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Aus Raspberry Pi Geek 04/2016

FHEM auf dem Raspberry Pi installieren (Seite 2)

FHEM startet nach der Installation automatisch, allerdings ohne ausreichende Zugriffsrechte auf das Installationsverzeichnis /opt/fhem. Nehmen Sie also die Benutzer pi und fhem in die Gruppe tty auf, damit diese auf die serielle Schnittstellen und die USB-Ports zugreifen dürfen. Dazu beenden Sie zunächst den FHEM-Dienst, nehmen die entsprechenden Änderungen vor und starten FHEM anschließend neu (Listing 5).

Listing 5

 

$ sudo service fhem stop
$ sudo chmod -R a+w /opt/fhem
$ sudo usermod -aG tty pi
$ sudo usermod -aG tty fhem
$ sudo service fhem start

Zusammen mit dem Raspbian-Betriebssystem des Raspberry Pi startet nun auch FHEM automatisch. Zum Steuern des Diensts öffnen Sie auf einem PC einen Webbrowser und geben als URL die IP-Adresse des FHEM-RasPis sowie die Portnummer 8083 in der Form http://<i>IP-Adresse<i>:8083 in die Adresszeile ein. Sofern die Namensauflösung durch den DHCP-Server des Routers korrekt erfolgt, müssten Sie das System auch unter http://raspberrypi:8083 erreichen.

Nach dem ersten Aufruf der Webschnittstelle geht es zunächst ans Absichern per Benutzername und Passwort, damit künftig nur Sie Zugriff auf das System erhalten.

Login und Passwort

Die Weboberfläche von FHEM teilt sich in drei Bereiche: Links unter dem FHEM-Logo finden Sie eine Seitenleiste mit den wichtigsten Funktionen zum Speichern der Konfiguration, zum Öffnen von Logdateien oder eines Event-Monitors. Das weiße Eingabefeld oben mittig dient zum Senden von Kommandos an FHEM – Sie werden es in Zukunft des Öfteren benutzen. Darunter zeigt FHEM je nach Situation Ausgaben an, die aktuell von Interesse sein könnten. Zudem erscheinen hier sämtliche Dialoge der Oberfläche.

Direkt nach der Installation meldet die Weboberfläche, dass Sie den Dienst noch mit Zugangsdaten absichern sollten (Abbildung 5). Diesen Hinweis dürfen Sie vorerst ignorieren, da Ihr Router in der Regel keine Daten aus dem Internet an den FHEM-RasPi weiterleitet. Mit dem in der Kommandozeile von FHEM eingegebenen Befehl attr global motd none schalten Sie den Hinweis ab.

Abbildung 5: Die Weboberfläche von FHEM bemängelt, dass Sie noch keine Zugangsdaten für den Dienst eingetragen haben.

Abbildung 5: Die Weboberfläche von FHEM bemängelt, dass Sie noch keine Zugangsdaten für den Dienst eingetragen haben.

Alternativ setzen Sie jedoch gleich ein Login und Passwort. Geben Sie dazu in die Kommandozeile des FHEM-Webfrontends den Befehl attr WEB editConfig 1 ein. Er aktiviert die Möglichkeit, die Konfigurationsdateien des Dienstes direkt aus der Weboberfläche zu bearbeiten. Anschließend tippen Sie in der Seitenleiste Edit files an und öffnen im nächsten Dialog mit fhem.cfg die Konfigurationsdatei des FHEM-Dienstes (Abbildung 6) im webbasierten Editor.

Abbildung 6: Die Konfigurationsdatei des Dienstes lässt sich über die FHEM-Weboberfläche bearbeiten. Diese Funktion müssen Sie jedoch zuvor erst aktivieren.

Abbildung 6: Die Konfigurationsdatei des Dienstes lässt sich über die FHEM-Weboberfläche bearbeiten. Diese Funktion müssen Sie jedoch zuvor erst aktivieren.

