Mit Maus und Tastatur im weiß-roten Raspberry-Look macht die Raspberry Pi Foundation das eigene Angebot an Peripheriegeräten für den Mini-Rechner komplett.
Mit der Anschaffung eines Raspberry Pi bekommt der Anwender praktisch einen kompletten Rechner. Von der CPU über eine GPU bis hin zu den WLAN- und Bluetooth-Modulen steckt alles auf der knapp 9 mal 6 Zentimeter großen Platine, was einen aktuellen Computer ausmacht. Die Interaktion mit dem Gerät erfordert allerdings noch Ein- und Ausgabegeräte. Ein offizielles Display führt die Raspberry Pi Foundation bereits seit geraumer Zeit in ihrem Programm, auch eine Kamera gibt es schon länger.
Mit der jetzt vorgestellten Kombination aus Maus und Tastatur macht die Foundation das Angebot komplett. Die Eingabegeräte lassen sich über die üblichen Vertriebskanäle der Raspberry Pi Foundation ordern. Der Preis für die Tastatur liegt bei 17,99 Euro, die Maus kostet noch mal 8,39 Euro extra. Die Versandkosten betragen je nach Händler rund 5 Euro.
Sowohl die Tastatur als auch die Maus gibt es in der für den Raspberry Pi typischen Farbgebung in Weiß und Rot, passend zum Originalgehäuse, sowie in einer schwarz-grauen Variante. Neben der Farbwahl signalisiert das Himbeer-Logo auf der Super-Taste (beim PC Windows-Taste genannt) die Zugehörigkeit zur RasPi-Welt.
Maus und Tastatur
Die kompakte Tastatur im Format 121,6 x 284,8 x 20,3 mm (H x B x T) bietet Platz für 79 normal große Tasten. Nur die Tasten [+]+ und [#]+ links neben der Eingabetaste sowie die Pfeiltasten rechts unten fallen ein wenig kleiner aus als üblich (Abbildung 1). Platz für einen Zehnerblock bietet diese Bauform allerdings nicht. Zusammen mit der Funktionstaste [Fn]+ bieten manche Tasten eine zusätzliche Belegung, um beispielsweise [F11]+[F12] oder [S-Abf] einzugeben. Die LEDs zur Anzeige des Status von Num-, Caps- und Shift-Lock stecken nicht in den Tasten selbst, sondern befinden sich rechts oben im Rahmen des Gehäuses.

Abbildung 1: Mit einer Tastatur und einer Maus rundet die Raspberry Pi Foundation das Peripherieangebot rund um den Mini-Rechner ab.
Der Hub der Chicklet-Tasten beträgt nur wenige Millimeter, dennoch schreibt es sich auch über längere Zeit angenehm. Wer gern auf der Tastatur eines flachen Notebooks tippt, kommt auch mit der Raspberry-Tastatur zurecht. Ausklappbare Füßchen zum Variieren des Neigungswinkels gibt es zwar nicht, doch die Tastatur steht aufgrund des auf der Rückseite dickeren Gehäuses von Haus aus leicht angestellt auf dem Schreibtisch.
Im Vergleich zu ähnlich kompakt gebauten Tastaturen anderer Hersteller integriert die Raspberry-Tastatur einen passiven USB-Hub mit drei USB-2.0-Ports des Typs A (Abbildung 2). So lässt sich an die Tastatur beispielsweise die Maus sowie ein USB-Stick hängen. Das spart weitere Strippen zum Raspberry Pi und Gefummel beim Anstecken an die Platine – besonders, wenn man für Experimente ohne schützendes Gehäuse arbeitet. Die maximale Datenrate eines am Hub angeschlossenen USB-Laufwerks unterscheidet sich nicht von jener eines am RasPi betriebenen Exemplars.

