
Abbildung 2: Der Schaltplan des Aufzugs – die Verdrahtung des Motors ist noch einmal extra hervorgehoben.
Um festzustellen, an welcher Position sich der Aufzug befindet, verwenden Sie Gabellichtschranken des Typs CNY70, bestehend aus einer Infrarot-LED und einem Fototransistor. Um den Vorwiderstand für die Infrarot-Diode zu errechnen, benötigen Sie das entsprechende Datenblatt [5]. Daraus erfahren Sie, dass die verbaute Diode einen Durchlassstrom von 50 mA bei 1,25 Volt hat. Am Vorwiderstand müssen also 4,75 Volt bei 50 mA abfallen. Um den konkreten Wert für den Widerstand auszurechnen, verwenden Sie das Ohmsche Gesetz. Mit der Formel R=U/I kommen Sie auf einen Wert von 95 Ohm. So etwas gibt es im Handel nicht, daher kommt ein 100-Ohm-Widerstand aus der E24-Reihe zum Einsatz.
Da der zentrale Schaltplan nicht deutlich zeigt, wie Sie den Motor anschließen, haben wir diesen Teil unten in Abbildung 1 noch einmal extra aufgeschlüsselt. Der entsprechende Aufbau nennt sich Brückenschaltung, und Sie brauchen kein Hellseher zu sein, um zu erkennen, dass es beim falschen Ansteuern der Relais zum Kurzschluss kommt. In einer realen Anwendung würden Sie technisch verhindern, dass sich die Kontakte, die einen Kurzschluss erzeugen könnten, gleichzeitig schließen – etwa über gegenseitiges Verriegeln durch Öffner. Abbildung 3 zeigt den Testaufbau, auf der Heft-DVD befindet sich ein Video des funktionierenden Aufzugs.

Abbildung 3: Haben Sie die Bauteile mit dem Conmeleon C1 als Steuerung verbunden, fährt der Aufzug wie geplant.
Beispiel
Um den Aufzug anzusteuern, verwenden Sie das Q4Testkit. Um es zu beziehen, kontaktieren Sie den Hersteller [6]. Mit dem Kit erhalten Sie einen Login auf die Q4Logix-Anwendung [7]. Nach dem Login sehen Sie das Hauptmenü der Anwendung (Abbildung 4), mit der Navigation auf der rechten Seite. Unter dem Menüpunkt Dokumentation finden Sie einige Videos, die die Funktionsweise der Applikation erläutern.

Abbildung 4: Nach dem Login legen Sie ein neues Projekt an oder stöbern über das Menü links in der Dokumentation.
Falls Sie direkt mit einem Projekt beginnen möchten, klicken Sie auf New Project. Abbildung 5 zeigt Ihnen die nötigen Eingaben. Die IP-Adresse holt sich das Conmeleon C1 via DHCP; in den Einstellungen des Routers finden Sie die Adresse unter dem Hostnamen conmeleon-c1 im entsprechenden Netzwerksegment.

Abbildung 5: Ein neues Projekt erstellen Sie mit wenigen Angaben, darunter die IP-Adresse des Conmeleon C1, die Sie am einfachsten über das Management-Interface des Routers ermitteln.
Ein neu erstelltes Projekt erscheint auf der rechten Seite in der Navigation. Wenn Sie jetzt auf Open Programm klicken, öffnet sich der Editor mit einem leeren Puffer. Die Oberfläche erschließt sich mithilfe der Videos aus den Bereich Dokumentation meist recht einfach: Sie stellen aus den vorhandenen Bausteinen (Funktionen) ein beliebiges Programm zusammen. Abbildung 6 zeigt die Anwendung zum Steuern des Aufzugs.

Abbildung 6: Das Programm zum Steuern des Aufzugs sieht auf den ersten Blick vielleicht komplex aus, ist aber mithilfe des Online-Editors recht schnell über die Blöcke für die einzelnen Funktionen erstellt.
Die Bausteine verbinden Sie dabei jeweils über einen Connector, wodurch die Programme wie Logikschaltpläne aussehen. Um eine Anwendung auszuführen, kompilieren Sie sie zuerst über die Schaltfläche mit den Zahnrädern. Läuft der Prozess fehlerfrei durch, laden Sie das Programm mit dem Schalter Download auf das Conmeleon C1 herunter. Nach den Download läuft das Programm direkt auf dem Gerät. Klicken Sie jetzt auf Online, sehen Sie, wie es arbeitet.
Fazit
Die Kombination aus Hardware und IDE macht Spaß, da sie schnell zu brauchbaren Ergebnissen verhilft. Sie haben die Möglichkeit, logische Zustände des laufenden Programms visuell zu kontrollieren. Der Funktionsumfang beschränkt sich auf das Notwendige, sodass sich das Conmeleon C1 für den Einstieg in die Materie Automation sehr gut eignet. Negativ fallen an dem Board die lediglich vier digitalen Eingänge auf – das macht es schwierig, komplexere Projekte umzusetzen. Das Entwicklerteam arbeitet allerdings schon an einer Erweiterungsmöglichkeit über die MikroBUS-Schnittstelle.
Der Autor
Martin Mohr erblickte im Zeitalter der Magnetringkernspeicher und Hebdrehwähler das Licht der Welt. Nach einem Studium der Informatik arbeitete er überwiegend in der Entwicklung von Java-Applikationen. Mit dem Raspberry Pi erwachte die alte Liebe zur Elektronik wieder.
Glossar
- IP20
-
Schutzklasse, die spezifiziert, wie das Gehäuse gegen äußere Einflüsse und den Kontakt mit Menschen und Gegenständen abgesichert ist. IP20 entspricht der Schutzklasse von Schaltschränken.
- IEC-61131-3
-
Standard, an den sich die meisten Hersteller von Industriesteuerungen halten.
Infos
- RPG-Spezial Home-Automation: http://shop.computec.de/single-board-computer/raspberry-pi-geek/sonderhefte/raspberry-pi-geek-spezial-01-16-heimautomation-mit-raspberry-pi-3-und-fhem.html
- Inbetriebnahme: http://www.conmeleon.org/component/jdownloads/send/3-documentation/6-conmeleon-c1-quickstart-guide
- Software: http://www.conmeleon.org/download/sd-images
- Bausatz Aufzug: https://www.amazon.de/richtigem-Getriebe-Bausatz-Werkset-Bastelset/dp/B00BRUDJ0U
- Datenblatt CNY70: http://www.vishay.com/docs/83751/cny70.pdf
- Q4Testkit: http://www.qmd4.com/index.php/testkit.html
- Q4Logix: http://www.qmd4.com/q4Logix
- MikroBUS: http://www.mikroe.com/mikrobus
- MikroBUS-Module: http://www.mikroe.com/click
- Hardware-Dokumentation: http://www.conmeleon.org/component/jdownloads/send/3-documentation/7-conmeleon-c1-hardware-developer-guide