Das Passwort tragen Sie in diese Datei nicht etwa im Klartext ein, sondern per Base64 kodiert als Paar aus Benutzername und Passwort. Sie erhalten ihren persönlichen Schlüssel entweder dadurch, dass Sie sich per SSH auf dem RasPi einloggen und das Kommando aus Listing 6 ausführen (alternativ funktioniert das Kommando auf jedem anderen Linux-Rechner), oder indem Sie den Base64-kodierten Teil über eine entsprechende Webseite [4] generieren. In jedem Fall müssen Sie das username:geheim aus Listing 6 entsprechend anpassen.

Listing 6

 

$ echo -n raspi:geheim | base64
cmFzcGk6Z2VoZWlt

Das Ergebnis übertragen Sie dann als attr WEB basicAuth Schlüssel, attr WEBphone basicAuth Schlüssel und attr WEBtablet basicAuth Schlüssel in die Konfiguration von FHEM ein. Sie müssen die Zeile jeweils unterhalb der jeweiligen Server-Konfiguration eintragen (Listing 7) und die Datei dann mit einem Klick auf Save fhem.cfg abspeichern.

Listing 7

 

define WEB FHEMWEB 8083 global
attr WEB basicAuth cmFzcGk6Z2VoZWlt
define WEBphone FHEMWEB 8084 global
attr WEBphone stylesheetPrefix smallscreen
attr WEBphone basicAuth cmFzcGk6Z2VoZWlt
define WEBtablet FHEMWEB 8085 global
attr WEBtablet stylesheetPrefix touchpad
attr WEBtablet basicAuth cmFzcGk6Z2VoZWlt

Zum Aktivieren des Passwortschutzes starten Sie den FHEM-Dienst danach mittels shutdown restart über die Kommandozeile einmal neu. Lesen Sie nun im Browser die Weboberfläche von FHEM mit [F5] neu ein, müssen Sie sich mit den zuvor eingetragenen Benutzerdaten authentifizieren.

Steuern per SSH-Terminal

Prinzipiell müssen Sie FHEM nicht zwingend via Weboberfläche konfigurieren, da es sämtliche Einstellungen im Installationsverzeichnis /opt/fhem in die Datei fhem.cfg schreibt. Diese bearbeiten Sie über einen beliebigen Texteditor direkt in der SSH-Konsole, beispielsweise mit folgendem Kommando:

$ sudo nano /opt/fhem/fhem.cfg

Die Änderungen speichern Sie dann mit [Strg]+[O] ab, wobei Sie per [Eingabe] den Dateinamen bestätigen. Anschließend verlassen Sie mit [Strg]+[X] den Nano-Editor und kehren in die Eingabeaufforderung zurück. Nach Änderungen müssen Sie auch hier wieder FHEM neu starten – Sie erledigen das über die Diensteverwaltung des Raspbian-Systems (Listing 8).

Listing 8

 

$ sudo service fhem status
+ fhem.service - LSB: FHEM server
   Loaded: loaded (/etc/init.d/fhem)
   Active: active (running) since Don 2016-03-31 15:25:06 CEST; 15s ago
  Process: 9314 ExecStop=/etc/init.d/fhem stop (code=exited, status=0/SUCCESS)
  Process: 9325 ExecStart=/etc/init.d/fhem start (code=exited, status=0/SUCCESS)
   CGroup: /system.slice/fhem.service
           |-9333 perl fhem.pl fhem.cfg
Mär 31 15:25:05 raspberrypi fhem[9325]: Starting fhem...
Mär 31 15:25:06 raspberrypi systemd[1]: Started LSB: FHEM server.
$ sudo service fhem stop
$ sudo service fhem start
$ sudo service fhem restart

Ausblick

Damit haben Sie die grundlegende Installation von FHEM auf dem Raspberry Pi abgeschlossen. Beachten Sie, dass der FHEM-RasPi generell eine Netzwerkverbindung benötigt, da Sie zum Steuern der Anlage ja auf das FHEM-Frontend zugreifen müssen.

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