Desktop-Distribution OpenSuse auf dem Raspberry Pi

Verschwenderisch

Da OpenSuse keineswegs zu den besonders ressourcenschonenden Distributionen gehört, fallen selbst unter dem als schlank und agil bekannten Desktop Enlightenment ungewöhnlich lange Latenzen auf. Bereits wenige geöffnete Fenster genügen, um das System nahezu zum Stillstand zu bringen. Dem wirken Sie durch den Einsatz sparsamer Applikationen und – auf Hardware-Seite – der Verwendung passender Komponenten entgegen. So empfiehlt sich dringend der Einsatz einer aktuellen Micro-SD-Karte mit ausreichender Kapazität und Geschwindigkeit.

Zudem stach in unserem Test die schwache Leistung des Broadcom-WLAN-Moduls des Raspberry Pi 3 ins Auge: So schwächt sich die Leistung beim Senden und Empfangen bereits in wenigen Metern Entfernung zum Router derart ab, dass die Verbindung mehrfach abbrach. Abhilfe schafft hier ein externer USB-Dongle, der jedoch mit einer leistungsfähigen Antenne ausgestattet sein sollte. Da OpenSuse einen recht aktuellen Kernel der 4.12er-Serie mitbringt, finden sich die nötigen Module für moderne WLAN-Komponenten.

Zu guter Letzt sollten Sie bei der Auswahl der Software möglichst sparsame Programme installieren, um die Speicherkapazitäten nicht unnötig zu belasten. Bei Einsatz von Boliden wie Firefox oder LibreOffice macht sich zudem der für diese viel zu gering bemessene Arbeitsspeicher des RasPi unangenehm bemerkbar: Bei mehreren geöffneten Fenstern reagiert das System nur noch sehr träge (Abbildung 3).

Abbildung 3: Sowohl die CPU als auch der Arbeitsspeicher des RasPi 3 sind schon mit wenigen kleinen Applikationen gut ausgelastet.

Raspberry Pi 2

Die für den Raspberry Pi 3 angebotene Variante von OpenSuse ist für den leistungsschwächeren 32-Bit-Rechner Raspberry Pi 2 nicht zu gebrauchen. Für dieses etwas ältere Modell steht eine eigene Version von Leap 15.0 bereit [2]. Diese Variante haben die Entwickler mit unterschiedlichen Desktops in jeweils speziellen Images vorkonfiguriert, wobei Sie das Betriebssystem in derselben Weise installieren wie für den RasPi 3. Auch der Umfang der Abbilder entspricht in etwa jenem für das größere Modell.

Obwohl die Rechenleistung des Raspberry Pi 2 im Vergleich zum Nachfolger nominal deutlich geringer ausfällt – schließlich kommt hier nur ein ARM-Cortex-A7-kompatibler Broadcom-Prozessor mit relativ niedriger Taktfrequenz von maximal 900 MHz zum Einsatz –, wirkt der ältere Einplatinenrechner mit der LXQt-Version von OpenSuse Leap 15.0 agiler. Jedoch ergeben sich auch hier für flüssiges Arbeiten inakzeptable Latenzen von zum Teil mehreren Sekunden beim Programmstart. Die Hardware arbeitet in der 32-Bit-Version des Betriebssystems ebenfalls permanent nahe am Anschlag (Abbildung 4).

Abbildung 4: Der Raspberry Pi 2 stellt schlicht nicht genügend Leistung parat, um ein flüssiges Arbeiten mit OpenSuse zu ermöglichen.

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