Das C-Berry-Display als Touchscreen

© Nakit Jaroonsrirak, 123RF

Anfassen erlaubt

Das LCD-Modul C-Berry ist zu einem vollwertigen Touchscreen herangewachsen, der sich für grafische Ausgaben auf kleinsten Raum eignet und nun auch das Steuern berührungsgeführter Anwendungen erlaubt.

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Ein kompaktes LCD-Display verhilft dem RasPi bei Projekten auf engstem Raum zu ansprechenden grafischen Ausgaben. Mit dem C-Berry Touch steuern Sie Anwendungen auch per Berührungseingabe, was die Einsatzmöglichkeiten des RasPi erheblich erweitert. Die Touch-Bedienung des C-Berry-Displays soll nun einen skriptgesteuerten MP3-Player auf eine neue Stufe heben.

Das C-Berry Touch von Admatec ist bis auf das Touch-Panel im Grunde identisch mit dem in RPG 04/2014 vorgestellten LCD-Modul C-Berry [1]. Das 3,5 Zoll große LC-Display mit 320 x 280 Pixeln kann 65 536 Farben wiedergeben. Als Grafikcontroller dient ein RA8870. Die Dokumentation liegt dem Softwarepaket zum C-Berry Touch bei [2]. Will man eigene Anwendungen programmieren, erweist sich das Datenblatt als unverzichtbar. Beispielprogramme des Herstellers helfen über die ersten Hürden.

Sie stecken das Display mit dem mitgelieferten Adapter auf die GPIO-Schnittstelle des RasPi. Im Test verwendeten wir ein Modell B+ mit 40-poliger GPIO-Steckbrücke. Da deren erste 26 Pins identisch zum Modell B belegt sind, passt der C-Berry-Adapter auch auf die neue RasPi-Version [3]. Beim B+ verdeckt die Platine zwar die ID-EEPROM-Anschlüsse und den GPIO-Pin 05, die Pins 31 bis 40 lassen sich jedoch uneingeschränkt weiter nutzen. Auf diese Weise stehen acht GPIO-Pins sowie zwei GND-Pins für zusätzliche Aufgaben zur Verfügung. Zudem schleift der Adapter 10 GPIO-Pins zu Kontakten auf seiner Oberfläche durch – eine geeignete Steckbrücke müssen Sie gegebenenfalls aber selbst anlöten.

Wie seine Schwester ohne Touch-Panel benötigt das C-Berry Touch keine zusätzliche Stromversorgung und bezieht seine Versorgungsspannung ausschließlich via GPIO-Schnittstelle. Das Display genehmigt sich gerade einmal 30 mA, der Großteil des Strombedarfs geht mit 320 mA an die LED-Hintergrundbeleuchtung. Deren Stärke lässt sich jedoch softwaregesteuert anpassen. Das Touch-Panel funktioniert auf Basis einer resistiven, vieradrigen Folie. Anders als bei kapazitiven Touch-Panels, wo bereits eine Berührung genügt, müssen Sie hier schon ordentlich pressen.

Ikea lässt grüßen

Das Display besteht aus drei Teilen: dem 76,9 mm breiten, 63,9 mm hohen und 8,2 mm tiefen LCD-Modul, einem 26-poligen Adapter für den GPIO-Port sowie dem Verbindungskabel zwischen Adapter und Display. Zum Zusammenbau benötigen Sie kein Werkzeug: Sie stecken lediglich das Flachbandkabel in die entsprechenden Anschlussleisten auf Display und Adapter, wobei wie in Abbildung 1 die silbernen Kontakte zu sehen sein müssen.

Abbildung 1: Der Zusammenbau des C-Berry gelingt ohne Werkzeug und fällt recht leicht.

Den RasPi vorbereiten

Für den Test des Displays lief auf dem RasPi das offizielle Raspbian-Image [4] in der Version vom Juni 2014. Nach dem ersten Start sollten Sie das Betriebssystem grundsätzlich per Apt-get auf den neuesten Stand bringen (Listing 1, Zeile 1 und 2). Da die Treiber für das C-Berry Touch auf der Bcm2835-Bibliothek basieren, laden Sie im nächsten Schritt den aktuellen Quellcode von der Webseite der Entwickler [5] herunter und kompilieren ihn (Listing 1 ab Zeile 4).

Listing 1

 

$ sudo apt-get update
$ sudo apt-get upgrade
[...]
$ tar xvfz bcm2835-1.37.tar.gz
$ cd bcm2835-1.37
$ ./configure
$ make
$ sudo make install

Nach dem Einrichten der Bcm2835-Bibliothek steht der Nutzung des C-Berry Touch nichts mehr im Weg. Der Hersteller Admatec stellt ein Software- und Dokumentationspaket für das Display auf seiner Webseite [2] bereit. Es enthält Beispielprogramme, die zeigen, wie sich die grafischen Grundfunktionen zum Ausgeben von Bitmap-Dateien, zum Zeichnen geometrischer Figuren und für Textausgaben ansprechen lassen. Auch für ein Framebuffer-Device liegt ein Programmbeispiel bei. Damit nutzen Sie das Display als Ausgabe für X11 oder – eingeschränkt – auch für Videoplayer.

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