schlüsselwörter farbig anzuzeigen.
Für umfangreichere Projekte bietet Nano die Möglichkeit, mehrere Textbuffer oder Dateien parallel offen zu halten. Um diese Funktion zu aktivieren, kommentieren Sie in der Datei ~/.nanorc die Zeile set multibuffer aus. Mit [Strg]+[R] öffnen Sie dann Dateien in zusätzlichen Puffern oder legen leere Buffer an. Mit [Alt]+[,] und [Alt]+[.] blättern Sie dazwischen.
Alternativ öffnen Sie mit den für die Bash üblichen Platzhaltern gleich mehrere Dateien: Mit dem Kommando nano projekt_xy* beispielsweise öffnen Sie im aktuellen Verzeichnis alle entsprechenden Dateien, jeweils in einem eigenen Textbuffer.
Zur besseren Orientierung im Code dienen drei weitere Funktionen: Steht der Cursor auf einer Klammer, springt [Alt]+[AltGr]+[**9**] zum Gegenstück. [Alt]+[#] schaltet das Nummerieren der Zeilen an beziehungsweise aus. [Strg]+[C] zeigt die Zeile und Spalte der aktuellen Cursorposition in der Statuszeile an.
Automatische Backups
Statt frühere Versionen eines Texts von Hand zu kopieren, weisen Sie den Editor per Option dazu an, bei jedem Speichern die vorherige Version zu sichern. Die Option -B (alternativ --backup) sorgt dafür, dass Nano die jeweils letzte Version der Datei buecher.txt unter dem Namen buecher.txt~ im selben Verzeichnis sichert.
Der Nachteil dieser Variante liegt darin, dass das die zuvor gespeicherte Sicherung jeweils überschreibt. Abhilfe schaffen Sie, indem Sie ein Verzeichnis backups anlegen und den Pfad per Option übergeben:
$ mkdir backups $ nano -B --backupdir=backups buecher.txt
Nun legt die Software bei jedem Speichern in diesem Verzeichnis die jeweils letzte Version mit fortlaufender Nummer ab. Die Dateinamen der Backups dokumentieren den Pfad der ursprünglichen Datei im Format !home!pi!buecher.txt~.LfdNr.
Möchten Sie, dass Nano grundsätzlich Sicherungskopien in dieser Form anlegt, aktivieren Sie in der Datei ~/.nanorc die Zeile set backup. Verfahren Sie ebenso mit der etwas weiter unten befindlichen Zeile set backupdir "" und ersetzen Sie die Anführungszeichen durch den absoluten Pfad zum entsprechenden Verzeichnis. Wenn Sie die Systemdateien grundsätzlich mit Nano anpassen, dokumentiert die Sicherung nun automatisch alle Änderungen.
Fazit
Beim Editor Nano liegt der Fokus klar auf dem Alltagseinsatz. Komplexe Konstrukte, wie sie die Klassiker wie Vim und Emacs liefern, stehen nicht im Zentrum der Applikation. Wer im Alltag aber nur auf die Schnelle ein kleines Skript schreiben, eine Programmiersprache ausprobieren oder ein Hash entfernen will, der findet hier die grundlegenden Funktionen unter einer intuitiven Oberfläche vereint.
Der Autor
Der Medienkünstler Pit Noack nutzt den Raspberry Pi vor allem für Soundexperimente. Als Überzeugungstäter vermittelt er blutigen Anfängern die Grundlagen der Programmierung auf seinem Blog maschinennah.de und bei Kursen in seinem Atelier in Hannover.
Infos
- Overscan deaktivieren: https://pi-buch.info/tag/disable_overscan/
- Editor Nano: https://www.nano-editor.org





