Auf dem 64-Bit-ARM-Laptop Pinebook Pro laufen zahlreiche Betriebssysteme, von Linux und BSD-Derivaten bis hin zu Android.
Bestellen konnte man das Pinebook Pro [1] schon länger, doch wegen der Corona-Krise war der chinesische Hersteller Pine64 erst Anfang Mai 2020 in der Lage, sein 64-Bit-ARM-Notebook auch wirklich auszuliefern.
Im Online-Shop des Anbieters kostet das Pinebook Pro 199,99 US-Dollar, einen Adapter für eine NVMe-SSD (6,99 US-Dollar) und ein Kabel für die serielle Konsole (ebenfalls 6,99 US-Dollar, Anschluss über die Kopfhörerbuchse) sollte man gleich mitbestellen. Die Versandkosten nach Europa schlagen mit weiteren 39 US-Dollar zu Buche, an Zollgebühren fallen noch einmal 56,66 Euro an. Somit gilt es, je nach Wechselkurs rund 280 Euro zu investieren.
Ausgepackt
Das Notebook kommt gut verpackt in einer gefütterten Versandtasche in zwei festen Kartons. Mit zum Lieferumfang gehört ein 15-Watt-Netzteil mit Aufsätzen für europäische und amerikanische Steckdosen (siehe Tabelle “Technische Daten”). Ein ausführliches Wiki erklärt den Aufbau und die Bedienung des Laptops sehr genau [2].
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Abmessung |
22 x 33 x 1,4/2,0 cm (dünnste/dickste Stelle) |
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Display |
IPS-Panel (14 Zoll, 1920 x 1080 Pixel, 16:9) |
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CPU |
Rockchip RK3399 (zwei A72- und vier A53-Kerne) |
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GPU |
Mali T860 MP4 |
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RAM |
4 GByte LPDDR4 |
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Disk |
64 GByte eMMC (Standard), Austausch gegen 16/32/128-GByte-Module möglich |
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Akku |
LiPo, 10 000 mAh |
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WLAN/Bluetooth |
IEEE 802.11ac, Bluetooth 5.0 |
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USB |
USB-C 3.2, USB 2.0, Power (5 V/3 A), Video (4K, 60 Hz) |
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Lautsprecher, Mikrofon |
jeweils 2 |
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Kamera |
2 Megapixel |
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Tastaturlayout |
US oder UK |
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Ladebuchse für Netzteil |
5 V, 3 A |
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Gehäuse |
Magnesiumlegierung |
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Gewicht |
1,26 kg |
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Sonstiges |
Kopfhörer über DIP-Schalter als serielle Schnittstelle konfigurierbar, Micro-SD bootfähig |
Nach dem Auspacken geht es an die Montage des NVMe-Adapters, wozu es das Gehäuse mittels zehn winziger Schrauben zu öffnen gilt. Im Inneren (Abbildung 1) lässt sich die modulare Bauweise gut erkennen, die ein einfaches Austauschen aller Bestandteile ermöglicht. Einen Lüfter gibt es nicht, daher arbeitet das Gerät lautlos.

Abbildung 1: Das Pinebook Pro von innen: links oben die NVMe-SSD, links unten das Mainboard mit der CPU (abgeklebt) und der eMMC-Speicher (64 GByte).
Der Einbau der Adapterplatte für die SSD stellt kein Problem dar, das extrem flache Verbindungskabel wird an zwei sehr kleinen Klemmkontakten fixiert. Als NVMe-SSD kam in unserem Test eine WDS250G2B0C von Western Digital zum Einsatz. Bei der Karte muss es sich um eine M.2-2280/2260/2240/2230 mit NVM-Express-Protokoll handeln, SATA-Modelle unterstützt das Pinebook Pro nicht. Um statt vom eingebauten eMMC-Speicher direkt von der SSD zu booten, müssen Sie zuerst das 128-Mbit-SPI flashen; eine Anleitung dazu finden Sie im Pine64-Forum [3].
Erster Start
Als Betriebssystem hat der Hersteller Manjaro Linux mit KDE Plasma in der 64-Bit-Version (AArch64) installiert. Nach dem ersten Start des Pinebook Pro meldet sich ein Einrichtungsassistent, der die üblichen Angaben zu Benutzernamen, Passwort, Zeitzone etc. abfragt. Danach ist der kleine Laptop sofort einsatzbereit.
Das WLAN ist allerdings noch ausgeschaltet – kein Problem, lässt es sich doch über einen Hardware-Schalter aktivieren. Dasselbe gilt für Bluetooth sowie Kamera und Mikrofon. Das Betriebssystem kann diese sogenannten Privacy Switches nicht beeinflussen. Zum Aktivieren der entsprechenden Funktion muss man die mit dem Pine-Logo bedruckte Super-Taste sowie [F10]+[F11] beziehungsweise [F12] zwei Sekunden lang drücken. Eine LED zeigt den jeweiligen Status an. Nach dem Einschalten vom WLAN/Bluetooth fällt entweder ein Neustart des Rechners an, oder Sie schalten die Funktionen mithilfe der Kommandos aus Listing 1 auf der Konsole an.
Listing 1
$ echo 'fe310000.dwmmc' | sudo tee /sys/bus/platform/drivers/dwmmc_rockchip/unbind $ echo 'fe310000.dwmmc' | sudo tee /sys/bus/platform/drivers/dwmmc_rockchip/bind
Den im Pinebook Pro verbauten ARM-Prozessor des Typs Rockchip RK3399 setzt Pine64 auch in mehreren anderen Produkten ein, wie etwa dem SBC RockPro64. Seine Rechenkerne arbeiten nach dem Big-Little-Prinzip: Zwei starke Cortex-A72-Kerne arbeiten mit vier sparsameren Cortex-A53-Kernen zusammen.
Eine Ethernet-Buchse sucht man am Pinebook Pro vergeblich, dafür gibt es auf der linken Seite eine USB-C-Buchse (Abbildung 2). Dort lässt sich ein USB-C-Dock mit Lademöglichkeit (5 V, 3 A), Ethernet, externem Monitor und anderen Interfaces anschließen. Ein per DisplayPort angeschlossener externer Bildschirm kann das Bild in 4K-Auflösung bei 60 Hz darstellen.

Abbildung 2: Die Schnittstellenausstattung des Pinebook Pro. Auf der linken Geräteseite finden sich die Stromversorgung sowie je ein USB-3- und USB-C-Anschluss (oben). Auf der rechten Seite finden ein Steckplatz für eine SD-Karte sowie die Kopfhörerbuchse und eine USB-2-Port Platz.
Software
Der KDE-Plasma-Desktop von Manjaro gefällt durch einen angenehm dunklen Stil. Als GPU-Treiber zum Beschleunigen des Desktops und der Applikationen dient der freie Treiber Panfrost, der durch Reverse Engineering der Mali-Treiber entstand.






