Ionas-RasPi-Server mit Cockpit 3.0

© Marco Lillini, 123RF

Auf Kurs

Bei vielen Geräten liefert der Hersteller höchstens noch ein kurzes Faltblatt als Anleitung mit – wenn überhaupt. Ionas vertreibt seinen RasPi-Server hingegen mit individuellem Support beim Einrichten und Konfigurieren der angeschlossenen Clients.

Auspacken und loslegen: Unter diesem Motto verkauft die IT-Branche schon seit vielen Jahren Smartphones, Spielekonsolen und Computer. Gedruckte Anleitungen und persönlichen Support gibt es kaum noch. Erst der Raspberry Pi hat in vielen Anwendern wieder das Verlangen geweckt, sich intensiv mit dem Thema Computer, Programmieren und Elektronik auseinanderzusetzen. Doch nicht jeder RasPi-Bastler möchte und kann sich eingehend in jede Thematik einarbeiten. Manchmal soll es einfach nur ein Produkt auf Basis eines Raspberry Pi sein – schließlich verbraucht der Mini-Rechner kaum Strom, erzeugt keinen Lärm und braucht kaum Platz.

Diese Nachfrage möchten Anbieter wie Ionas [1] bedienen. Das eigentlich auf Computerhilfe per Telefon und Fernwartung spezialisierte Unternehmen vertreibt unter der Marke ionas-Server [2] vorkonfigurierte Server, die sich an kleinere Unternehmen und Startups richten. Auf Basis von Ubuntu übernehmen diese die Aufgaben eines Webservers mitsamt CRM-Software. Es lassen sich die Benutzer aller Dienste verwalten, bei Bedarf agiert der Server zusätzlich als Asterisk-basierte Telefonanlage. Die Leistung dieser Geräte reicht zudem aus, um zusätzliche Dienste in einer virtuellen Maschine zu betreiben.

Ionas-RasPi-Server

Die wichtigsten Funktionen dieser Geräte bildet der ionas-Server Home [3] auf Basis eines kostengünstigen Raspberry Pi ab. Die vom Hersteller selbst entwickelte Oberfläche des RasPi-Servers ist bei diesem Modell identisch mit den großen Brüdern, jedoch fehlen hardwarehungrige Applikationen wie Virtualbox oder eher an Unternehmen gerichtete Dienste wie CRM und Projektmanagement-Software. Die erste Version des Home-Servers testeten wir bereits in RPG 02/2015 [4], nun steht mit der Version 3.0 eine in wesentlichen Teilen überarbeitete Software bereit.

Ionas vertreibt den RasPi-Server zusammen mit einer 1 TByte großen 2,5-Zoll-Festplatte nach wie vor für knapp 250 Euro, gegen einen Aufpreis von 50 Euro liefert das Unternehmen eine Festplatte mit doppelt so hoher Kapazität aus. Den hohen Preis rechtfertigt Ionas mit den im Kaufpreis enthaltenen Dienstleistungen: Mitarbeiter der Firma richten in Zusammenarbeit mit dem Käufer per Telefon und Remote-Desktop (üblicherweise Teamviewer) gemeinsam den Server ein und konfigurieren eventuell nötige DynDNS-Dienste und Portweiterleitungen im Router.

Zum Service gehört auch das Einrichten der an das Netz angeschlossenen Clients, sodass diese die aktiven Dienste des Ionas-Servers nutzen können. Ionas unterstützt dabei Anwender mit Linux, Mac OS X und Windows auf ihren Computern. Aus technischen Gründen schließt das Unternehmen jedoch Smartphones und Tablets von diesem Einrichtungsservice aus. Für Android und iOS bietet die Firma immerhin diverse Video-Anleitungen im Netz an, die beim Einrichten der jeweiligen Dienste ausführliche Hilfestellung geben.

Unverändert

Im Vergleich zum ersten Test des Geräts hat sich in Sachen Hardware nichts verändert. Der Ionas-Server baut nach wie vor noch auf einem Raspberry Pi der ersten Generation auf. Die USB-3.0-fähige Festplatte hängt ebenfalls noch an einem der USB-Ports des Raspberry Pi, über den sie auch ihre Versorgungsspannung bezieht (Abbildung 1). Klettstreifen verbinden RasPi und Festplatte zu einem Paket; Ionas plant diese Konstruktion in Zukunft gegen ein flexibel nutzbares Gehäuse auszutauschen, das dem RasPi oder anderen Einplatinencomputern wie etwa dem Banana Pi mitsamt Festplatte ein solideres Zuhause bieten soll. Das Gehäuse war schon beim ersten Test angedacht, wurde jedoch bisher noch nicht realisiert.

Abbildung 1: Der Ionas-Server basiert auf einem Raspberry Pi der ersten Generation. Die USB-3.0-Festplatte gibt es mit 1 oder 2 GByte Kapazität.

Die Wahl eines RasPi 1 beeinträchtigt die Transferleistung des Servers bei typischen Aufgaben eines Fileservers kaum. Die Netzwerkleistung des Raspberry Pi fällt weniger aufgrund der langsamen CPU zurück, sondern vielmehr wegen der zusammen mit den vier USB-Ports über einen internen USB-Anschluss angebundenen Ethernetschnittstelle. Dieser Flaschenhals existiert auch in der zweiten Generation des Raspberry Pi noch. Andere SBCs wie etwa der Banana Pi bieten im Gegensatz dazu bereits Gigabit-Ethernet und somit auch wesentlich bessere Datenraten. Für den regelmäßigen Transfer großer Datenmengen eignet sich der Ionas-Server daher weniger.

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