
Abbildung 2: Munin loggt zahlreiche Systemdaten und generiert anschauliche Graphen. Mit Pisense lassen sich auch Taktraten, Spannungen und Temperaturen des RasPi visualisieren.
Passiv gekühlt
Mit Munin auf dem Raspberry Pi lässt sich der Systemzustand nun sehr gut nachvollziehen (siehe Tabelle “Raspberry-Pi-Temperatur”). Im Leerlauf pendelt sich die Kerntemperatur der RasPi-CPU bei einer Raumtemperatur von etwa 22 Grad Celsius bei rund 33 Grad Celsius ein. Daran ändert auch der Turbo-Modus nichts, da das Betriebssystem des RasPi die Taktgeschwindigkeit nur bei Bedarf anhebt. Im Leerlauf arbeitet die CPU also auch im Turbo-Modus nur bei 700 MHz.
Raspberry-Pi-Temperatur
Unter Last zeigt sich nun ein deutlich abweichender Temperaturverlauf. Während bei der Standardtaktrate von 700 MHz die Kerntemperatur auch nach ein paar Stunden Volllast nur um wenige Grad auf rund 36 Grad Celsius ansteigt, macht die Temperatur im Turbo-Modus bei 1000 MHz einen wesentlich größeren Sprung. Hier ließen sich Temperaturen von bis zu 44 Grad Celsius messen. Nach einer gewissen Einlaufzeit pendelte sich diese bei etwa 39 bis 40 Grad Celsius ein.
Eine verbesserte Kühlung durch die passiven Kühlkörper lässt sich dabei kaum nachweisen. Ohne aktives Umwälzen der Umgebungsluft gibt der Raspberry Pi kaum mehr Wärme ab als ganz ohne zusätzlichen Kühlkörper. Die Temperatur der RasPi-CPU hängt vielmehr von der Umgebungstemperatur ab – das Lüften des Raums kurz nach 12 Uhr Mittag bei winterlichen 3 Grad Celsius Außentemperatur lässt sich gut im Temperaturverlauf des RasPi mit Kühlkörper erkennen.
Fazit
Das Übertakten des RasPi ist kein Hexenwerk, die Raspberry Pi Foundation erlaubt es in gewissen Grenzen. Jeder Raspberry Pi sollte bei 800 MHz stabil laufen, die meisten Platinen zeigen auch im Turbo-Modus bei 1 GHz noch keine Ausfallerscheinungen. Die (wenn auch sehr niedrige) Investition in zusätzliche Kühlkörper können Sie sich in der Regel sparen. Unter normalen Betriebsbedingungen bleibt die Temperatur auch bei 1 GHz Taktrate und Volllast weit unter der maximal zugelassenen Kerntemperatur von 85 Grad Celsius.
Relevant werden die zusätzlichen Kühlkörper erst dann, wenn Sie einen Raspberry Pi für ein Projekt verwenden, in dem die Platine aufgrund eines komplett geschlossenen Gehäuses kaum Frischluft bekommt oder bei dem Sie die CPU über die erlaubten Grenzen hinweg übertakten. Hier sollten Sie die Temperaturen mit Munin im Auge behalten und bei Bedarf mit dem Kühlkörper oder gar einer aktiven Belüftung dafür sorgen, dass der RasPi einen kühlen Kopf behält.
Infos
- ARM1176 Processor: http://www.arm.com/products/processors/classic/arm11/arm1176.php
- Introducing Turbo Mode: http://www.raspberrypi.org/introducing-turbo-mode-up-to-50-more-performance-for-free/
- Introducing Turbo Mode: http://munin-monitoring.org
- Lm_sensors: http://www.lm-sensors.org
- RPI vcgencmd usage: http://elinux.org/RPI_vcgencmd_usage
- Pisense: https://github.com/perception101/pisense
- Lighty: http://www.lighttpd.net











