RasPi-Images mit Windows, Mac und Linux auf SD-Karte schreiben

Linux

Praktisch jedes Linux-System bringt den zum Schreiben von Images nötigen Befehl dd von Haus aus mit. Die Syntax des Programms zu verstehen fällt nicht weiter schwer: Auf den Aufruf des Programms folgt mit if= die Datenquelle und mit of= das Ziel. Gemäß dem Linux/Unix-Grundsatz "alles ist eine Datei" akzeptiert die Software an dieser Stelle blockorientierte Datenträger oder auch Dateien. Als dritten Parameter sollten Sie, ganz besonders bei der Angabe von Geräte-IDs, mit bs= die Blockgröße mitgeben.

$ dd if=Input of=Output bs=Blockgröße

Mit dem Beispiel aus Listing 1 würden Sie die mit Raspbian bespielte Speicherkarte vom Gerät /dev/sdc in die Datei raspbian.img sichern und nach dem Austausch der Karte im Kartenleser auf einen neuen Datenträger übertragen. Je nach Größe der Speicherkarte und Geschwindigkeit des Lesegeräts dauert der Vorgang bis zu einer Stunde.

Listing 1

 

$ dd if=/dev/sdc of=raspbian.img bs=1M
$ dd if=raspbian.img of=/dev/sdc bs=1M
$ sync

Steht diese Aufgabe öfter an, dann lohnt sich die Investition in einen Kartenleser mit USB-3.0-Schnittstelle. Das Sync-Kommando in der dritten Zeile des Listings sorgt am Ende dafür, dass das Betriebssystem alle Zwischenspeicher leert und die Daten sich wirklich auf den jeweiligen Datenträgern befinden.

Nun aber Schluss mit grauer Theorie: Wie kommen Sie an die entsprechenden Bezeichnungen der Datenträger? Im ersten Schritt identifizieren Sie die Gerätedatei, die zur in den Kartenleser eingelegten Speicherkarte passt. Linux bietet dafür verschiedene Werkzeuge, das einfachste ist ein Blick in die Ausgabe des Befehls lsblk (Listing 2). Das Kommando listet sämtliche Medien in einer Baumstruktur auf, samt Größe und Einhängepunkt.

Listing 2

 

$ lsblk
NAME   MAJ:MIN RM   SIZE RO TYPE MOUNTPOINT
sda      8:0    0  59,6G  0 disk
|-sda1   8:1    0  53,7G  0 part /
|-sda2   8:2    0   5,9G  0 part [SWAP]
sdb      8:16   0 596,2G  0 disk
|-sdb1   8:17   0 596,2G  0 part /home
sde      8:64   1   7,4G  0 disk
|-sde1   8:65   1   256M  0 part /run/media/clangner/568B-B798
|-sde2   8:66   1   7,2G  0 part
sr0     11:0    1  1024M  0 rom

Das Beispiel zeigt ein System mit einer 60 GByte großen SSD sda mit dem im Wurzelverzeichnis des Dateisystems eingebundenen Betriebssystem auf der ersten Partition sda1 und einem Swap-Bereich auf der zweiten Partition sda2. Auf dem zweiten Datenträger sdb liegt nur die Partition sdb1 mit den in /home eingebundenen Daten der Benutzer.

Mit einer Kapazität von nur 7,4 GByte sticht die im Kartenleser eingelegte SD-Karte mit der Geräte-ID sde klar hervor. Mit diesen Informationen gehen Sie an die Installation des RasPi-Systems auf der SD-Speicherkarte.

Wechseln Sie nun zurück zum Terminal und navigieren Sie mit cd in den Ordner mit der heruntergeladenen Image-Datei (Listing 3, Zeile 1). Mit ls kontrollieren Sie, dass Sie sich im richtigen Ordner befinden (Zeile 2). Anschließend entpacken Sie mit gunzip das Archiv (Zeile 4).

Listing 3

 

$ cd ~/Downloads
$ ls -a OpenELEC*
OpenELEC-RPi.arm-5.0.6.img.gz
$ gunzip OpenELEC-RPi.arm-5.0.6.img.gz
$ ls -a OpenELEC*
OpenELEC-RPi.arm-5.0.6.img  OpenELEC-RPi.arm-5.0.6.img.gz
$ sudo dd if=OpenELEC-RPi.arm-5.0.6.img of=/dev/sde bs=1M
$ sync

Ein erneuter Blick ins Dateisystem mit ls bestätigt den Erfolg der Aktion (Zeile 5). Abschließend schreiben Sie mit dem Befehl dd aus Zeile 7 die Image-Datei auf die Speicherkarte, das Ziel passen Sie an die Ausgabe von lsblk an. Das abschließende sync sorgt dafür, dass der PC alle Zwischenspeicher leert und auf den Datenträger schreibt.

MacOS X

Auf dem Mac benötigen Sie ebenfalls keine zusätzlichen Packprogramme oder Disk-Image-Tools, die in MacOS X enthaltenen Bordmittel reichen zum Kopieren der RasPi-Software aus. Zuerst einmal müssen Sie allerdings auch auf dem Apple-Rechner das heruntergeladene Archiv entpacken. Suchen Sie sich dazu im Finder das GZ-Archiv heraus und öffnen Sie es mit einem Doppelklick. Alternativ erledigen Sie diese Aufgabe mit kommerziellen Packprogrammen aus dem Mac Appstore wie StuffIt Expander [7] oder The Unarchiver [8].

Anschließend benötigen Sie den BSD-Namen der zu beschreibenden Speicherkarte. Legen Sie diese dazu in den Kartenleser ein und öffnen aus dem Apple-Menü heraus über die Punkte Über diesen Mac | Weitere Informationen... den Systembericht.

Darin wählen Sie in der Seitenleiste Hardware | Volumes an, suchen aus der Auswahlliste die Speicherkarte heraus und merken sich die hinter BSD-Name ausgegebene Geräte-ID in der Art von disk1s1 (Abbildung 5). Wichtig ist an dieser Stelle nur die Nummer hinter "disk", also in diesem Fall die "1". Die Systempartition beginnt üblicherweise mit einer Null.

Abbildung 5: Der Systembericht verrät zahlreiche Details zu der im Mac verbauten Hardware. Wichtig ist hier der BSD-Name der Speicherkarte.

Nun geht es mit Kommandos ohne eine grafische Oberfläche weiter. Starten Sie dazu über das Dock unter Programme | Dienstprogramme ein Terminal. Anschließend hängen Sie das Laufwerk mit dem ersten Befehl aus Listing 4 aus und schreiben danach die Image-Datei auf die Speicherkarte.

Listing 4

 

$ sudo diskutil unmount /dev/disk1s1
$ sudo dd if=OpenELEC-RPi.arm-5.0.6.img of=/dev/disk1 bs=1M
1850+0 records in
1850+0 records out
1939865600 bytes transferred in 903.551115 secs (2146935 bytes/sec)

Den Pfad und den Namen des zu kopierenden Images sowie das Ziel-Laufwerk passen Sie selbstverständlich an Ihre Situation an. Der Vorgang braucht je nach Geschwindigkeit der SD-Karte und Umfang des Images üblicherweise etwa 10 bis 15 Minuten. Achten Sie bei der Eingabe des Kommandos ganz besonders auf die Angabe beim Laufwerk: Bei Fehlern droht Ihnen der Verlust wichtiger Daten.

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