
Abbildung 4: Das Beispiel der Gesamtsicht des AHT20 verdeutlicht, dass sich die einzelnen Sensoren kaum erkennen lassen.

Abbildung 5: Der zu den AHT20-Sensoren gehörende Ausschnitt fördert Schwankungen von einem halben Grad zutage.
Daneben erweist sich der Vergleich mit dem Durchschnitt aller Sensoren als interessant. In Abbildung 6 sehen Sie, dass die AHT20-Exemplare des Autors die Temperatur eher unterschätzten. Eine generelle Schlussfolgerung daraus abzuleiten, wäre angesichts von nur vier Sensoren im Test unseriös.

Abbildung 6: Im Vergleich zum Durchschnitt der übrigen Testkandidaten zeigt sich, dass die AHT20-Modelle die Temperatur eher zu niedrig einschätzen.
In der Disziplin “Abweichung vom Mittel” schnitt der teuerste Sensor SHT45 am besten ab, aber auch die preiswerten DS18B20 erzielten ähnliche Genauigkeitswerte. Die Unterschiede bei der Luftfeuchte fielen etwas größer aus, wobei selbst schlechte Exemplare nicht mehr als 6 Prozentpunkte vom Durchschnitt entfernt lagen. Den Luftdruck messen nur die Bosch-Sensoren, und das sehr gut. Üblicherweise verfehlen sie den offiziellen Luftdruck um nur 1 bis 2 hPa.
Empfehlungen und Fazit
Die Auswahl des Sensors sollte sich nach dem Messbereich und der notwendigen Genauigkeit richten. Der Preis spielt für die Einsatzzwecke im Heimbereich weniger eine Rolle. Außerdem wirkt sich der Griff zur teuren Variante wahrscheinlich weniger auf das Messergebnis aus als die Art und Weise, wie Sie den Sensor betreiben. Als “Zweitmeinung” bieten sich ein paar der erschwinglichen DS18B20-Modelle an.
Achten Sie unbedingt auf die Trennung von Sensoren und Störquellen. Ein Sensor auf einem Pi-HAT liefert stets falsche Daten. Selbst ein per Kabel am RasPi angeschlossener Sensor bekommt auf Dauer zu viel Abwärme ab. Der Einplatinenrechner gibt also keine gute Basis für Messungen ab, selbst wenn viele Anbieter dafür komplette Boards anbieten.
Idealerweise sollte sich der Messrechner zwischen den Messintervallen abschalten. Kommt das nicht infrage, schicken Sie am besten zumindest den Sensor in den Schlafmodus, denn viele Sensoren verlieren an Genauigkeit, sobald sie dauernd im Messmodus laufen. Ein genaueres Studium des Datenblatts bringt Sie diesbezüglich weiter. Im Zweifel kontrollieren Sie den Treiber, denn er setzt bei der Initialisierung mitunter wohlmeinend ein paar für den angepeilten Zweck suboptimale Einstellungen.
Richtig betrieben, taugen alle getesteten Sensoren für die Messung von Temperatur, Luftfeuchte und Luftdruck. Der SHT45 erringt die Krone des Messkönigs, der BME280 die des Allrounders (mit Abstrichen bei der Genauigkeit). Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet der DS18B20. Beim BMP280 müssen Sie zwingend die Initialisierung im Treiber kontrollieren. Arduino arbeitet hier vorbildlich mit einer Reihe von wählbaren Presets, die sich an die Empfehlungen des Datenblatts halten.
Aufschlussreichere Ergebnisse dürfte eine geplante zweite Messkampagne im Winter mit seinen viel niedrigeren Temperaturen liefern. Die Ergebnisse finden Sie dann wieder im Github-Projekt [5]. (csi)
Infos
- Normalverteilung: https://de.wikipedia.org/wiki/Normalverteilung
- Datenloggers: https://github.com/bablokb/pcb-pico-datalogger
- Pandas: https://pandas.pydata.org
- Matplotlib: https://matplotlib.org
- Testergebnisse: https://github.com/bablokb/sensor-test





