Aktuelle Hardware im Kurztest

Ausgepackt

OnOff-Shim zum komfortablen Ein- und Ausschalten, Keypad mit 16 Tasten für einfache Eingaben, vielseitiger Adapter für m.2-SSDs, Breadboard-Adapter für sichere Montage.

Schaltzentrale

Der OnOff-Shim von Pimoroni versorgt den RasPi mit einem echten Power-Button.

Dem Raspberry Pi fehlt ein Taster für das bequeme Ein- und Ausschalten. Das Anschließen eines Tasters per GPIO gehört zwar zu den ersten Fingerübungen jedes angehenden Bastlers, aber das kann nicht voll überzeugen: Ein solcher Schalter taugt weder zum Einschalten, noch trennt er beim Ausschalten den RasPi vollständig vom Stromnetz, sodass der Kleinrechner auch nach dem Ausschalten noch Leistung zieht. Auf der anderen Seite gibt es spezielle USB-Kabel mit eingebautem Druckschalter. Im laufenden Betrieb sind diese aber Gift für den RasPi, denn sie schalten den Strom hart ab.

Hier springt der OnOff-Shim von Pimoroni in die Bresche. Die dünne Platine erhält den Strom von einem normalen Micro-USB-Kabel und speist ihn über den Pin 2 in den RasPi ein. Mit dem kleinen Taster direkt neben der Micro-USB-Buchse können Sie den Pi ein- und ausschalten. Das Besondere an der Mini-Platine: Sie überwacht den Schalter zusätzlich per Software. Dazu stellt Pimoroni einige Skripte bereit, die bei Knopfdruck das System rechtzeitig herunterfahren, bevor der Strom ausbleibt. Eine Status-LED zeigt dabei die Aktivität an. Außer Masse und dem 5V-Pin belegt die Platine deshalb noch die Pins 4 und 17.

Für die Montage bedarf es Anfängerkenntnissen im Löten. Soll ein weiterer HAT auf den RasPi, dann löten Sie den Shim direkt auf die Pins. Alternativ liegt eine 2x6-Buchse für das Verlöten mit der Mini-Platine bei. Ein so ausgestatteter Shim lässt sich nicht nur für mehrere RasPis verwenden, sondern auch mit einem größeren, stabileren Button versehen – die entsprechenden Löcher sind bereits vorhanden.

OnOff-Shim

★★★★

Preis: 7 Euro

Bezugsquelle: Pimoroni.de

Druckmittel

Ein TTP229-Keypad fungiert am RasPi als preiswerter Keyboard-Ersatz für kleine Projekte.

Für kleinere Projekte genügt statt einer vollwertigen Tastatur auch ein Keypad für die Bedienung eines RasPi. Ideal eignen sich Exemplare mit kapazitiven Tasten, die bereits auf Berührung reagieren – so schubst man ein kleines, RasPi-basiertes Gerät nicht herum. Bereits für wenig Geld gibt es diverse Mini-Tastaturen, die auf dem TTP229-Chip basieren. Die Bauteile führen zwölf Pins heraus, jedoch meist montageungünstig nach oben: Die Tasten sollten in einem Gehäuse eigentlich nach außen und die Pins nach innen zeigen.

Wählen Sie für den Zugriff das serielle Protokoll, benötigen Sie nur die ersten vier Anschlüsse (GND, VCC, einen Clock-Pin und einen Daten-Pin). Zusätzlich löten Sie eine kleine Drahtbrücke ins untere Jumper-Feld ein (in der Abbildung rot markiert), um auch die Tasten 9 bis 16 verfügbar zu machen. An den RasPi angeschlossen, setzt ein Programm den Clock-Pin pro Lesezyklus 16-mal auf Low, liest den Daten-Pin aus und setzt den Clock-Pin wieder auf High. Die Anzahl der vom Daten-Pin gelieferten High-Werte entspricht der Nummer der gedrückten Taste. Mit dem Auswerten kommt auch der RasPi zurecht, solange er nicht unter Volllast steht und deshalb mit dem Auslesen der Tasten nicht nachkommt. Für sicherheitskritische Anwendungen wie PIN-Eingaben eignet sich das Keypad nicht, da die Tasten hin und wieder prellen oder einen Nachbarwert liefern.

Einen vorbereiteten Systemd-Service für Raspbian, der das Keypad überwacht und die Tastennummern in eine Pipe schreibt, finden Sie unter https://github.com/bablokb/pi-ttp229-keypad. Das eigentliche Anwendungsprogramm liest dann die Pipe aus und verarbeitet die Tasten.

