Aktuelle Hardware im Kurztest

Ausgepackt

OLED-Mini-Bildschirm mit 128 x 64 Pixeln, Stapelplatine für mehrere HATs, Pogo-Pins ersparen am Pi0 das Löten, Fernsehen mit dem DVB-T/T2-µHAT.

Zwergenhaft

Trotz Fingernagelgröße lässt sich das OLED-Mini-Display problemlos ablesen.

Das Display schien zunächst ein Fehlkauf zu sein: Im Foto auf der Bestellseite sah es groß aus, Text und Grafiken füllten den Bildschirm. Tatsächlich ist das Mini-Display kaum größer als die Ethernet-Buchse am RasPi. Inzwischen sind mehrere der Zwerge im Einsatz, denn sie lassen sich problemlos in Betrieb nehmen und genügen, um wichtige Infos im Blick zu behalten.

Das Display bietet eine sehr scharfe Anzeige, die sich für kleine Grafiken (etwa zur CPU-Auslastung) oder kurze Texte (Uhrzeit, Spannung, Temperatur etc.) hervorragend eignet. Für die Darstellung einer kompletten IP4-Adresse müssen Sie eine entsprechend kleine Schrift wählen (14 Punkt), der Text lässt sich aber selbst noch auf Armlänge gut lesen. Es gibt das Displays in verschiedenen monochromen Farbvarianten, Größen und mit verschiedenen Anschlüssen. Wir beziehen uns auf die I2C-Version mit dem Chip SSD1306. Bei anderen Chips sollten Sie vorher recherchieren, nicht für jeden Chip gibt es eine Bibliothek.

Das Display benötigt außer VCC und GND nur die Pins SCA und SCL und meldet sich am Bus unter der Adresse 0x3ch. Pi-freundlich genügt eine Spannung von 3,3 Volt. I2C richten Sie wie in diversen Tutorials beschrieben für den Pi ein, anschließend laden Sie sich die OLED-Bibliothek https://github.com/BLavery/lib_oled96 herunter. Als weitere Voraussetzungen benötigen Sie die Raspbian-Pakete python-smbus und python-pil. Die Bibliothek, eine einzelne Python-Datei, kopieren Sie in das Verzeichnis mit den eigenen Python-Skripten. Das Projekt enthält auch zwei Beispielprogramme, die neben einfacher Textausgabe auch die Ausgabe von Grafiken und Bildern demonstrieren.

OLED-Display

★★★★★

Preis: 5 Euro

Bezugsquelle: Amazon, Ebay

Stapelbar

Mit dem pHAT-Stack von Pimoroni stapeln Sie problemlos mehrere HATs übereinander.

HATs und pHATs (inzwischen heißt der Formfaktor µHAT) gibt es inzwischen wie Sand am Meer. Oft möchte man mehrere der Erweiterungen gleichzeitig nutzen. Ärgerlicherweise blockiert die übliche Buchse von HATs aber alle GPIOs, selbst wenn die Erweiterungsplatine nur wenige davon tatsächlich nutzt.

Manchmal helfen Buchsen mit extralangen Pins auf der anderen Seite weiter: Dann lassen sich zumindest zwei HATs übereinanderstapeln. Das funktioniert aber nur so lange, wie der untere HAT keine Anzeigeelemente hat. Eine bessere Lösung zum gleichzeitigen Einsatz mehrerer HATs bietet der pHAT-Stack von Pimoroni.

Er nimmt drei reguläre HATs oder fünf der kleineren pHATs auf. Das funktioniert freilich nur, wenn sich die Pinbelegung der HATs nicht in die Quere kommt. Die Webseite Pinout.xyz dient hier als wichtigste Informationsquelle. Pimoroni offeriert den pHAT-Stack in verschiedenen Ausbaustufen, beispielsweise als Solo-Platine, als Bausatz und auch fertig gelötet.

pHAT-Stack

★★★★★

Preis: 7 bis 16 Euro

Bezugsquelle: Pimoroni

Aufgesattelt

Mithilfe der Pogo-Pins von Pimoroni verbinden Sie HATs ganz ohne Löten stabil mit dem Pi Zero.

Vielen HATs liegt eine Buchse zum Selberlöten bei, sodass die Platine sauber Anschluss an den Pi Zero findet. Wollen Sie aber nur mal einen HAT testen oder trauen sich nicht an das Einlöten heran, sollten Sie die Pogo-Pins von Pimoroni ausprobieren. Sie enthalten kleine Federn, die nach dem Zusammenbau für einen guten elektrischen Kontakt sorgen.

Zuerst setzen Sie die Plastikschrauben und Abstandshülsen auf den RasPi, anschließend platzieren Sie die Pogo-Pins mit dem kurzen Ende zuerst in die Löcher des Pi0. Zu guter Letzt stecken Sie den HAT auf die Konstruktion und befestigen ihn mit den Plastikmuttern. Durch deren Druck stellen die Pogo-Pins eine verlässliche Verbindung zwischen Pi0 und HAT her.

Was fragil und kompliziert klingt, erweist sich als überraschend einfach: Die Pogo-Pins stehen, einmal eingesetzt, stramm senkrecht. Das Anbringen des HATs erweist sich auch bei vielen Pins als problemlos. Nerds der Golden-Ager-Generation sollten allerdings bei der Montage der winzigen Teile Lupe und Pinzette zuhilfe nehmen.

