Raspbian 2018-06-27 mit Assistent zur Systemkonfiguration

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Erste Schritte

Moderne Betriebssysteme führen den Nutzer bei der Installation durch die wichtigsten Einstellungen. Auch Raspbian bringt jetzt einen Einrichtungsassistenten mit.

In regelmäßigen Abständen aktualisiert die Raspberry Pi Foundation ihr auf Debian GNU/Linux aufbauendes Betriebssystem Raspbian. Im Zuge solcher Updates übernehmen die Entwickler aktuelle Pakete des Debian-Unterbaus, fügen allerdings auch immer wieder eigene Neuerungen hinzu. Oft bekommen RasPi-Nutzer von der Aktualisierung wenig mit, da sich die wichtigsten Updates auf Komponenten unter der Haube des Systems beschränken, etwa auf die Firmware oder den Kernel. Das jüngste Update 2018-06-27 jedoch soll besonders Neulingen den RasPi-Einstieg erleichtern.

Bislang empfing ein frisch installiertes Raspbian den Anwender mit einem leeren Desktop. Die weiterführende Konfiguration, wie etwa das Einrichten des WLAN-Zugangs oder die Spracheinstellungen, musste der Nutzer von Hand anstoßen. Mit dem in Raspbian 2018-06-27 vorgestellten Setup-Assistenten ist das nicht mehr nötig: Das Programm startet automatisch beim ersten Hochfahren eines frisch installierten Raspbian-Systems. Anschließend leitet es den Anwender Schritt für Schritt durch die wichtigsten Einstellungen.

Setup-Assistent

Den Anfang machen die Spracheinstellungen. Dabei passt das System nicht nur die Sprache des Desktops und die Zeitzone an (allerdings erst nach dem nächsten Neustart), sondern auch Hardware-Konfigurationen wie den für das WLAN-Modul genutzten Ländercode (Abbildung 1). Je nach Land lassen sich ansonsten im 2,4 GHz-Band die Kanäle 12 und 13 nicht nutzen.

Abbildung 1: Der Einrichtungsassistent leitet RasPi-Einsteiger durch die wichtigsten Einstellungsoptionen des Betriebssystems.

Der Assistent schränkt den Anwender hier jedoch ein wenig ein: Wer etwa in Deutschland wohnt und daher die für Deutschland relevanten Einstellungen aktiviert, aber einen englischsprachigen Desktop bevorzugt, den bremst der Assistent aus: Wählen Sie Germany als Country aus, stehen nur verschiedene deutsche Tastaturbelegungen zur Wahl. Englisch bekommen Sie nur zu Gesicht, wenn Sie United Kingdom, United States oder ein anderes englischsprachiges Land auswählen. In so einem Fall müssen Sie das System nachträglich über die Raspberry-Pi-Konfiguration (oder raspi-config aus dem Terminal) anpassen.

Im nächsten Schritt hilft Ihnen der Assistent beim Setzen eines Passworts für den Standardbenutzer pi. Danach geht es mit der Konfiguration des WLAN-Zugangs und anschließend dem Einspielen der neuesten Updates weiter (Abbildung 2). Schließlich fordert der Assistent Sie noch auf, das System neu zu starten. Als Resultat erhalten Sie ein deutschsprachiges System auf dem neuesten Stand, das sich per WLAN ins Netzwerk einbucht und durch ein frisches Passwort abgesichert ist.

Abbildung 2: Neben den Spracheinstellungen, dem Absichern des Systems über ein Passwort und dem Einspielen von Updates übernimmt der Assistent auch die Konfiguration des WLANs.

Neuer PDF-Betrachter

Seit den ersten Ausgaben von Raspbian setzten die Entwickler des Systems zum Lesen von PDF-Dokumenten auf das Urgestein Xpdf [1]. Der Dokumentenbetrachter braucht wenig Ressourcen, weist nur minimal Abhängigkeiten auf und zeigt PDFs in der Regel zuverlässig an. Dennoch hinkt Xpdf der Zeit hinterher, was man schon allein an der kantigen Oberfläche erkennt, die auf dem Motif-Framework [2] basiert (Abbildung 3).

Abbildung 3: Alt und neu im Vergleich: Qpdfview (rechts) fügt sich deutlich besser in den Raspbian-Desktop ein als Xpdf (links) und lädt Dokumente zudem deutlich schneller.

In der neuesten Raspbian-Version schwenkt das System auf Qpdfview [3] um. Die Oberfläche des neuen Programms wirkt deutlich moderner, zudem zeigt Qpdfview das geladene Dokument schneller an und hält die folgenden Seiten in einem Zwischenspeicher vor, wodurch sich der Seitenaufbau beim Lesen nochmals beschleunigt.

Aktualisieren Sie ein bestehendes Raspbian-System, spielt das Update den leistungsfähigeren Dokumentenbetrachter jedoch nicht automatisch ein. In diesem Fall müssen Sie Qpdfview von Hand installieren (Listing 1, erste Zeile). Im Anwendungsmenü unter Zubehör finden sich danach zwei Einträge mit dem Namen PDF Viewer. Gefällt Ihnen der Neue, lässt sich Xpdf über die Paketverwaltung aus dem System und somit auch aus den Menüs löschen (zweite Zeile).

Listing 1

 

$ sudo apt install qpdfview
$ sudo apt purge --auto-remove xpdf

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