Raspberry-Pi-Dienste über das Internet erreichen

© Thanakrit Nathason, 123RF

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Das VPN von Weaved bietet eine einfache, sichere, elegante und zudem kostenfreie Möglichkeit, auf dem Raspberry Pi laufende Dienste auch außerhalb des Heimnetzes verfügbar zu machen.

Der Raspberry Pi und die gesamte Riege der Einplatinenrechner beflügeln die Fantasie vieler Menschen: Die neuen SBCs ermöglichen, Projekte zu realisieren, die vorher mit so wenig finanziellem und technischem Aufwand kaum möglich waren. Solange sich das Szenario lediglich im heimischen Netzwerk abspielt, lässt es sich technisch leicht beherrschen. Soll das Gerät aber von außen erreichbar sein, gestaltet sich das bereits etwas aufwendiger.

Dazu gilt es, auf dem Router eine Port-Weiterleitung einzurichten, die den Zugriff von außerhalb des heimischen Netzes auf darin befindliche Rechner erlaubt. Allerdings erlaubt nicht jeder Provider ein solches Port-Forwarding. Darüber hinaus müssen Sie auch noch einen DynDNS-Service einbinden, der die dynamische IP-Adresse des heimischen Routers mit einem statischen Domain-Namen verbindet.

Nach dem Überwinden dieser Hürden erreichen Sie zwar Dienste wie etwa Owncloud, doch diese monieren, dass sie ursprünglich nicht unter der aktuellen Domain eingerichtet wurden. Das zieht einen zusätzlichen Konfigurationsschritt nach sich.

Barrierefrei

All diese Hürden umgehen Sie mit einem Dienst wie Weaved [1]. In bester Marketingmanier verspricht der Service, die heimischen Geräte "in das Internet der Dinge" zu integrieren (Abbildung 1). Etwas tiefer gehängt bedeutet das, dass Sie Dienste, die auf einem lokalen Raspberry Pi laufen, ohne großen Aufwand von außen erreichen.

"To weave" bedeutet übrigens "sich durchschlängeln" – und genau das macht der Dienst: Er schlängelt sich durch Firewalls und reduziert den Aufwand, den Raspberry Pi oder andere Geräte von außen erreichbar zu machen, auf wenige Befehle und einige Mausklicks. Das bedarf zudem keines permanent offenen Ports: Weaved stellt die Verbindung genau dann her, wenn Sie sie benötigen. Die Standard-Ports kommen dabei nur intern zum Einsatz; von außen lässt sich am Port nicht erkennen, was dort läuft. Diese Vorgehensweise erhöht die Sicherheit erheblich.

Weaved ist kompatibel mit den Modellen Raspberry Pi 2, B, B+, A, A+ und dem Compute-Modul. Neben dem RasPi kommt der Dienst derzeit auch mit den SBCs BeagleBone [2], Intel Edison [3], Linino One [4], Domino.io [5] und Samsung Artik [6] klar. Zusätzlich unterstützt Weaved die Netcomm-Router Wireless NWL-25 und NTC-6200 direkt. Weitere Geräte integrieren Sie über einen Custom-Installer.

Abbildung 1: Ähnlich wie etwa Teamviewer fungiert Weaved als Vermittler zwischen den Geräten und erlaubt damit ohne Ändern der Netzwerkgegebenheiten den Zugriff auf Geräte innerhalb des LANs von außen. (Bild: Weaved)

Im Test lief Weaved auf einem Raspberry Pi, der als NAS seinen Dienst versieht. Der Service bietet an, die Dienste SSH, VNC und HTTP nach außen durchzureichen. Theoretisch funktioniert Weaved aber mit allen Diensten, die das TCP/IP-Protokoll verstehen. Dabei soll weder die heimische Firewall noch ein VPN ein Problem darstellen, alles möchte Weaved mit nur einem Klick erreichbar machen. Davor steht erst einmal die Anmeldung beim Anbieter, die Installation der Software und das Festlegen der durchzureichenden Dienste.

Das Geschäftsmodell

Wie jedes Unternehmen muss auch Weaved mit seinem Angebot Geld verdienen. Die kostenpflichtigen Services bietet das Unternehmen je nach Ausstattung für 2 beziehungsweise 8 US-Dollar pro Monat an [7]. Für Firmen stellt das Unternehmen auf Anfrage angepasste Angebote bereit. Neben den Bezahlmodellen bietet die Firma aber den Service in einer kostenfreien Variante an, die bis zu zehn Dienste weiterleitet.

Dabei entspricht ein Dienst technisch betrachtet dem Weiterleiten eines spezifischen TCP-Ports. Das kostenfreie Angebot lässt nur eine Sitzung zurzeit zu, die nach 30 Minuten automatisch endet. Benötigen Sie mehr Zeit, bauen Sie die Verbindung mit einem Klick neu auf. Hier gibt es keinerlei Limitierung der Sitzungsanzahl pro Tag oder Monat.

Um den kostenfreien Dienst zu nutzen, bedarf es zunächst einer Registrierung auf der Webseite des Projekts. Den hier eingetragenen Anwendernamen in Form einer E-Mail-Adresse benötigen Sie anschließend bei der Konfiguration.

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