Das Cubietruck im Alltagstest

© Thomas Klee, 123RF

Zwergenaufstand

Kleine Boards und wenig Leistung – das war einmal: Mit dem Cubietruck steigen Sie in eine neue Leistungsklasse auf.

Bis vor wenigen Jahren brachte man Single-Board-Computer nicht gerade mit einem leistungsfähigen Rechner in Verbindung. Nur ein überschaubarer Kreis von Enthusiasten schätzte die Verlässlichkeit von Einplatinenrechnern wie dem RouterBOARD aus dem Hause MikroTik [1] oder Embedded Systems wie dem ALIX-Board von PC Engines [2]. In der Zwischenzeit hat sich jedoch das Blatt gewendet, mittlerweile gibt es eine eigene Klasse kleiner Rechengeräte mit beachtlicher Leistung zu akzeptablen Preisen.

In diese Kategorie fällt auch das Cubieboard. Alle bislang vorgestellten Varianten – angefangen vom Ur-Cubieboard von 2012 über das Cubieboard 3/Cubietruck [3] (2013) bis hin zum Cubieboard 5/Cubietruck Plus (2016) – setzen auf einem Mehrkern-ARM-Prozessor von Allwinner auf, die Architektur nennt sich SunXI [4].

Cubieboard-Familie

Alle Modelle des Cubieboard bieten eine für die Geräteklasse überdurchschnittliche Ausstattung. Dazu gehören neben einem leistungsfähigen Grafikprozessor 2 GByte RAM, ein SATA-Anschluss (ab Cubieboard 4 ersetzt durch USB 3.0) sowie eine Gigabit-Ethernet-Schnittstelle. Bei einer Größe von weniger als 15 x 10 Zentimetern finden Sie beispielsweise eine VGA- und HDMI-Schnittstelle (ab Cubieboard 5/Cubietruck Plus nur HDMI) sowie diverse Pins zur weiteren Steuerung und zum Debuggen. Alle Boards verfügen über einen Slot für eine MicroSD-Karte. Das erleichtert das Vorbereiten und Bestücken des Boards mit Software.

Im Mittelpunkt dieses Beitrags steht das Cubieboard 3/Cubietruck (Abbildung 1). Trotz seines Alters (die erste Revision stammt vom Oktober 2013) hat es nichts an seiner Leistungsfähigkeit verloren. Zum Lieferumfang zählen neben dem Board drei Plexiglasplatten samt Abstandshalter und Muttern sowie eine Auswahl von Verbindungs- und Anschlusskabeln für SATA und USB [5]. Separat erwerben müssen Sie gegebenenfalls ein 5V/2.5A-Netzteil (notwendig, wenn Sie an den Cubietruck eine SATA-Festplatte anschließen) sowie eine Speicherkarte (Micro-SD). Gegebenenfalls sollten Sie noch in ein geschlossenes Gehäuse als Staubschutz investieren. Alle genannten Komponenten inklusive dem Board erfordern ein Budget von etwa 200 Euro.

Abbildung 1: Mit 15 x 10 cm baut der Cubietruck deutlich größer als der Raspberry Pi.

Inbetriebnahme

Das Cubietruck kommt als Bausatz, den es erst einmal zusammenzusetzen gilt. Nachdem Sie den beiliegenden Kühlkörper für den Prozessor aufgeklebt haben, sortieren Sie die Plexiglasplatten entsprechend der Aussparungen des Boards, montieren die Abstandshalter zwischen die Platten und Board und verschrauben diese miteinander.

Im nächsten Schritt geht es um die Software, die auf dem Board laufen soll. Dazu beziehen Sie zunächst ein passendes Image, prüfen es und schreiben es auf die Micro-SD-Karte. Zu guter Letzt setzen Sie die Micro-SD-Karte in das Board ein und booten. Danach richten Sie die Software ein und legen los.

Vom Auspacken bis zum Verwenden – inklusive neugierigem Betrachten des neuen Spielzeugs und seiner blinkenden LEDs, dem Beziehen, Testen und Einrichten des Images auf dem Board – vergehen etwa zwei bis drei Stunden. Danach steht Ihnen ein vollwertiger Server im Miniformat zur Verfügung.

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