Einziger Kritikpunkt: Die windigen Schrauben und Muttern aus Plastik. Für einen Preis von 6 Euro sollte eigentlich etwas stabileres Material drin sein, oder zumindest ein zweiter Satz an Schrauben und Muttern, denn mit den gelieferten 10 Pins ließen sich bei typischen I2C-HATs auch zwei Systeme bestücken.

Pogo-Pins

★★★★★

Preis: 6 Euro

Bezugsquelle: Pimoroni

Eingeschränkt

Hierzulande empfängt der neue DVB-T/T2-µHAT der Foundation zwar nur Öffentlich-Rechtliche, das aber zuverlässig.

Direkt von der Raspberry Pi Foundation gibt es jetzt einen DVB-T/T2-Receiver im neuen µHAT-Formfaktor. Allerdings fischt er nur den digitalen Datenstrom aus der DVB-T2-Übertragung heraus. Der ist in Deutschland HEVC-kodiert (H.265), wofür der RasPi keine Hardware-Unterstützung mitbringt. Daher überfordert die Wiedergabe dieser Inhalte den Mini-Rechner. In England, der Heimat des RasPi, kann dagegen zumindest ein Pi3B+ die dort per MP4-Codec erstellten Live-Fernsehbilder zeigen. Obendrein eignet sich in Deutschland der DVB-T-HAT mangels Entschlüsselungsmodul nur für die öffentlich-rechtlichen Sender. Vor diesem Hintergrund muss man auch das Preis-Leistungs-Verhältnis betrachten: Für den Preis der Platine zusammen mit einem Pi0WH bekommt man auch eine betriebsbereite Set-Top-Box. Im Vergleich zu USB-Sticks mit DVB-T2-Empfängern ist der HAT aber günstig.

Die Inbetriebnahme des DVB-T-HATs erfordert wegen der fehlenden Hardware-Dekodierung des Videostroms und einer hakeligen Software reichlich Aufwand. Immerhin unterstützt Raspbian seit Oktober 2018 den Chip, und auch die empfohlene Software Tvheadend findet sich in einer aktuellen Version in den Repositories. Gegenüber einem USB-DVB-Stick glänzt der µHAT durch seinen geringen Stromverbrauch: Wir maßen lediglich 100 mA im Idle-Betrieb. Ein ständig durchlaufender Pi0 mit DVB-T-HAT als Videorekorder belastet damit die Stromrechnung nicht merklich, dank der geringen Größe lässt sich das System an einer für den Empfang optimalen Stelle platzieren. Das vorläufige Fazit nach einer Woche Test: Der DVB-T-µHAT tut, was er verspricht.

DVB-T-µHAT

★★★★★

Preis: 21,95 Euro

Bezugsquelle: pi3g

Raspberry Pi Geek kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Aktuelle Ausgabe

02/2019
Neue Energien

Diese Ausgabe als PDF kaufen

Preis € 9,99
(inkl. 19% MwSt.)

Stellenmarkt

Neuigkeiten

  • Scheibchenweise

    Zu den Stärken von Sonic Pi gehört es, mit wenigen Zeilen Code Samples dynamisch auszuwählen und zu zerlegen.

  • Unter Strom

    Für einen kleinen Spannungsmesser wie den INA3221 gibt es viele Einsatzmöglichkeiten. Wir zeigen, wie Sie den flexiblen Baustein richtig verdrahten.

  • Vermittlungsstelle

    Fischertechnik-Modelle bieten sich zum Fernsteuern an. Mit dem Ftduino schlagen Sie die Brücke zwischen dem RasPi und dem Technik-Spielzeug.

  • Durchgeschlängelt

    Mit den M0-Boards steigen Sie unkompliziert in die Welt der Mikrocontroller ein – ganz ohne C-Kenntnisse.

  • Gesiebt und gefiltert

    Filter und Werbeblocker einzurichten ist besonders auf Smartphones aufwendig. Den eBlocker hingegen schließen Sie einfach nur an Ihren Router an.

  • Es werde Licht

    Wollen Sie bei beginnender Dämmerung nicht ständig die Helligkeit der heimischen Beleuchtung nachregeln, überlassen Sie das einfach einem RasPi – der macht es automatisch.

  • Energiekontrolle

    Der Gesetzgeber erschwert das Direktvermarkten von Strom durch technische Hürden: So muss sich die Einspeisung etwa aus der Ferne abschalten lassen. Der RasPi löst das Problem.

  • H<->2<->-Power

    Gilt es, Energie aus einer regenerativen Quelle zu speichern, erweist sich die Kombi aus einer Brennstoffzelle und dem RasPi als ideale Lösung.

  • Kleine Wolke

    Lokale Cloud-Lösungen im Heimnetz finden immer mehr Nutzer. Mit dem RasPi und Seafile haben Sie eine Lösung zur Hand, die selbst professionellen Ansprüchen genügt.

  • Planvoll verdrahtet

    Die Leiterplattendesign-Software KiCad leistet trotz einer etwas umständlichen Bedienung auch Hobbybastlern gute Dienste.