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Aus Raspberry Pi Geek 10/2017

Schlankes Raspbian-Derivat DietPi (Seite 2)

Bunt und in Farbe

DietPi fährt beim ersten Start nach Abschluss eine installierte grafische Oberfläche nicht automatisch hoch, sondern verlangt zunächst am Prompt eine Anmeldung als Root. Anschließend geben Sie den Befehl startx ein, um den X-Server und im Gefolge die GUI – im Test den Maté-Desktop – zu starten. Wie das gesamte System haben die Entwickler auch den Desktop stark abgespeckt.

Die wichtigsten speziellen Werkzeuge zum Konfigurieren von DietPi finden Sie auf dem Desktop in Gestalt einiger Verknüpfungen wie DietPi-Config, DietPi-Launcher und DietPi-Software. Eine große Zahl weiterer Ncurses-Werkzeuge stecken zudem im Menü Anwendungen | Systemwerkzeuge.

Zunächst empfiehlt es sich, die Einstellungen zur Lokalisierung und – sofern problematisch – der Anzeige zu modifizieren. Dazu starten Sie über den Desktop oder das Menü Anwendungen | Systemwerkzeuge das Werkzeug DietPi-Config (Abbildung 3). Hier justieren Sie im Untermenü 1 Display Options die passenden Optionen nach. Benötigt das System dazu weitere Software wie die OpenGL-Unterstützung, zieht die Routine diese anschließend automatisch nach. Im Untermenü 5 Language/Regional Option wählen Sie die Einstellung Keyboard Change Keyboard Layout Setting und stellen über eine Aufklappliste das Layout der Tastatur ein.

Soll DietPi bei künftigen Starts ohne den Login-Bildschirm automatisch hochfahren und den grafischen Desktop öffnen, so passen Sie dies im Untermenü 9 AutoStart Options an. Über die beiden Einträge 7 Console: Automatic Login und 2 Desktops: LXDE/MATE/ALL stellen Sie den Startvorgang entsprechend ein.

Nach Abschluss der Konfiguration führt das Betriebssystem mit den neuen Einstellungen einen Warmstart aus.

Abbildung 3: Die Konfiguration von DietPi erledigen Sie über mehrere Dialoge. Allerdings ist das Interface unter Umständen gewöhnungsbedürftig.

Abbildung 3: Die Konfiguration von DietPi erledigen Sie über mehrere Dialoge. Allerdings ist das Interface unter Umständen gewöhnungsbedürftig.

Starthilfe

Mit dem DietPi-Launcher (Abbildung 4), den Sie ebenfalls in Gestalt einer Verknüpfung vom Desktop aus aufrufen, bietet das Debian-Derivat ein weiteres Tool zum Justieren des Systems.

Abbildung 4: Der Launcher eignet sich zur differenzierten Konfiguration des Systems.

Abbildung 4: Der Launcher eignet sich zur differenzierten Konfiguration des Systems.

Der Launcher erweist sich als ein Mix von Werkzeugen zum Aktualisieren und Verwalten von Paketen sowie für Konfigurationsarbeiten. Dazu ruft der Launcher im Wesentlichen die bereits erwähnten Dialoge auf. Von hier aus binden Sie außerdem externe Datenträger ein und regeln Cronjobs. Dazu stehen die Dialoge DietPi-Cron und DietPi-Drive_Manager bereit.

Mit dem Drive-Manager (Abbildung 5) werfen Sie nicht nur vorhandene Laufwerke aus, sondern löschen diese sicher oder formatieren sie bei Bedarf neu. Zusätzlich können Sie damit das Root-Dateisystem auf ein externes Medium kopieren oder die Daten von Anwendern aus dem laufenden System auf einen externen Datenträger übertragen.

Abbildung 5: Der Drive-Manager vereinfacht den Umgang mit externen Laufwerken.

Abbildung 5: Der Drive-Manager vereinfacht den Umgang mit externen Laufwerken.

Durch die Möglichkeit, ein Medium nur im Lese-Modus einzuhängen, bietet der Drive-Manager zudem bei bestimmten Anwendungen die Option, angeschlossene externe Laufwerke von Schreibvorgängen auszuschließen. Das verhindert ein versehentliches Löschen darauf abgelegter Inhalte.

Systematisches

Gerade beim RasPi mit seiner beschränkten Massenspeicherkapazität erleichtern einige weitere Werkzeuge die Systempflege, die Sie im Menü Anwendungen | Systemwerkzeuge finden. Dazu zählen insbesondere die Dialoge DietPi-Cleaner, DietPi-Backup und DietPi-Sync.

Während das Backup-Tool eine einfache Möglichkeit zum Sichern und Wiederherstellen von Daten bietet, dient das Sync-Werkzeug dazu, einzelne Verzeichnisse abzugleichen. Hier dürfen Sie die Verzeichnisse auswählen, beim Backup dagegen gibt es nur zwei Möglichkeiten: entweder sicheren Sie nur die Systemdateien oder zusätzlich auch jene der Anwender.

Der Cleaner hilft, das Betriebssystem von unnötigem Ballast zu befreien. In einem übersichtlichen Dialog wählen Sie die zu löschenden Inhalte und gewinnen so unter Umständen mehrere Hundert MByte freien Platz (Abbildung 6).

Abbildung 6: Der DietPi-Cleaner entsorgt unnötigen Datenballast. So gewinnen Sie unter Umständen mehrere Hundert MByte an Plattenplatz.

Abbildung 6: Der DietPi-Cleaner entsorgt unnötigen Datenballast. So gewinnen Sie unter Umständen mehrere Hundert MByte an Plattenplatz.

Fazit

Das Raspbian-Derivat DietPi glänzt durch ein wirklich genügsames Auftreten, verzichtet aber dabei keineswegs auf Benutzerfreundlichkeit. Über die gelungenen Ncurses-Werkzeuge verwalten Sie das System fast genauso einfach wie ein ausgewachsenes Raspbian. Die vorkonfigurierten Server-Dienste verwandeln selbst einen schmalbrüstigen RasPi 2 Modell B im Nu in ein vollwertiges Mediacenter oder einen Cloud-Server.

Durch den Zugriff auf die Raspbian-Repositories und eine entsprechende Auswahl an grafischen Desktops haben Sie zudem selbst in der Hand, wie Sie Ihren Raspberry Pi künftig nutzen wollen. Mit passender Software ausgestattet, eignet sich DietPi durchaus auch als solider Allrounder. 

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