Aus Raspberry Pi Geek 04/2014

RasPi als PXE-Server: Diskless Linux (Seite 4)

Kopieren Sie den Inhalt der Fedora-Installations-DVD in die in der Datei /etc/exports freigegebenen Verzeichnisse (Listing 16) und passen Sie die PXE-Konfiguration in /srv/tftpboot/pxelinux.cfg/default an (Listing 17). Die Dateien vmlinuz, initrd.img und update.img finden Sie anschließend auf der Installations-DVD im Verzeichnis isolinux.

Listing 16

 

/srv/data/nfs/fedora/x86_64 192.168.100.0/24(ro,root_squash,sync,no_subtree_check)
/srv/data/nfs/fedora/i386   192.168.100.0/24(ro,root_squash,sync,no_subtree_check)

Listing 17

 

[...]
LABEL Fedora 20 i386
MENU LABEL Install Fedora 20 (32 Bit)
KERNEL /fedora20/i386/vmlinuz
APPEND initrd=/fedora20/i386/initrd.img lang=de_DE keyboard=de-latin1-nodeadkeys repo=nfs:pi.homenet.de:/data/nfs/fedora/i386
LABEL Fedora 20 x86_64
MENU LABEL Install Fedora 20 (64 Bit)
KERNEL /fedora20/x86_64/vmlinuz
APPEND initrd=/fedora20/x86_64/initrd.img lang=de_DE keyboard=de-latin1-nodeadkeys repo=nfs:pi.homenet.de:/data/nfs/fedora/x86_64

Ubuntu-Installation via PXE

Einen speziellen Installer für Ubuntu einzurichten, erscheint wenig sinnvoll. Besser stellen Sie auf dem PXE-Server ein Ubuntu-Live-System bereit, von dem aus sich jederzeit ein System auf einem Client installieren lässt. Entsprechend Listing 18 müssen Sie dazu die Datei /srv/tftpboot/pxelinux.cfg/default für Ubuntu 13.10 (32 und 64 Bit) anpassen. Zur Installation booten Sie das aus dem Netzwerk geladene Live-Ubuntu und führen dort dann den Installationsassistenten aus.

Listing 18

 

[...]
LABEL Ubuntu 13.10 Live_32
MENU LABEL Ubuntu 13.10 Live (32 Bit)
KERNEL /ubuntu13.10_live/i386/vmlinuz
APPEND nfsroot=192.168.100.2:/data/nfs/ubuntu13.10_live_i386/ netboot=nfs ro file=/cdrom/preseed/ubuntu.seed boot=casper initrd=/ubuntu13.10_live/i386/initrd.lz --
LABEL Ubuntu 13.10 Live_64
MENU LABEL Ubuntu 13.10 Live (64 Bit)
KERNEL /ubuntu13.10_live/x86_64/vmlinuz.efi
APPEND nfsroot=192.168.100.2:/data/nfs/ubuntu13.10_live_x86_64/ netboot=nfs ro file=/cdrom/preseed/ubuntu.seed boot=casper initrd=/ubuntu13.10_live/x86_64/initrd.lz --

Windows-Installation via PXE

Das Einrichten neuerer Windows-Versionen erfolgt immer aus einem laufenden Windows-PE-System, das Sie vom RasPi über PXE starten. Das Vorgehen ist jedoch nicht ganz so einfach wie bei Linux-Systemen, die alle benötigten Dateien bereits auf den Installationsmedien bereithalten.

Zunächst müssen Sie dazu ein bootfähiges Windows PE erzeugen, was mit den Bordmitteln eines gewöhnlichen Windows nicht gelingt. Zudem weiß Windows mit NFS-Freigaben nichts anzufangen: Es verwendet zum Filesharing über das Netz nicht NFS, sondern das Protokoll SMB/CIFS. Daher müssen Sie in einem ersten Schritt einen Samba-Server auf dem Raspberry Pi einrichten.

Listing 19, Zeile 1 folgend spielen Sie diesen über die Paketverwaltung ein. Anschließend bearbeiten Sie die Konfigurationsdatei des Dienstes, /etc/samba/smb.conf. Dort fügen Sie den Inhalt aus Listing 20 an. Danach richten Sie das Freigabeverzeichnis ein und starten den Samba-Server neu. Jetzt sollte das freigegebene Verzeichnis im Explorer auf dem Windows-Rechner erscheinen.

Listing 19

 

$ sudo apt-get install samba
$ mkdir -p /data/samba/Windows7_Installer
$ chmod a+rx /data/samba/Windows7_Installer
$ sudo service smbd restart

Listing 20

 

[...]
[Windows7_64_Inst]
  comment = Windows 7 (64 Bit) Install Files
  path = /data/samba/Windows7_Installer
  public = yes
  printable = no
  guest ok = yes
  readonly = yes
  browseable = yes
  oplocks = no
  level2 oplocks = no
  locking = no
  strict locking = no

Nun laden Sie das kostenlose Windows Automated Installation Kit (WAIK) von der Microsoft-Homepage herunter [4]. Der Hersteller empfiehlt, das ISO-Image auf eine CD/DVD zu brennen und dann von dort einzurichten. Der Autor bevorzugt eine einfachere Methode: Er mountet das heruntergeladene ISO-Image entsprechend der im Abschnitt “Opensuse-Installation via PXE” vorgestellten Vorgehensweise auf einem Linux-Rechner. Anschließend lässt sich das Mount-Verzeichnis über Samba freigeben und dann aus dieser Netzwerkfreigabe das Setup anstoßen.

Nach dem Abschluss der WAIK-Installation laden Sie das Programm PEboot.cmd von der Heft-DVD dieser Ausgabe oder aus unserem Download-Bereich [5] herunter. Nun rufen Sie mit administrativen Rechten die Eingabeaufforderung für Bereitstellungstools aus dem Windows-Startmenü auf (rechte Maustaste, Als Administrator ausführen) und führen PEboot.cmd aus (Abbildung 3).

Abbildung 3: Die Eingabeaufforderung für Bereitstellungstools rufen Sie mit Administrator-Rechten auf.

Abbildung 3: Die Eingabeaufforderung für Bereitstellungstools rufen Sie mit Administrator-Rechten auf.

Danach kopieren Sie den Inhalt des Verzeichnisses C:\tftp\Boot nach /srv/tftpboot/windows/7 auf dem RasPi und legen gemäß Listing 21 zwei Links im System an. Nach dem Kopieren der Inhalte der Windows-Installations-DVD nach /data/Windows_Installer ergänzen Sie noch die PXE-Menüdatei /srv/tftpboot/pxelinux.cfg/default mit dem Inhalt aus Listing 22.

Listing 21

 

$ cd /srv/tftpboot/windows/7
$ sudo ln -s ./winpe.wim ./boot.wim
$ sudo ln -s ./ ln -s ./pxeboot.n12 ./startrom.0
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