Zum gelegentlichen Messen genügt ein Taschenoszilloskop wie das DSO112A von JYE-Tech, das im Vergleich zu Konkurrenten einige Vorteile bietet.
Ein Oszilloskop gehört im Prinzip in jedes Elektroniklabor. Bereits ab 20 Euro gibt es entsprechende Hardware, etwa das DSO112A, ein Beispiel für ein Speicheroszilloskop im handlichen Format (Abbildung 1). Mit diesem Gerät lassen sich die Daten aus einer Vielzahl von Sensoren schnell und unkompliziert anzeigen und auswerten.

Abbildung 1: Das Taschenoszilloskop DSO112A bietet die Möglichkeit, das Elektroniklabor um ein handliches, aber vielseitiges Messgerät zu erweitern.
Wahl des Oszilloskops
Drei Komponenten bestimmen maßgeblich die Kosten eines Oszilloskops: zum einen die Mechanik, also gute Schalter und ein stabiles Gehäuse, und zum anderen die Größe des Displays. Bei Frequenzen über 1 MHz und bei hohen Anforderungen an die Genauigkeit des Messverstärkers steigt der Preis für die Elektronik stark an. Profis kommen um Geräte mit Grenzfrequenzen deutlich über 10 MHz nicht herum. Die Preise solcher Geräte beginnen bei mehreren Hundert Euro. Benötigen Sie jedoch das Oszilloskop nicht täglich, genügt in der Regel ein Taschenoszilloskop.
Manche der kompakten Oszilloskope verzichten auf das Display; Sie schließen sie direkt an einen Rechner an. Das Steuern mit der Maus bietet dann zwar viele Möglichkeiten, ist aber im Hinblick auf die Ergonomie nicht zu empfehlen. Je nach Umgebung erweist sich die Kombination etwa mit einem Notebook ebenfalls als hinderlich. Besonderes Augenmerk sollten Sie darauf legen, ob und wie Daten vom Oszilloskop auf den Rechner gelangen. Bei einigen Geräten fehlt die Schnittstelle ganz, andere übertragen nur Screenshots. Das Modell DSO112A [1] der Firma JYE-Tech bietet dagegen zahlreiche Möglichkeiten, die sich in der Praxis als vorteilhaft herausstellen.
DSO112A
Das DSO112A geht für deutlich weniger als 100 Euro über den Ladentisch (Stand Ende 2020). Die nur wenige Millimeter großen MCX-Buchsen sind hochwertig und ausreichend, wenn Sie das Gerät nur sporadisch nutzen. Dem Kit liegen ein MCX-BNC-Adapterkabel sowie ein Kabel mit Krokodilklemmen bei, das am anderen Ende über einen MCX-Stecker verfügt (Abbildung 2).

Abbildung 2: Das DSO112A kommt in einem Set mit Kabeln zum Anschluss von Komponenten sowie einem Akku.
Der Tastkopf mit BNC-Anschluss verfügt sogar über einen 1:10-Abschwächer. Er lässt sich aber nicht kompensieren. Die Einstellschraube korrigiert lediglich den ohmschen Spannungsteiler, kleine Überschwinger durch kapazitive Fehlanpassung bleiben (Abbildung 3).

Abbildung 3: Im Test liest der Tastkopf des Oszilloskops ein 10-kHz-Signal bei einer Abschwächung von 1:10.
Ein etwas versteckter Schiebeschalter am oberen Rand trennt den Akku vom Gerät. Unterhalb des Displays befindet sich der einzige Taster. Er schaltet das Oszilloskop ein und aus. Alle anderen Funktionen aktivieren Sie über das drucksensitive Display. Zur Not genügt dafür ein Finger, einfacher bedient es sich mit einem kleinen Stift.
Eigenschaften
Das Oszilloskop verfügt über zwei Datenspeicher mit wahlweise 512 oder 1024 Punkten. Speichern Sie die Daten intern, stehen diese nach einem erneuten Einschalten bereit.
Am oberen Bildrand der 300 x 200 Pixel großen Anzeige markiert ein Balken, welchen Bereich des Speichers Sie gerade sehen. Eine horizontale Bewegung auf dem Display verschiebt das Fenster. Eine vertikale Bewegung stellt die Spannungsnulllinie ein, symbolisiert durch den kleinen Pfeil am linken Rand des Koordinatensystems.
Bei einer Auflösung von 8 Bit erkennt der Messverstärker Unterschiede von bis zu 50 Mikrovolt. Der Eingangswiderstand liegt bei 1 MOhm. Die Messspannung sollte 50 Volt nicht überschreiten. Zusammen mit dem 1:10-Tastkopf könnten Sie Netzspannungen bis zu 400 Volt überprüfen, zu empfehlen ist das aber nicht. Das Gerät ist zu leicht und steht nicht ausreichend stabil auf einer Unterlage, sodass ein Unfall möglich wäre.
Auf Wunsch blendet das Oszilloskop Messwerte wie Frequenz (für Einstellungen größer als 50 mV/Skt.) sowie minimale und maximale Spannung ein. Auch horizontale und vertikale Hilfslinien lassen sich bei Bedarf einblenden.
Testbild
Der DSO112A besitzt einen eigenen Testoszillator. Ab 1 Hz aufwärts stehen sieben Frequenzen zur Auswahl. Das 10-kHz-Rechtecksignal sehen Sie in Abbildung 4. Abbildung 5 zeigt das Ergebnis der Messung eines 1-MHz-Signals. Das Rechtecksignal erscheint als Sinuskurve, da die Hardware die Obertöne bei einer Abtastfrequenz von 2 MSamples/s nicht mehr registriert.





