Listing 3
dtoverlay=sdtweak,overclock_50=100 dtoverlay=disable-bt dtoverlay=disable-wifi
Unbedenklich sind dagegen Änderungen, die einzelne Funktionsblöcke deaktivieren (Listing 3, Zeile 2 und 3). Das setzt jedoch voraus, dass Sie Bluetooth beziehungsweise WLAN nicht benötigen. Sobald Sie Bluetooth abschalten, funktioniert auch der Zugang zur Konsole über die Pins 14 und 15 (RX/TX<) mit einem USB-Serial-Adapter wieder. Das ist besonders wichtig, wenn Sie sich durch das Abschalten des WLANs quasi selbst aussperren. Die Ergebnisse zeigen aber, dass sich hier nicht wirklich viel herausholen lässt.
Unabhängig von diesen Änderungen, die normalerweise aktive Funktionen abschalten, gibt es noch Optionen in der Datei für I2C und SPI, die bei einem Standard-Raspbian deaktiviert sind. Diese Schnittstellen schalten Sie nur ein, wenn Sie sie benötigen.
Fazit
Wie der Artikel zeigt, lassen sich die Boot-Zeiten von RasPis deutlich verkürzen. Ein Vergleich mit dem RasPi 3B bestätigt die Vermutung, dass schnellere Hardware bei sonst gleichen Bedingungen auch schneller bootet. Die im Wildkamera-Blog [1] beschriebene Zeit von einer Sekunde scheint aber eher unglaubwürdig: Selbst mit einem hochoptimierten Kernel benötigt der SBC einfach eine gewisse Zeit zum Initialisieren.
Wer für sein Einsatzszenario das Netzwerk benötigt, kommt nicht ganz so billig weg. Aber auch hier helfen einzelne Maßnahmen, etwa eine feste IP-Adresse oder eine kabelgebundene Verbindung. Außerdem gibt es viele unnötige Services, die zwischen local-fs.target und multi-user.target starten. Sie lassen sich bedenkenlos abschalten. Einen Anhaltspunkt gibt die nicht mehr ganz aktuelle Liste aus dem Wildkamera-Blog. Im Zweifel hilft wieder das System-Analyze-Tool dabei, die Bremser im System zu identifizieren: Die manchmal eher kryptischen Namen der Services sagen nichts über ihre tatsächliche Wichtigkeit aus.
Auch Nutzer, die das System mit einer Batterie betreiben, profitieren von den hier vorgestellten Maßnahmen. Solche Systeme fahren meist nur bei Bedarf hoch, erledigen ihren vorgesehenen Job und legen sich dann wieder schlafen. Je kürzer die Boot-Zeit und je weniger Services anlaufen, umso weniger belastet der Vorgang die Batterie. (tle/jlu)
Der Autor
Bernhard Bablok arbeitet bei der Allianz Technology SE als SAP-HR-Entwickler. Wenn er nicht Musik hört oder mit dem Rad respektive zu Fuß unterwegs ist, beschäftigt er sich mit Themen rund um Linux, Programmierung und Kleincomputer. Sie erreichen ihn unter mailto:[email protected].
Infos
- “Fast Boot with Raspberry Pi”: https://himeshp.blogspot.com/2018/08/fast-boot-with-raspberry-pi.html
- Stopwatch-Projekt: https://github.com/bablokb/pi-stopwatch
- USB-Powerswitch: https://www.tindie.com/products/8086net/usb-power-switch/





