Aktuelle Software im Kurztest

Angetestet

Backup-Konfiguration generieren mit Autoarchive 1.4.1, große Files auf speicherarmen Systemen verarbeiten mit Hungrycat 0.4.1, Systemüberwachung via Webbrowser mit Monitorix 3.11.0, textbasierte Dateien in eine Datenbank konvertieren mit Sqlitebiter 0.28.0.

Nummer sicher

Mit dem Python-Skript Autoarchive 1.4.1 organisieren Sie unkompliziert Ihre Backups.

Autoarchive hilft dabei, Backups übersichtlich zu organisieren und vorzunehmen. Dazu erzeugt es sogenannte Spezifikationsdateien, die den Sicherungsprofilen anderen Backup-Lösungen ähneln. Die Spezifikation enthält alle relevanten Meta-Informationen wie Verzeichnisnamen oder Sicherungslabel sowie Ausnahmeregeln, den gewünschten Kompressionsgrad, das zu verwendende Sicherungsprogramm und die Aufbewahrungsdauer einer Sicherung. Eine Übersicht über alle Spezifikationsparameter finden Sie in der Manpage aa_arch_spec. Standardmäßig liegen die Spezifikationsdateien unter ~/.config/aa/archive_specs.

In der globalen Konfigurationsdatei /etc/aa/aa.conf passen Sie auch die Suchpfade an oder hinterlegen bei der Sicherung auszuführende Befehle. Autoarchive verwaltet die Backups nur. Für den Sicherungslauf greift es auf bewährte Tools wie Gzip oder Tar zurück, sodass Sie auch ohne Autoarchive jederzeit auf die gesicherten Daten zugreifen können. Sie installieren das Python-3-Skript aus den Quellen und rufen es dann über den Befehl autoarchive auf. Für ein einfaches Backup genügt es, die Spezifikationsdatei beim Start als Parameter anzugeben. Mit --help aufgerufen, liefert das Tool eine einfache Online-Hilfe zurück; weitere Informationen finden Sie in den zugehörigen Manpages.

Autoarchive 1.4.1

★★★

Lizenz: GPLv3

Quelle: http://autoarchive.sourceforge.net

Hungrige Katze

Mithilfe von Hungrycat 0.4.1 verarbeiten Sie Daten auf platzsparende Weise.

Auf der SD-Karte eines RasPi geht der Speicherplatz deutlich schneller zur Neige als auf einer Festplatte. Genügt die freie Kapazität nicht, um bei der Datenverarbeitung Quell- und Zieldaten gleichzeitig zu speichern, hilft Hungrycat aus der Patsche, eine Art Kombination aus Cat und Rm. Wie GNU Cat gibt Hungrycat den Inhalt einer Datei in der Standardausgabe zeilenweise aus, wobei es allerdings jede ausgegebene Zeile aus der Quelldatei entfernt. So schrumpft die Ausgangsdatei schrittweise und verschwindet zu guter Letzt ganz.

Dabei liest Hungrycat die Daten blockweise; die Blockgröße können Sie beim Aufruf mit dem Parameter -s festlegen. Ohne weitere Angabe teilt das Tool die Datei in 8-KByte-Blöcke auf. Die Ausgabe erfolgt auf STDOUT, wie bei Cat leiten Sie die Daten via Pipe zur Verarbeitung an Drittprogramme weiter oder schreiben sie in eine andere Datei. Nach der Ausgabe des letzten Blocks wird die Quelldatei gelöscht. Um die Datenblöcke im Dateisystem freizugeben, greift Hungrycat auf die Ftruncate-Funktion des Kernels zurück; alternativ kann es auch die Fallocate-Funktion nutzen, die jedoch nicht alle Dateisysteme unterstützen. Dazu geben Sie beim Aufruf den Parameter -P mit.

Im Raspbian-Repository fehlt Hungrycat, sodass Sie das kleine C-Programm selbst kompilieren müssen. Ohne Parameter aufgerufen, liefert es eine rudimentäre Online-Hilfe, die mitgelieferte Manpage erklärt die Funktionen ausführlicher. Anwendungsbeispiele finden Sie in der im Quellarchiv enthaltenen README-Datei.

Hungrycat 0.4.1

★★★

Lizenz: Expat

Quelle: http://jwilk.net/software/hungrycat

Kontrollzentrale

Mit dem webbasierten Monitorix 3.11.0 behalten Sie die Systemlast auf dem RasPi jederzeit im Blick.

