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Aus Raspberry Pi Geek 04/2017

Pi-hole: Der Raspberry Pi als universeller Adblocker (Seite 2)

Listing 3

 

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Adblocker konfigurieren

Die Ende 2016 frisch renovierte Weboberfläche bietet Ihnen auf der Main Page nun eine Übersicht über das aktuelle Geschehen. Sie erhalten Informationen über die Anzahl der am aktuellen Tag blockierten Anzeigen, die Summe der DNS-Abfragen für denselben Zeitraum sowie eine Übersicht über die Größe der Liste der blockierten Domains. Deren Zahl steht aktuell bei über 100 000, die sich Werbenetzwerken oder Trackern zuordnen lassen. Über die Seitenleiste gelangen Sie zu den Einstellungen des Adblockers. Wichtig ist hier der Punkt Disable beziehungsweise Enable, über den Sie den Pi-hole-Filter schnell ab- und anschalten.

TIPP

Der aktuelle Status des Pi-hole-Blockers lässt sich über das Kommando /opt/pihole/chronometer.sh auch via Terminal abrufen. Das Skript zeigt die aktuelle Uptime und Systemlast des Raspberry Pi an, mitsamt der Größe der Filterdatei, der Anzahl der aktuellen Anfragen und der Summe der bisher gefilterten Anzeigen. Das Skript lässt sich über SSH aufrufen oder in Kombination mit einem kleinen Display (wie bei der Display T. Box von Pi3g) auch auf dem Bildschirm einsehen (Abbildung 7).

Abbildung 7: Das Chronometerskript zeigt fortlaufend aktualisierte Statusinformationen über Pi-hole wie hier auf einer Display-T-Box an.

Abbildung 7: Das Chronometerskript zeigt fortlaufend aktualisierte Statusinformationen über Pi-hole wie hier auf einer Display-T-Box an.

Im Query Log führt Pi-hole ein Protokoll mit Informationen darüber, welcher Rechner im Netz welche Domain angefragt hat. Möchten Sie diese Ansammlung an durchaus brisanten Informationen vermeiden, müssen Sie dies während des Setups entsprechend konfigurieren oder in den Settings den Schalter bei Display query logging umlegen. Beachten Sie jedoch, dass durch das Deaktivieren der Logs die Statistiken nicht mehr funktionieren. In den Settings lässt sich Pi-hole weitestgehend konfigurieren. So aktivieren Sie hier unter anderem einen DHCP-Server, tragen einen anderen Upstream-DNS ein oder starten Pi-hole über das Webfrontend neu (Abbildung 8).

Abbildung 8: Über die Weboberfläche lässt sich der Adblocker von Pi-hole umfangreich konfigurieren sowie die White- und Blacklist pflegen.

Abbildung 8: Über die Weboberfläche lässt sich der Adblocker von Pi-hole umfangreich konfigurieren sowie die White- und Blacklist pflegen.

Aktualisieren

Pi-hole aktualisiert die Filterliste automatisch einmal die Woche per Cronjob. Bei Bedarf laden Sie die Filterliste auch über die Seitenleiste und Update Lists von Hand neu. Updates für Pi-hole selbst müssen Sie manuell einspielen. Führen Sie dazu einfach das Einrichtungsskript erneut aus. Es erkennt die bestehende Installation und bietet Ihnen an, die aktuelle Konfiguration zu übernehmen. Pi-hole bietet zudem automatische Updates an. Diese müssen Sie allerdings im Cronjob unter /etc/cron.d/pihole durch Entfernen des Kommentarzeichens vor der entsprechenden Zeile gezielt aktivieren.

Über die Black- und Whitelist fügen Sie dem Werbeblocker einzelne Domains hinzu beziehungsweise klammern Seiten vom Filtern aus. Im Gegensatz zu ähnlichen Funktionen in klassischen Adblockern erlauben Sie über die Whitelist einer Seite jedoch nicht, Anzeigen darzustellen, um diese etwa dadurch zu unterstützen oder aufgrund von Anti-Adblock-Maßnahmen freizuschalten. So lässt sich beispielsweise der Online-Auftritt der “Bild”-Zeitung aufgrund von Anti-Adblock-Maßnahmen auch durch einen entsprechenden Eintrag in der Whitelist nicht aufrufen. Das gelingt erst durch einen Klick auf Disable, was allerdings den Adblocker für sämtliche Webseiten und für alle Nutzer im Netz abschaltet.

Fazit

Im Test erledigt Pi-hole seine Aufgabe als Werbefilter sehr zuverlässig. Da der Adblocker etablierte Filterlisten kombiniert, entfernt er die meisten Anzeigen genauso zuverlässig wie bekannte Adblocker-Plugins für Chrome oder Firefox. Seine Stärken spielt Pi-hole besonders auf mobilen Geräten aus, da zum Beispiel Chrome für Android bislang noch keine Erweiterungen unterstützt und man bei diesem Browser somit auf einen Werbeblocker verzichten muss. Zudem filtert Pi-hole auch Anzeigen aus Apps heraus. Allerdings gilt es, zu prüfen, ob der eigene WLAN-Router die DNS-Abfragen auch korrekt umleitet.

In der Praxis zeigt das System jedoch auch Schwächen. Einzelne Webseiten gezielt vom Adblocker auszuklammern gelingt trotz der Whitelist nicht so einfach wie bei einem klassischen Adblocker. In der Regel liegen Anzeigen ja nicht auf der Domain selbst, sondern bei einem Werbenetzwerk. So filtert Pi-hole trotz des Eintrags einer Webseite in der Whitelist dort Anzeigen heraus. Möchten Sie eine Webseite bewusst unterstützen, indem Sie auf dieser Anzeigen zulassen, oder lässt sich eine Seite aufgrund eines Anti-Adblock-Filters nicht aufrufen, kann man das mit Pi-hole nicht so einfach umsetzen. 

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