Raspberry Pi als Werbeträger

Konfiguration

Aufgrund unterschiedlicher Formfaktoren bei Fotos und Bildschirmen entstehen bei der Präsentation häufig schwarze Ränder an den Seiten und gelegentlich auch an der Ober- und Unterkante. Ein ähnliches Phänomen tritt oft bei der Wiedergabe von Videos auf, die noch im Formfaktor 4:3 produziert wurden.

Um solche unschönen Ränder möglichst weitgehend zu eliminieren, erweitern Sie die Fläche für die Anzeige. Dazu hängen Sie die SD-Speicherkarte mit der Boot-Partition auf einem Linux-PC ein und bearbeiten die Datei /boot/config.txt. Hier aktivieren Sie die mit einem vorangestellten Doppelkreuz auskommentierte Zeile disable overscan=1, indem Sie das Kommentarzeichen entfernen.

Nach einem Warmstart zeigt das System die Videos und Bilder bildschirmfüllend an, was bei entsprechender Bildgröße auch die lästigen schwarzen Ränder eliminiert (Abbildung 2).

Abbildung 2: Durch Modifikation der Datei /boot/config.txt sorgen Sie für eine verbesserte Bilddarstellung.

Ein weiteres Problem ergibt sich insbesondere beim Abspielen umfangreicher Bildersammlungen: Der Player Fbi nutzt nur einen relativ kleinen Zwischenspeicher, sodass es beim Wechsel der Bilder zu stotternden Übergängen kommt. Um das zu verhindern, editieren Sie die Datei /etc/rs.conf, die Sie in der Root-Partition der SD-Karte finden.

Diese Datei regelt die Parameter für den Start der beiden Abspielprogramme. Für Fbi finden Sie in den Befehlssequenzen jeweils den Parameter cachemem, der die maximale Größe des genutzten Zwischenspeichers angibt. Hier erhöhen Sie den angegebenen Wert, um ruckelnde Übergänge künftig zu vermeiden.

In dieser Datei modifizieren Sie bei Bedarf auch die Parameter für Überblendeffekte und die Anzeigedauer. Außerdem stellen Sie hier eine eventuelle Rotation der Bilder ein oder eine zufällige Reihenfolge (Abbildung 3). Eine ausführliche Anleitung dazu liefert die Dokumentation der Software [3].

Abbildung 3: Die Datei /etc/rs.conf widmet sich der Player-Konfiguration.

Aus dem Netz

Wollen Sie Inhalte von einem Webserver laden, statt sie auf den USB-Stick zu kopieren, dann weisen Sie das System an, die Daten direkt aus dem Internet oder dem LAN zu beziehen. Dazu legen Sie auf dem Stick eine einfache Textdatei mit dem Namen remote-urls.txt an. Hier tragen Sie jeweils eine URL pro Zeile ein, die auf die Inhalte verweist. Sie können sowohl Web- als auch FTP-Server als Quelle nutzen.

Diese Textdatei platzieren Sie im Hauptverzeichnis des Datenträgers und starten anschließend Raspberry Slideshow neu. Es ruft nun die Bilder und Videos aus dem Netz ab und spielt sie lokal ab. Dabei besteht die Möglichkeit, lokale und entfernte Inhalte in einer Sitzung zu mischen.

Die Kaufvariante der Software ermöglicht darüber hinaus den Abruf von Inhalten für eine Slideshow von einem Samba-Server und eine Wiedergabe einzelner Inhalte auf einem entfernten Server. Beispiele dazu und eine gute Dokumentation finden Sie auf der Projektseite [4].

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