TTP229-Keypad

★★★★

Preis (ca.): 2 bis 7 Euro

Bezugsquelle: Amazon.de, eBay.de

Anschlussstelle

Über einen m.2-SATA-Adapter von Renkforce erweitern Sie den RasPi um eine platzsparende Mini-SSD.

Beim RasPi begrenzt der USB-Bus, den auch das Netzwerk nutzt, den Festplattendurchsatz. Von daher macht der Einsatz einer SSD kaum Sinn, selbst eine lahme HDD ist schnell genug. Brauchen Sie jedoch eine kompakte Lösung, kommen m.2-SSDs im Kaugummiformat ins Spiel. Der m.2-Adapter von Renkforce sitzt auf Distanzbolzen oberhalb des RasPi und nimmt eine m.2-SATA-SSD in den gängigen Formaten (2280, 2260, 2242 und 2230) auf; der Zugang zur GPIO-Leiste bleibt dabei frei.

Strom und Daten fließen über das mitgelieferte kurze USB-Kabel von und zum RasPi. Alternativ lässt sich das Board auch über eine eigene Micro-USB-Buchse oder direkt mit Strom versorgen. Die Kombi operiert jedoch ohnehin sehr sparsam: Adapter und SSD ziehen im Idle-Betrieb nur 70 mA; ein 1-TByte-Pi-Drive belastet das Strombudget mit 230 mA deutlich höher. Hängt noch mehr USB-Peripherie am RasPi, kann der Unterschied zwischen SSD und HDD für den stabilen Betrieb entscheidend sein.

In Kombination mit der SSD spendieren Sie einem älteren RasPi-Modell am besten auch noch einen USB-Gigabit-Netzwerkadapter, was den Durchsatz ins Netz dann von grob 10 auf 20 MByte/s verdoppelt. Bei einem neuen Pi 3B+ ist das nicht notwendig. Außer dem Formfaktor hat der Adapter übrigens nichts Pi-Spezifisches: Er taugt auch alleine zum Auslesen von m.2-SSDs, etwa beim Umzug von Daten auf eine größere Platte.

m.2-SATA-Adapter

★★★★

Preis: 16 Euro

Bezugsquelle: Conrad.de, Amazon.de

Brettverbinder

Der Breadboard-Adapter von Pimoroni setzt eine an sich gute Idee nur mangelhaft um.

Für Elektronikexperimente steckt man die Bauteile typischerweise auf ein kleines Steckbrett und hängt den RasPi über einzelne Jumperkabel oder mithilfe eines Kopplers (englisch: Cobbler) an. Letzterer führt alle Pins mit einem breiten Kabel auf das Breadboard. Wer keinen festen Experimentierplatz hat und seine Aufbauten immer wieder verräumen muss, jongliert dabei mit vielen Teilen und riskiert den Verlust von Verbindungen. Für den Pi Zero gibt es eine Lösung des Problems in Form eines speziellen Breadboard-Adapters. Dessen Beinchen sind so weit abgespreizt, dass sie jeweils eine Hälfte des Breadboards bedienen.

Den Adapter gibt es bei Pimoroni, allerdings nur mit 2 x 13 Pins sowie einer entsprechenden Pin-Leiste mit Pins auf beiden Seiten als Zugabe. Wer mehr als die RasPi-1-Pins benötigt, kauft den Adapter gleich im Paar. Die Seite mit den kurzen Pins kommt in den Adapter, die Seite mit den langen in einen entsprechend mit Buchsen ausgerüsteten Pi Zero. Für knifflige Lösungen rüsten Sie den Zero mit etwas längeren Pins aus, stecken die Pin-Leiste von unten in den RasPi, löten Sie aber oben an. Die kurze Seite passt dann direkt in den Adapter, nach oben bleiben trotzdem alle Pins verfügbar.

Der Adapter wirkt allerdings insgesamt wenig durchdacht: Die kurze Leiste ist ebenso wenig zeitgemäß wie die kurzen Beinchen, die je nach Ausführung des Breadboards unvermeidlich Probleme bereiten. Beim Autor funktionierte der Adapter nur an einem von drei getesteten Breadboards. (jlu)

Breadboard-Adapter

★★

Preis: 1,45 Euro

Bezugsquelle: Pimoroni.de

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