Aus Raspberry Pi Geek 06/2014

Der Raspberry Pi mit RetroPie im Game-Boy-Case (Seite 3)

Mangels tiefer gehender Kenntnisse entschieden wir uns daher, keine Lötarbeiten an der Platine vorzunehmen und die Stromversorgung auf 12 V (Anschluss rot kodiert) zu belassen. Da der Cinch-Stecker des von uns genutzten Kabels für den Videoausgang zu groß für den Einbau ins Gehäuse war, befreiten wir ihn von jeglichem Ballast. Die gelbe Ader legten wir direkt an AV2 (gelb) an, die schwarze Ader kam auf GND (schwarz). AV1 (weiß) blieb bei uns ungenutzt und wurde abgebunden.

Die Ausgangsspannung des Schaltreglermoduls lässt sich mittels einer Verstellschraube sehr fein regeln. Zum Bestimmen der richtigen Einstellung nehmen Sie diesen Schritt mithilfe eines Multimeters vor. Für die Leerlaufspannung regeln Sie eine Spannung von 5,1 V ein. An den 12V-Eingang hängen Sie die Anschlüsse der Netzteilbuchse sowie das LC-Display. An den 5V-Ausgang kommen das Micro-USB-Kabel für die Stromversorgung des RasPi sowie die Stromversorgung des Audioverstärker-Boards. Auch hier müssen Sie den Stecker für die Stromversorgung des RasPi mangels Bauraum massiv kürzen.

Um nicht immer mit Kopfhörer spielen zu müssen, braucht der RasPi-Game-Boy Lautsprecher. Der originale Lautsprecher lässt sich nicht weiterbenutzen, er passt nicht in den verbleibenden Platz. Bei der Planung des Projekts entschieden wir uns für einen Ersatzlautsprecher, der eigentlich für ein Nintendo DS gedacht ist. Er benötigt nur wenig Bauraum, weist aber dennoch eine recht gute Klangqualität auf.

Das mit einem klassischen abgewinkelten 3,5-mm-Klinkenstecker abgegriffene Audiosignal verstärkt ein PAM8403-Audioverstärker, von dort geht es dann weiter zum Lautsprecher. Abbildung 9 fasst die Verkabelung des Audio-Parts unseres Super Pi Boy zusammen. In unserem Aufbau trat auf dem rechten Kanal ein deutliches Rauschen auf, daher banden wir nur den linken Kanal an – Retro-Games benötigen meist keinen Hi-Fi-Sound. Übrigens trat das Rauschen beim Einsatz eines RasPi B+ nicht mehr auf.

Abbildung 9: Anschlussplan: Audio.

Abbildung 9: Anschlussplan: Audio.

Zusammenbau

Viel Platz bietet das entkernte Game-Boy-Gehäuse nicht – dementsprechend erfordert der Zusammenbau Geduld und starke Nerven. In unserem Fall fixierten wir zunächst den Lautsprecher an zwei Punkten mit Heißkleber. Anschließend erfolgte der Einbau des Displays, das mithilfe doppelseitigen Klebebands im Gehäuse Halt fand. Zuletzt verbauten wir die DMG-Platine. Einige Streifen Isolierband schützten zu guter Letzt die offen liegende Elektronik.

Die Unterseite gestaltete sich allerdings als Herausforderung – der zur Verfügung stehende Bauraum ist mehr als beengt und knapp, die Kabelverlegung erfordert Einfallsreichtum. Besonders das ursprünglich nicht eingeplante und weit ausladende Schaltreglermodul erforderte viel Überlegung. Abbildung 10 zeigt den finalen Aufbau kurz vor dem endgültigen Zusammenbau. Zum Schluss brachten wir noch eine 1 mm dünne Acrylglas-Abdeckung zum Schutz des Displays auf.

Abbildung 10: Nur mit viel Geduld finden alle Komponenten des Super Pi Boy Platz im Gehäuse.

Abbildung 10: Nur mit viel Geduld finden alle Komponenten des Super Pi Boy Platz im Gehäuse.

Fazit

Nach dem Zusammenbau und ersten Tests lautet das Fazit: Begeisterung pur! Es macht sehr viel Spaß, mit der ultimativen Retro-Game-Konsole zu spielen. Auch der Umbau selbst bereitete viel Vergnügen und brachte viele neue Erkenntnisse. Für Bastler, die zum ersten Mal ernsthaft mit Lötkolben und Multimeter hantieren, fällt die Lernkurve zwar steil aus, bleibt aber beherrschbar. Im Verlauf des Projekts eigneten wir uns viele neue Fähigkeiten an und freuten uns am Ende umso mehr, dass alles reibungslos funktionierte.

Und was an dieser Stelle nicht fehlen darf, ist ein herzlicher Dank an den Ideengeber Microbyter, der uns in seinem Blog [2] zum Super Pi Boy die Anregung und wertvolle Tipps für den Umbau lieferte. Nun liegt der Ball bei Ihnen: Wir würden uns sehr freuen, von Ihrer eigenen Umsetzung eines RasPi-Game-Boy zu hören. 

Der Autor

Arndt Braier befasst sich seit Beginn der 1990er-Jahre intensiv mit Computern und der Informatik. Seit erster Stunde großer Linux-Fan, gehören Betriebssysteme und Rechnernetze, Server, Hardware und Programmierung zu seinen Hobbys.

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