Musik per Bluetooth an einen Lautsprecher senden

Immer an

Beim Nerd-Wecker-Projekt [1] des Autors ergab sich allerdings noch ein weiteres Problem: Bluetooth-Lautsprecher schalten sich nach einiger Zeit automatisch ab, um Strom zu sparen. Insbesondere die kleinen, per Akku betriebenen Geräte, wie das im Artikel verwendete, sparen so wertvolle Energie. Da hilft es auch nichts, das Gerät per Micro-USB-Kabel ständig am Stromnetz zu halten. Ein ausgeschalteter Lautsprecher aber ist fatal für einen Wecker, der deshalb das Stromsparverhalten unterlaufen muss.

Die Lösung für das Problem: Das Weckerprogramm spielt in regelmäßigen Abständen eine Sounddatei ab. Damit das nicht stört, regelt der Dienst vorher die Lautstärke herunter und anschließend wieder auf den alten Stand hoch. Da der Wecker die volle Kontrolle über die Hardware hat, gibt es auch keine Probleme mit dem normalen Betrieb.

Benötigen Sie das Verhalten für eigene Projekte, dann schreiben Sie einen kleinen Systemdienst mit einer Endlosschleife. Die Lautstärkeregelung per Skript erfolgt wie oben beschrieben und verwendet das Programm Aplay für die Wiedergabe eines Soundschnipsels. Zur Sicherheit könnten Sie vorab noch prüfen, ob nicht schon eine echte Wiedergabe läuft.

Fazit

Raspbian "Stretch" vereinfacht die Audioausgabe über Bluetooth insbesondere für Headless-Systeme. Trotzdem gestaltet sich das Setup alles andere als trivial, was auch an der schlechten Standardeinstellung von Blue-Alsa liegt. Ebenso wäre es wünschenswert, wenn sich der sowieso laufende Blue-Alsa-Dienst auch um das automatische Verbinden der Geräte kümmern würde.

Bis es so weit ist, hilft das Github-Projekt zum Artikel weiter [3]; einen zu Redaktionsschluss aktuellen Abzug finden Sie auf der Heft-DVD. Er umfasst nicht nur die hier beschriebenen Dateien, Programme, Skripte und Vorgängerartikel, sondern auch eine einfache Installationsroutine, die das System entsprechend einrichtet. 

Der Autor

Bernhard Bablok (mailto:mail@bablokb.de) arbeitet bei der Allianz Technology SE als SAP-HR-Entwickler. Hört er nicht gerade Musik oder ist mit dem Rad beziehungsweise zu Fuß unterwegs, beschäftigt er sich mit Linux, Programmierung und Kleincomputern.

Infos

  1. Pi-Zero-Lichtwecker: Bernhard Bablok, "Nerds only", RPG 12/2017, S. 62, http://www.raspi-geek.de/39646
  2. Bluetooth einrichten: Bernhard Bablok, "Blueberry", RPG 04/2016, S. 66, http://www.raspi-geek.de/36840
  3. Github-Projekt zum Artikel: https://github.com/bablokb/pi-btaudio

Diesen Artikel als PDF kaufen

Express-Kauf als PDF

Umfang: 5 Heftseiten

Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)

Raspberry Pi Geek kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

Aktuelle Ausgabe

12/2019
RasPi-Alternativen

Diese Ausgabe als PDF kaufen

Preis € 9,99
(inkl. 19% MwSt.)

Stellenmarkt

Neuigkeiten

  • Grußbotschaften

    Mit Sonic Pi zaubern Sie komplexe Sounds, die Sie bei Bedarf sogar noch während des Abspielens modifizieren.

  • Das Runde und das Eckige

    Mit dem MCP4725 ergänzen Sie einen RasPi um einem D/A-Wandler, der bei Bedarf noch weitere Funktionen erfüllt.

  • Alles unter Kontrolle

    Schon ein einfaches Mikrocontrollerboard wie das CY8CKIT-049-42xx bietet erstaunlich viele Möglichkeiten beim Ansteuern von Hardware.

  • Viele Kerne

    Das Spresense Development Board von Sony lässt sich mit der Arduino IDE programmieren und bringt auch ein eigenes Entwickler-SDK mit.

  • Exotische Früchte

    Der aus China stammende Orange Pi positioniert sich mit einem guten Preis und interessanten Features gegen die RasPi-Truppe. Kann er sich auch behaupten?

  • Flexibler Surfer

    Mit dem neuen RasPi 4 setzen Sie einen öffentlichen Webkiosk schnell und kostengünstig auf.

  • Auskunftsfreudig

    Viele Devices, so auch der E.ON-Aura-Controller, verwenden eine Schnittstelle namens REST, um Zustandsdaten zu übermitteln. Mit ein wenig Bastelei lesen Sie diese auch über Ihr Smartphone aus.

  • Doppelt gemessen

    Mit wenig Aufwand und einem Pi Zero realisieren Sie einen mobilen Zweikanal-Spannungsprüfer.

  • Elegant zusammengeführt

    Tizonia streamt Musik von Online-Quellen und lokalen Sammlungen. Die schlanke Architektur macht den Player zur guten Wahl für den Einsatz auf dem RasPi.

  • Kommunikativ

    Nicht jeder traut sich zu, sein eigenes Smartphone zu bauen. Allerdings kann jeder Linux-Nutzer den Raspberry Pi im Handumdrehen zu einem VoIP-Telefon aufrüsten.