# journalctl --vacuum-size=100M
Dabei löscht die Software die ältesten Einträge, bis das Protokoll die gewünschte Größe erreicht. Alternativ schneiden Sie unter Angabe einer Zeit alles Ältere heraus:
# journalctl --vacuum-time=1month
Dieser Befehl würde – ungeachtet der resultierenden Größe der Protokolldatei – alle Meldungen verwerfen, die älter als ein Monat sind (Abbildung 2).

Abbildung 2: Mit Schaltern wie »–vacuum-time« weisen Sie Journald an, die Protokolldateien zu verkleinern, ohne dazu die Konfiguration ändern zu müssen.
Früher und mehr
Journald zeichnet nicht nur wesentlich mehr Daten auf, als die früheren Protokollmechanismen, sondern beginnt damit früher im Boot-Prozess, als das bislang möglich war. Das hilft dabei, Probleme beim Systemstart leichter einzugrenzen. Wer erinnert sich nicht an Fotos von Monitoren mit einem Startbildschirm, auf dem eine Kernel Panic oder sonstige Probleme den Start des Rechners verhinderten? So etwas gehört mit Systemd weitestgehend der Vergangenheit an.
SysVinit speichert keine Meldungen aus sehr frühen Phasen des Betriebs, da zu diesem Zeitpunkt das Root-Dateisystem noch nicht zum Schreiben eingehängt ist. Systemd erstellt stattdessen zur Laufzeit einen Socket [4], aus dem der Dienst später die gesammelten Meldungen einliest. Damit bietet das Journal – trotz des oft als Problem angesehenen Speicherns als Binärdatei – einige wesentliche Vorteile.
Status und Überprüfung
Es existiert ein Journal für den User und eines für das System. Gehört der Benutzer zur Gruppe systemd-journal, so darf er das Journal als User aufrufen und erhält trotzdem die gesamte Ausgabe. Bevor Sie jedoch die eigentlichen Daten des Journals kennenlernen, stellen wir Ihnen die wichtigsten Befehle zum Überprüfen der Funktion vor.
Den aktuellen Status des Daemons stellen Sie über Systemctl fest (Listing 1). Mit journalctl --disk-usage überprüfen Sie die derzeitige Größe des Journals, während journalctl --verify die Integrität der einzelnen Daten testet (Listing 2).
Listing 1
$ systemctl status systemd-journald
systemd-journald.service - Journal Service
Loaded: loaded (/lib/systemd/system/systemd-journald.service; static; vendor preset: enabled)
Active: active (running) since Fr 2017-03-10 14:33:37 CET; 4h 21min ago
Docs: man:systemd-journald.service(8)
man:journald.conf(5)
Main PID: 10376 (systemd-journal)
Status: "Processing requests..."
CGroup: /system.slice/systemd-journald.service
10376 /lib/systemd/systemd-journald
Mär 10 14:33:37 rpg-pi3b-01 systemd-journald[10376]: Runtime journal (/run/log/journal/) is 4.7M, max 38.3M, 33.5M free.
Mär 10 14:33:37 rpg-pi3b-01 systemd-journald[10376]: Journal started
Warning: Journal has been rotated since unit was started. Log output is incomplete or unavailable.
Listing 2
$ sudo journalctl --disk-usage Archived and active journals take up 4.7M on disk. $ sudo journalctl --verify PASS: /run/log/journal/747bced4498d729c8a19f23400000006/system.journal
Um festzustellen, ob die Zeitangaben des Logs zuverlässig sind, überprüfen Sie mit timedatectl status, ob die eingestellte Zeitzone Ihrem Standort entspricht (Listing 3). Die oberste Zeile sollte die aktuelle Zeit anzeigen. Betreiben Sie einen Rechner in einer anderen Zeitzone, passen Sie diese mithilfe des Befehls timedatectl set-timezone Zone an.
Listing 3
$ timedatectl status
Local time: Fr 2017-03-10 19:02:02 CET
Universal time: Fr 2017-03-10 18:02:02 UTC
RTC time: Fr 2017-03-10 18:02:02
Time zone: Europe/Berlin (CET, +0100)
Network time on: yes
NTP synchronized: yes
RTC in local TZ: no
Grundsätzlich fordern Sie Auszüge aus dem Journal immer mit dem Befehl journalctl an. Standardmäßig kommt dabei zur Anzeige automatisch der Pager Less zum Einsatz. Er ermöglicht, zeilen- oder seitenweise vor und zurück durch das Protokoll zu blättern. Der Zugriff erfolgt als normaler User, Sie benötigen keine Root-Rechte. Da es sich um Binärdateien handelt, kehren Sie erst nach einem Druck auf [Q] wieder zum Prompt zurück.
Das komplette Journal
Die komplette Ausgabe – deren Umfang richtet sich nach der zulässigen Größe des gesamten Logs und der Laufzeit seit dem letzten Reboot – erhalten Sie mit der Eingabe von journalctl ohne Optionen. Damit sehen Sie alle gespeicherten Logs.
Für jeden Neustart des Rechners fügt die Software die Zeile -- Reboot -- an, um die Informationen voneinander abzugrenzen. Das erweist sich insbesondere dann als sinnvoll, wenn Sie verfolgen wollen, wie lange ein Fehler bereits auftritt. Mit journalctl -p err grenzen Sie dann die Ausgabe bei Bedarf ein: Die Option zeigt über das gesamte Journal hinweg nur Ausgaben des Log-Levels ERROR an.





