Die Steckdose direkt aus dem Internet über einen durchgeschleiften Port anzusprechen, ist keine gute Idee, denn die Kommunikation verläuft unverschlüsselt. Ein VPN ins heimische Netz würde hier gegebenenfalls für mehr Sicherheit sorgen.
Für den ursprünglich geplanten Zweck als Wake-on-RTC-Ersatz eignet sich die Steckdose nicht optimal, da der zu kontrollierende Zeitraum mit einer Woche etwas kurz ausfällt. Solange der RasPi mindestens einmal die Woche bootet, stellt das aber keine echte Einschränkung dar.
Es bleibt zuletzt die Frage: Lohnt sich der Aufwand überhaupt? Die Steckdose zieht im ausgeschalteten Zustand 1 Watt, im Betrieb sogar 2 Watt. Es wäre möglich, dass es sich hier um einen Effekt beim Messen oder Runden handelt (zum Beispiel 1,4 Watt aus, 1,6 Watt an), aber der Verbrauch der Steckdose wirkt sich aus.
Für den RasPi alleine lohnt sich der Aufwand auf keinen Fall, es kommt also entscheidend auf den Verbrauch der angeschlossenen Peripherie an. Hängt etwa ein aktiver Hub am RasPi und darüber eine Festplatte sowie ein DVB-Stick, dann steigt der Verbrauch auf ein Vielfaches der 2 Watt, die der Plug alleine zieht.
Schade, dass es keinen offenen Zugang zum Betriebssystem der Steckdose gibt: Der eingebaute Rechner bringt ja offensichtlich genügend Leistung für den zwar kleinen, aber doch fähigen Webserver Lighttpd mit. Mit offener Software wäre es sicher möglich, weitere Aufgaben direkt an die Dose zu delegieren – und wenn es nur das Verwalten von Schaltzeitpunkten jenseits des Zeitraums von einer Woche wäre.
Infos
- Geräte steuern: Marc Staller, “Morgenstund”, RPG 05/2014, S. 60, http://www.raspi-geek.de/32598
- Einfacher Python-Code zum Steuern der Steckdose: https://gist.github.com/wendlers/a5fc0bf06bbe656c7291
- Steuern der Edimax-Dosen mit C#: https://github.com/contrequarte/SmartPlugSP2101W
- Python-Bibliothek zum Steuern von Edimax-Steckdosen: https://github.com/bablokb/ediplug
- SMS-Versand: Bernhard Bablok, “Robuster Oldie”, RPG 02/2016, S. 40, http://www.raspi-geek.de/36000






