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Aus Raspberry Pi Geek 06/2017

Mit Monitorix einen Raspberry Pi überwachen (Seite 2)

Bestimmte Anzeigen allerdings sind auf dem RasPi eher sinnfrei, wie etwa jene zum Dateisystem ZFS oder Nvidia-Grafikkarten. Daher setzen Sie solche Einträge auf n. Die Option raspberrypi dagegen setzen Sie auf y, um die für den Mini-PC spezifischen Daten zu erheben (Abbildung 3).

Abbildung 3: Sie konfigurieren die Monitoring-Software über eine einzige, in mehrere Abschnitte gegliederte Datei, über die Sie unter anderem den Zugriff auf die Daten im Webinterface regeln.

Abbildung 3: Sie konfigurieren die Monitoring-Software über eine einzige, in mehrere Abschnitte gegliederte Datei, über die Sie unter anderem den Zugriff auf die Daten im Webinterface regeln.

Nach dem (De-)Aktivieren der gewünschten Anzeigen stellen Sie direkt darunter in einem großen Abschnitt die Anordnung und Größe der im Browser eingeblendeten Graphen ein. Dabei erscheinen in den Optionen auch die deaktivierten Anzeigen. Die letzten Abschnitte bieten die Möglichkeit, die Bezeichnungen der Diagramme zu ändern und einige Kombinationen der Farben in der Anzeige anzupassen (Abbildung 4).

Abbildung 4: Mit einer speziellen Option überwachen Sie die Sensoren des Raspberry Pi.

Abbildung 4: Mit einer speziellen Option überwachen Sie die Sensoren des Raspberry Pi.

Da viele der Möglichkeiten hardwarespezifische Sensoren betreffen, empfiehlt es sich, vor dem Ändern einzelner Parameter die ausführliche Dokumentation zu Rate zu ziehen [6]. Hier finden Sie alle entsprechenden Befehle und deren Ergänzungen erklärt.

Monitorix gestattet das simultane Überwachen mehrerer Systeme. Dazu geben Sie im Abschnitt <multihost> der Konfiguration mehrere IP-Adressen an. Bei Bedarf teilen Sie diese in Gruppen ein, da die Anzeige mit zunehmender Anzahl der Hosts bald unübersichtlich gerät. In diesem Abschnitt haben Sie außerdem die Möglichkeit, die Anzeige der Diagramme auf der Webseite in Spalten zu gruppieren.

Haben Sie alle Modifikationen vorgenommen, so aktivieren Sie nach dem Speichern der Datei die neuen Parameter mithilfe des Kommandos sudo service monitorix restart.

Zugriff

Der mitgelieferte interne Webserver gestattet es nach der Installation zunächst jedem Anwender, die Webseite mit den Sensordaten aufzurufen. Möchten Sie dies verhindern und nur bestimmten Nutzern Zugriff auf die Inhalte gewähren, schützen Sie die Daten mit einem Passwort.

Dazu öffnen Sie erneut die Datei /etc/monitorix/monitorix.conf und suchen den Abschnitt <auth>. Hier modifizieren Sie zunächst das Attribut enabled von n auf y, um die Authentifizierung einzuschalten. Im Abschnitt htpasswd definieren Sie bei Bedarf einen neuen Pfad für die Datei, in der die Daten zum Authentifizieren liegen.

Danach schließen Sie die Konfiguration wieder und legen mit dem Befehl aus der ersten Zeile von Listing 2 am vorgegebenen Speicherort eine leere Htpasswd-Datei an. Um sie zu nutzen, tragen Sie mit dem Kommando aus der zweiten Zeile den neuen Nutzer ein. Die Routine fragt das Passwort ab, das Sie nach der Eingabe nochmals bestätigen müssen.

Listing 2

 

$ sudo touch /Pfad/htpasswd
$ sudo htpasswd -d -c /Pfad/htpasswd Benutzer

Erscheint beim Aufruf des Befehls htpasswd eine Warnung, die auf das Fehlen des Kommandos hinweist, so installieren Sie zunächst noch die Pakete libapache-htpasswd-perl und apache2-utils nach.

Nach dem Eintragen von Benutzernamen und Passwort starten Sie den Monitoring-Dienst mit sudo systemctl restart monitorix neu. Laden Sie danach die Webseite erneut, öffnet sich zunächst ein Fenster, dass die Anmeldedaten abfragt. Erst nach korrekter Authentifizierung erscheint die gewohnte Seite.

Weitere Möglichkeiten

Monitorix gestattet es, die gewonnenen Daten bei Bedarf als Text zu archivieren. Dazu legt die Software unzählige Log-Dateien an, die Sie mit jedem herkömmlichen Pager betrachten können, da es sich um Textdateien handelt. Sie liegen, wie unter Linux üblich, im Verzeichnis /var/log/ und tragen Namen, die den einzelnen Diensten entsprechen. Welche Dateien es gibt, erfahren Sie im Abschnitt Log files pathnames der Konfiguration.

Fehlt Ihnen die Möglichkeit, den beziehungsweise die überwachten Rechner in regelmäßigen Abständen selbst in Augenschein zu nehmen, so bietet es sich an, Monitorix per E-Mail Meldungen versenden zu lassen. Die Software generiert dabei in frei definierbaren Intervallen verschiedene Mails und sendet diese an eine zuvor definierte Adresse.

Dazu passen Sie in der Konfiguration den Abschnitt <emailreports> entsprechend an, wobei Sie die gewünschten Graphen und die Zeiten für den Versand der Nachrichten angeben. Nach einem erneuten Laden der Software verschickt die Software die E-Mails in den gewählten Zeitabständen.

Fazit

Monitorix gestattet auf dem RasPi ein effizientes Monitoring, wobei die Software zahlreiche Aspekte über Diagramme eingängig präsentiert. Die Anwendung integriert sich dabei unkompliziert ins System, ohne dass Sie sich erst durch die Dokumentation wühlen müssen. Die Konfiguration weist eine leicht durchschaubare Struktur auf, dank des integrierten Webservers brauchen Sie keinen weiteren Dienst zu betreiben. Im Test fiel allerdings unter der aktuellen Version von Raspbian mit einem RasPi 3 auf, dass dieser beim Auslesen der vieler Sensoren teils an seine Leistungsgrenzen stieß. Von daher erscheint es ratsam, alle nicht unbedingt benötigten Anzeigen abzuschalten. 

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