Um auf dem RasPi die Nutzung der Systemressourcen wie CPU-Last, Arbeitsspeicher oder Netzwerkdurchsatz komfortabel im Auge zu behalten, brauchen Sie eine Überwachungslösung wie Monitorix. Es erfasst alle relevanten Daten, bereit die Informationen als Grafik auf und stellt sie in einer Weboberfläche zur Verfügung. Dank der webbasierten Darstellung der Systemdaten eignet sich das Tool besonders für den Einsatz auf Headless-RasPis. Sie installieren das Perl-Programm per Make-Aufruf aus den Quellen, wobei Sie Monitorix direkt in den Init-Prozess einbinden können. Das Tool hat seinen eigenen Webserver im Gepäck, der die Bedienoberfläche auf der lokalen Schnittstelle an Port 8080 bereitstellt. Daneben enthält das Quellarchiv auch Beispielkonfigurationen zur Integration in Webserver wie Apache oder Nginx. Gegebenenfalls müssen Sie nach der Installation noch einzelne Perl-Pakete für die Darstellung der Grafiken manuell nachinstallieren.

Nach dem Start arbeitet Monitorix für den Anwender transparent als Dienst und sucht sich aus den im System vorhandenen Log-Dateien alles Nötige zusammen. In der Konfigurationsdatei /etc/monitorix/monitorix.conf legen Sie fest, welche Dienste es überwachen und welche Daten es sammeln soll. Die erfassten Daten landen im RRD-Format im Verzeichnis /var/lib/monitorix. In der Weboberfläche wechseln Sie zwischen einer Gesamtansicht und der Anzeige einzelner Checks und schränken den Darstellungszeitraum auf eine tägliche, wöchentliche, monatliche oder jährliche Anzeige ein. Grundsätzlich ist die Webansicht für jedermann zugänglich. Kombinieren Sie Monitorix mit einem vollwertigen Webserver kombiniert, lässt sich der Zugang über eine .htpasswd-Datei einschränken.

Monitorix 3.11.0

★★★★

Lizenz: GPLv2

Quelle: https://www.monitorix.org

Gestaltwandler

Mit Sqlitebiter 0.28.0 konvertieren Sie fast beliebige Daten in eine SQLite-Datenbanken.

Viele Projekte und mobile Applikationen setzen auf die einfache Datenbanklösung SQLite. Liegen Daten bereits in einem anderen Format vor, hilft Sqlitebiter weiter: Mit dem Python-Tool konvertieren Sie Inhalte aus verschiedenen Dateitypen in eine SQLite-Datenbank. Neben tabellarischen Formaten wie CSV, Excel und Google Sheets verarbeitet das Tool auch strukturierte Formate wie JSON, Markdown, HTML und LTSV. Alle Einstellungen nehmen Sie über Aufrufparameter vor, die sich in globale Optionen und Unterbefehle mit zugehörigen Argumenten unterteilen. So hängen Sie etwa mit --append Inhalte an eine bestehende Datenbank an.

Die Datenquelle legen Sie über die Unterbefehle gs (Google Sheets), file (Datei) und url (Webseite) fest. Der Parameter -o legt den Namen der SQLite-Datenbankdatei für die Ausgabe fest. Beim Konvertieren von Dateien erkennt Sqlitebiter das Eingabeformat eigenständig anhand der Dateierweiterung. Ziehen Sie Daten aus einer URL, müssen Sie url neben der Webadresse auch das zu erwartende Format mit dem Parameter --format vorgeben. Ohne Formatangabe geht das Tool von einer einfachen HTML-Seite aus. Als Kodierung nimmt Sqlitebiter UTF-8 an, sofern Sie nicht über --encoding etwas anderes angeben. Mit configure geben Sie permanent eine alternative Kodierung vor oder legen einen Proxy-Server fest.

Die Konfigurationsdaten speichert Sqlitebiter im JSON-Format in der Datei $HOME/.sqlitebiter. In Kombination mit der Bash oder Zsh bietet Sqlitebiter auch eine Autovervollständigung. Der Unterbefehl completion erzeugt den Konfigurationscode für die jeweilige Shell, den Sie nur noch in die Shell-Konfiguration integrieren müssen. Eine ausführliche Dokumentation finden Sie auf der Webseite Sqlitebiter.readthedocs.io.

Sqlitebiter 0.28.0

★★★

Lizenz: MIT

Quelle: https://github.com/thombashi/sqlitebiter/

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