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Aus Raspberry Pi Geek 06/2018

Aktuelle Software im Kurztest

Angetestet

Uwe Vollbracht

Netzwerkschnittstellen-Monitor Bmon 4.0 für die Konsole, Lesezeichen-Erweiterung Goto 1.2.0 für die Bash, komfortable History-Erweiterung Hstr 1.24 für Bash und Zsh, Headless-RasPis automatisch überwachen mit Phpservermon 3.2.0.

Netzwächter

Mithilfe von Bmon 4.0 behalten Sie den Datendurchsatz einer Netzwerkschnittstelle in Echtzeit im Auge.

Das handliche, in C implementierte Tool Bmon erfasst neben dem reinen Datendurchsatz auch statistische Informationen zu einer Netzwerkschnittstelle, wie die Anzahl der CRC- oder FIFO-Fehler. Zur Ermittlung der Daten greift es auf das Netlink-Protokoll oder das /proc/-Verzeichnis zurück und stellt die Daten in einer übersichtlichen Curses-Oberfläche zusammen. Dort gruppiert Bmon die erfassten Daten in verschiedene Bereiche, deren Darstellung Sie durch Tastenkürzel interaktiv beeinflussen. So blenden Sie gegebenenfalls bestimmte Bereiche aus, wie etwa die grafische Darstellung des Datendurchsatzes. Für Systemen ohne Curses-Bibliotheken unterstützt Bmon auch eine reine ASCII-Ausgabe, die Sie mit dem Aufrufparameter --output=ASCII aktivieren. Zur Weiterverarbeitung der Daten in anderen Programmen gibt es eine formatierte Textausgabe, die Sie ebenfalls über --output anstoßen. Hier stehen jedoch nicht alle erfassten Daten zur Verfügung.

Das Tool ermittelt Datendurchsatz und Schnittstellenstatistiken im Sekundentakt, sofern Sie nicht via -r etwas anderes angeben. Standardmäßig zeigt Bmon den Datendurchsatz in Byte an, der Parameter -b schaltet auf eine Anzeige in Bit um. Statt über Aufrufparameter können Sie Bmon auch über die Dateien /etc/bmon.conf und $HOME/.bmonrc konfigurieren beziehungsweise mit -f eine andere Konfigurationsdatei vorgeben. Das Quellarchiv enthält eine Beispielkonfiguration, die sich als Vorlage für eigene Anpassungen eignet. Neben der zu überwachenden Schnittstelle definieren Sie hier beispielsweise die Maßeinheiten oder passen das farbliche Design der Oberfläche an. Möchten Sie Bmon nicht selbst kompilieren, können Sie auf eine ältere Version im Raspbian-Repository zurückgreifen.

Bmon 4.0

★★★

Lizenz: MIT

Quelle: https://github.com/tgraf/bmon

Eselsohr

Durch schnelle Verzeichniswechsel sorgt Goto 1.0.0 für mehr Bedienkomfort auf der Konsole.

Um bestimmte Verzeichnisse im schnellen Zugriff zu halten, musste man sie bisher entweder als Alias oder als Umgebungsvariable in der Shell hinterlegen. Goto stellt dafür nun eine Art Bookmarks zur Verfügung und verwaltet Verzeichnisse als Aliase in der Datei ~/.goto als Klartext. Nach dem Entpacken steht das Skript sofort zum Einsatz bereit. Sie kopieren es idealerweise nach /usr/local/share und müssen es dann lediglich in der Konfigurationsdatei der Shell einbinden. Bei der Bash oder Z-Shell gelingt das etwa mit dem Statement source /usr/local/share/goto.bash. Bei aktuellen Goto-Versionen übernimmt das die Datei install.sh im Quellarchiv für Sie.

Rufen Sie Goto ohne Parameter auf, liefert es eine rudimentäre Online-Hilfe. Mit dem Parameter -r, gefolgt vom gewünschten Alias und dem vollständigen Pfad, fügen Sie nun neue Verzeichnisse hinzu. Um in einen Ordner zu wechseln, rufen Sie Goto mit dem jeweiligen Alias als Parameter auf. Eine Übersicht aller registrierten Aliase liefert der Parameter -l; mit -r entfernen Sie einen Alias aus der Konfiguration. Um die Aliase generell zu bereinigen, starten sie Goto mit dem Parameter -c. Es prüft dann selbst, welche Verzeichnisse nicht mehr existieren, und entfernt deren Aliase. Außerdem unterstützt das Tool die Funktionen Pushd und Popd der Shell: So wechseln Sie mit dem Parameter -p samt Alias in ein Verzeichnis und gelangen später mit -o zum Ausgangsverzeichnis zurück.

Goto 1.0.0

★★★

Lizenz: MIT

Quelle: https://github.com/iridakos/goto

Historiker

Das intuitiv bedienbare Hstr 1.24 macht den Umgang mit umfangreichen Befehlshistorien zum Kinderspiel.

