Aus Raspberry Pi Geek 02/2018

RasPi via Netzwerk booten (Seite 4)

Listing 13

 

root=/dev/nfs nfsroot=192.168.1.200:/nfs/client1 rw ip=dhcp rootwait elevator=deadline

Solche Dateien müssen Sie für beide Clients hinterlegen. Damit die Clients auch wirklich genau dieses Dateisystem verwenden und nicht versuchen, ein lokales Root-Filesystem zu mounten, müssen Sie in den Dateien /nfs/client1/etc/fstab und /nfs/client2/etc/fstab alle Filesysteme bis auf proc entfernen.

Booten von Diskstation

Am Anfang dieses Artikels war die Rede davon, den RasPi von einem NAS wie etwa einer Synology Diskstation zu booten. Das gelingt jetzt mit einer vergleichsweise einfachen Änderung: Zunächst einmal benötigen Sie auf Ihrer Diskstation ein NFS-Share, das die Betriebssysteme der Clients enthält. Wie das für Ihre Diskstation funktioniert, entnehmen Sie deren Anleitung.

Die Betriebssysteme befinden sich momentan auf dem Raspberry-Server, von wo aus Sie sie auf die Diskstation kopieren. Vor dem Beginn des eigentlichen Kopiervorgangs binden Sie dazu das Netzwerk-Share der Diskstation ins Filesystem des Raspberry-Servers ein (Listing 14, Zeile 1) und kopieren die Betriebssysteme auf die Diskstation (Zeile 2 und 3).

Listing 14

 

$ sudo mount -t nfs 192.168.1.101:/pi/ /mnt
$ sudo rsync -xa /nfs/client1/ /mnt/client1/
$ sudo rsync -xa /nfs/client2/ /mnt/client2/

Damit die Clients sich ihr Betriebssystem nun von der Diskstation holen, ändern Sie die Datei /tftpboot/Client-IP/cmdline.txt entsprechend (Listing 15),

Listing 15

 

root=/dev/nfs nfsroot=192.168.1.101:/pi/client1 rw ip=dhcp rootwait elevator=deadline

TIPP

Im vorgestellten Szenario übernimmt ein RasPi den Job als TFTP-Server. Er ließe sich durchaus auch auf der Diskstation betreiben. Allerdings müssten Sie dann mit Root-Rechten auf dem NAS arbeiten, was sich in der Praxis oft als heikel erweist.

Fazit

Auch wenn das Einrichten eines Systems zum Booten über das Netzwerk einiges an Arbeit voraussetzt: Die daraus resultierenden Vorteile rechtfertigen den Aufwand. Sie müssen sich nie wieder mit defekten SD-Karten herumärgern, Ihre Raspberry-Experimente bleiben immer sicher an zentraler Stelle gespeichert, und Sie können unterschiedlichste Images vorbereiten und sie nach Belieben per Mausklick auf Ihre Raspberrys kopieren.

Als enorm hilfreich erweist sich diese Lösung, wenn Sie beispielsweise zu Schulungszwecken einen kompletten Klassenraum mit den Mini-Rechnern ausrüsten. Dann erhalten alle Studenten exakt das von Ihnen vorgegebene Image, Änderungen wirken sich stets auf alle Rechner gleichermaßen aus. 

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