Abbildung 2: Über den integrierten USB-2.0-Hub lassen sich weitere Geräte ohne weitere Strippen zum Rechner anschließen, wie hier die Raspberry-Maus.
Tastatur mit USB-Hub
Die Tastatur selbst wirkt hochwertig verarbeitet. Der verwendete Kunststoff wirkt haptisch identisch zu jenem des offiziellen RasPi-Gehäuses der Foundation. Die Tastatur lässt sich allerdings mit relativ geringem Kraftaufwand verwinden. Beim Herumtragen dürfte das im Alltag aufgrund des geringen Gewichts der Tastatur (269 Gramm) jedoch kaum auffallen.
Der Anschluss an den Raspberry Pi erfolgt über ein abnehmbares USB-Kabel an die Micro-USB-Buchse der Tastatur. Verlockend wäre es, die Tastatur mit dem Netzteil zu verbinden und dann den RasPi über eine der USB-Buchsen mit Strom zu versorgen. So klappt das aber nicht: Sie müssen den Raspberry Pi zwingend an das Netzteil anschließen und die Tastatur dann an einen der USB-Ports des RasPi hängen.
Im Vergleich zu einer gängigen Computertastatur bietet das Raspberry-Keyboard laut Aussagen der Foundation den Vorteil, dass das Originalzubehör automatisch seine Tastenbelegung an das Raspbian-System übermittelt. Richten Sie das Betriebssystem initial ein, dürfen Sie daher die Lokalisierung an dieser Stelle überspringen.
Das verhindert auch den Fauxpas, ein kryptisches WLAN-Passwort mit Sonderzeichen und Umlauten auf der “falschen” Tastatur eingeben zu müssen – so zumindest die Theorie. In der Praxis wusste ein frisch aufgesetztes Raspbian 2019-04-08 nach dem Start allerdings noch nichts von der deutschen Tastaturbelegung, erst nach dem entsprechenden Schritt im Einrichtungsassistenten passte die Lokalisierung.
Bastelprojekt
Das Gehäuse der Raspberry-Tastatur weist eine leichte Keilform auf, um auf der Rückseite Platz für die drei USB-Anschlüsse zu schaffen. Im Inneren bleibt dadurch ausreichend Raum für einen Pi Zero. In einem ausführlichen Beitrag beschreibt das englischsprachige Blog Howchoo.com, wie man den Mini-Pi samt 2000-mAh-Akku und Ladeelektronik in die Tastatur einbaut – mit ein wenig Löten sogar komplett ohne externe Verkabelung [4].
Die Raspberry-Maus
Bei der Raspberry-Maus fehlen im Vergleich zur Tastatur Anpassungen an den Betrieb an einem Raspberry Pi. Von der Funktion unterscheidet sie sich nicht von einer Maus aus der Grabbelkiste eines Elektronikhändlers (Abbildung 3). Die Größe ist so gewählt, dass eine “normale” Hand die Maus mehr oder minder unter sich begräbt. Mit einem Gewicht von 105 Gramm gehört die Maus eher zu den Leichtgewichten, ein wenig mehr Speck auf den Rippen würde das Bediengefühl verbessern.

Abbildung 3: Im Vergleich zur Tastatur hinterlässt die RasPi-Maus einen weniger guten Eindruck: Sie liegt zu leicht in der Hand und fühlt sich sehr einfach verarbeitet an.
Die Maus arbeitet mit zwei Tasten, eine dritte liegt unter dem gummierten Mausrad. Das bewusst kurz gehaltene Anschlusskabel reduziert beim Anschluss an den USB-Hub der RasPi-Tastatur das Kabelgewirr auf dem Schreibtisch. Material, Haptik und die Verarbeitungsqualität gleichen dem der Tastatur. Auf Glastischen oder anderen sehr unstrukturierten Oberflächen funktioniert der optische Sensor der Maus nicht; in solchen Fällen brauchen Sie ein Mauspad.
Fazit
Mit der offiziellen RasPi-Tastatur bietet die Foundation dem Käufer einen echten Mehrwert. Das Keyboard fällt kompakt aus und blockiert somit auf dem Schreibtisch wenig Platz, selbst wenn dort noch Monitore und eine herkömmliche Tastatur für den Desktop-Rechner stehen. Der integrierte USB-Hub erlaubt den direkten Anschluss weiterer Geräte – ideal, wenn man den Raspberry Pi beim Basteln ohne Gehäuse und somit ungeschützt betreibt. Alternative Keyboards mit ähnlichem Formfaktor und integriertem USB-Hub gibt es ansonsten kaum auf dem Markt – uns fällt lediglich die Periboard-409U von Perrix [3] ein.
An der Maus hingegen scheiden sich die Geister: Im Handel finden sich zu einem ähnlichen Preis mindestens gleichwertige, wenn nicht sogar bessere Zeigegeräte. In Sachen Farbgebung und Material passt sich die Pi-Maus allerdings sehr gut in die Raspberry-Pi-Landschaft ein. Steht schon ein RasPi im weiß-roten Originalgehäuse sowie die Raspberry-Tastatur auf dem Schreibtisch, muss eigentlich auch die Maus daneben ins Bild passen.






