Zu gefallen weiß hingegen die dynamische Darstellung der Ergebnisse. Die Grafik ist zwar nicht ganz ruckelfrei, aber brauchbar. Ohne Benutzerinteraktion hält sich auch die Prozessorauslastung in Grenzen. Wir ließen den RasPi mehr als eine Stunde lang ein PWM-Signal in Bitscope DSO darstellen, ohne dass sich der Prozessor dabei merklich erwärmt hätte.
Neben der Oszilloskop-Funktion probierten wir auch den Logic Analyzer aus, um eine I2C-Verbindung zu überwachen (Abbildung 5). Das Programm zeigt hier nicht nur den reinen Signalverlauf, sondern “übersetzt” die Signale auch in die konkreten Werte. Dem Kommunikationsverlauf über I2C konnten wir problemlos folgen, lediglich der magere Sample-Speicher des Bitscope Micro machte sich hier negativ bemerkbar.
Eingeschränkt mobil
Auf einen Test der Software auf einem RasPi mit aufgestecktem Touchscreen [5], wie zum Beispiel von Watterott [6], haben wir dann allerdings verzichtet: Schon das Ansteuern des Displays erfordert eine gewisse Rechenzeit; zusammen mit der Bedienung der Bitscope-Software dürfte das den RasPi dauerhaft in Grenzbereiche treiben. Das ist vor allem deshalb schade, weil es eine echte kleine und mobile Kombination abgegeben hätte.
Wer den Programmieraufwand nicht scheut, kann allerdings Prüf- oder Logging-Skripte in C oder Python schreiben und per Kommandozeile ausführen – das sollte auch in Kombination mit dem Mini-Display funktionieren. Spontane Messungen und Prüfungen klappen so allerdings nur bedingt.
Fazit
Ein professionelles, deutlich teureres Oszilloskop oder einen Logic Analyzer im Labor kann das Bitscope Micro nicht ersetzen – und das soll es auch gar nicht. Als Zweit- oder Drittgerät im Feldeinsatz, das aufgrund seiner geringen Größe dauerhaft in der Laptoptasche oder der Werkzeugkiste verbleiben kann, dürfte es aber durchaus Anhänger finden.
Als Erstgerät eignet sich das Bitscope Micro hingegen nur für ambitionierte Elektroniklaien, denen größere Geräte schlicht zu teuer sind oder die gebrauchten Geräten von Ebay & Co. nicht über den Weg trauen. Um einen Blick auf eine Datenübertragung per I2C oder SPI zu werfen oder zu prüfen, ob ein PWM-Signal tatsächlich korrekt zum richtigen Zeitpunkt erzeugt wird, reichen die Fähigkeiten des Bitscope Micro aus. Damit deckt es typische Probleme bei kleineren Bastelprojekten mit einem Raspberry Pi oder Arduino ab.
Der Autor

Alexander Merz schreibt bei Golem.de über die Maker-Szene, testet und programmiert Kleinrechner und heizt gelegentlich auch den Lötkolben für Bastelprojekte an.

Infos
- Bitscope Micro: http://www.bitscope.com/product/BS05/
- Farnell element14: http://de.farnell.com/bitscope/bitscope-micro/oszilloskop-2kanal-20mhz-40msps/dp/2432906
- Pin-Adapter: http://www.bitscope.com/product/MP01/
- Bitscope-Software: http://www.bitscope.com/software/
- TFT-Displays für den RasPi: Bernhard Bablok, “Fingerfertig”, RPG 05/2014, S. 30, http://www.raspi-geek.de/32792
- Watterott RPi-Display: http://www.watterott.com/de/RPi-Display