Alle gängigen Shells bieten eine Befehlshistorie, in der Sie mit Funktionstasten durch früher eingegebene Kommandos navigieren und diese wiederholen können. Eine solche History umfasst in der Regel die letzten 500 bis 1000 Einträge. Dank der Shell History Suggest Box Hstr müssen Sie hier nicht mehr nach der Nadel im Heuhaufen suchen. Nach der Installation aus den Quellen stehen die identischen Tools Hstr und Hh bereit. Um Hstr (oder Hh) permanent zu nutzen, integrieren Sie es direkt in die Shell-Konfiguration. Dazu rufen Sie es mit dem Parameter -s (Bash) oder -z (Zsh) auf, woraufhin es den benötigten Konfigurationseintrag zurückliefert.

Rufen Sie Hstr ohne Parameter auf, wertet es den Inhalt der Datei ~/.bash-history aus und präsentiert ihn in einer übersichtlichen Curses-Oberfläche. In der obersten Zeile geben Sie nun ein Suchmuster ein, wobei Hstr die Ausgabe automatisch aktualisiert und passende Einträge aus der Befehlshistorie anzeigt. Mit den Pfeiltasten navigieren Sie durch die Trefferliste und führen den gewünschten Befehl aus dann durch Drücken der Eingabetaste aus. Um ihn vorab noch zu bearbeiten, drücken Sie stattdessen [Tab]. Häufig vorkommende Befehle kennzeichnen Sie mit [Strg]+[F] als Favoriten.

Bei der Eingabe des Suchmusters beeinflussen Sie die Suche bei Bedarf mit [Strg]+[E]. Standardmäßig sucht Hstr nach dem exakten Muster, alternativ aber auch mithilfe eines regulären Ausdrucks. Mit [Strg]+[T] nimmt es eine schreibweisenabhängige Suche vor. Beim Sortieren des Trefferliste platziert Hstr jene Einträge am Anfang, die es anhand des Zeitstempels, der Befehlslänge und der Häufigkeit des Vorkommens für besonders relevant hält. Mit [Strg]+[Umschalt]+[7] wechseln Sie zwischen verschiedenen Sortierungen. Die Historie lässt sich auch nachträglich bearbeiten, etwa um versehentlich eingegebene Passwörter wieder zu entfernen.

Hstr 1.24

★★★★

Lizenz: Apache License 2.0

Quelle: https://github.com/dvorka/hstr

Systemprüfer

Mit Phpservermon 3.2.0 behalten Sie bequem die Erreichbarkeit von Remote-Systemen im Auge

Dank seines minimalen Stromverbrauchs eignet sich der RasPi hervorragend, um rund um die Uhr die Verfügbarkeit entfernter Systeme im Auge zu behalten. Dazu testen Sie diese oder dort laufende Dienste mit Phpservermon auf Erreichbarkeit. Das Ergebnis stellt das PHP-Skript in einem übersichtlichen Web-Dashboard zusammen. Zur Installation entpacken Sie das Quellarchiv ins Dokumentenverzeichnis eines installierten Webservers. Daneben benötigt das Skript noch eine PHP-Version ab 5.3.7, die PHP-Module cURL, PDO und XML sowie eine MySQL-Datenbank, die Sie alle aus dem Raspbian-Repo nachziehen. Für regelmäßige Prüfungen hinterlegen Sie einen Aufruf für die Datei status.cron.php in der Crontab; ein Beispiel dazu finden Sie im Dokumentationsverzeichnis des Quellarchivs. Die Entwickler empfehlen ein Prüfintervall von 15 Minuten; Phpservermon setzt eine Auszeit von 10 Minuten zwischen den Aufrufen, um einen Mehrfachstart des Skripts zu vermeiden.

Beim ersten Aufruf der Phpservermon-Seite lädt der Webserver das Skript install.php mit einem Konfigurationsassistenten, der die Abhängigkeiten prüft. Hier hinterlegen auch Sie die Verbindungsdaten zur Datenbank und legen ein Administrator-Konto an. Mit Letzterem melden Sie sich dann bei Phpservermon an. Als Einstiegsseite erscheint das Dashboard, in dem Sie nun die zu überwachenden Systeme angeben. Jeder Eintrag besteht aus einem eindeutigen Systemnamen, der IP-Adresse oder dem FQDN des Ziels sowie dem Port für den zu prüfenden Dienst. Zum Überwachen von Webseiten geben Sie stattdessen ein Suchmuster an. Findet Phpservermon auf der angegebenen Page keine Treffer, gilt sie als offline. Für jedes zu überwachende System legen Sie individuell fest, wie lange es maximal für eine Antwort brauchen darf und ob Sie bei Ausfällen via E-Mail oder SMS alarmiert werden möchten. Das README im Quellarchiv enthält eine Übersicht aller unterstützten SMS-Gateways.

Phpservermon 3.2.0

★★★★★

Lizenz: GPLv3

Quelle: http://www.phpservermonitor.org/

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