Fedberry und Fedora ARM im Vergleich

© Oleksandr Bedenyuk, 123RF

Kleiner Unterschied

Seit 2016 wirbt der Fedora-Fork Fedberry um die Gunst der Raspberry-Anwender. Aber hat er das Zeug, seinem Ursprungsprojekt Paroli zu bieten oder es gar zu überflügeln?

Als Fork bezeichnet man eine Abspaltung eines bestehenden Software-Projekts, die das neue Projekt dann in ihrem Sinn weiterführt. Prominentestes Beispiel ist wohl LibreOffice als Fork von OpenOffice. Die Macher von Forks hoffen darauf, dass die Beliebtheit ihres Projekts über kurz oder lang die des Originals übersteigt.

Allerdings entsteht nicht jeder Fork durch Unstimmigkeiten im Ausgangsprojekt. Manchmal soll es einfach eine Bedarfslücke füllen, indem es Bugs behebt oder neue Features implementiert. In diese Kerbe schlägt auch Fedberry [1], das dessen Entwickler aus der Taufe hoben, um Fedora [2] auch auf die neueren RasPi-Modelle 2 und 3 zu bringen. Allerdings beherrscht mittlerweile das Original diese Technik auch. Da stellt sich die Frage: Für welche Zwecke lohnt sich Fedberry, und wofür eignet sich Fedora ARM?

Installation

Mit Etcher [3] und dessen GUI gestaltet sich das Einspielen beider Systeme auf via USB angeschlossenen Mikro-SD-Karten simpel. Allerdings fällt nach dem Transfer des Abbilds auf, dass das Tool nur einen kleinen Teil der Mikro-SD-Karte partitioniert. Fedberry vergrößert nach dem ersten Booten die Root-Partition automatisch, bei Fedora ist hingegen Handarbeit mithilfe von Gparted oder dem KDE Partition Manager angesagt.

Die Ersteinrichtung erfolgt bei beiden Betriebssystemen nach dem ersten Boot-Vorgang. Das schlanke, grafische Setup ähnelt dem Anaconda-Installer. Sie legen darin unter anderem Datum und Uhrzeit fest und richten Benutzerkonten ein. Vergeben Sie ein Root-Passwort, benötigen Sie für den Anwender keines. Fedberry legt hier Wert auf Sicherheit und erwartet ein mindestens acht Zeichen langes Passwort.

Bei der Gnome-basierten Version lässt sich beim Datenschutz einstellen, ob das Projekt die Koordinaten Ihres RasPi erhalten soll oder ob Sie Konten, etwa von Google+, mit dem Kleinrechner verbinden möchten. Allerdings braucht es eine gewisse Zeit, bis der Einrichtungsassistent unter Fedora Workstation lädt, da Gnome mehr Ressourcen beansprucht.

Verjüngungskur

Fedberry setzt aktuell auf Fedora 24; die Aktualisierungen stammen entsprechend aus den Repositories der großen Schwester, die aktuell in Version 26 bereitsteht. Das stört aber nicht weiter, da Fedberry einen maßgeschneiderten Kernel verwendet. Zur Paketverwaltung dient DNF samt Yum Extender als grafisches Frontend. Die ersten beiden Zeilen von Listing 1 zeigen die Befehle zur Aktualisierung auf der Kommandozeile. Um auf lizenzierte Pakete zuzugreifen, binden Sie das Repository von RPM Fusion [4] ein (letzte Zeile).

Listing 1

 

$ sudo dnf check-update
$ sudo dnf upgrade
$ sudo dnf install https://download1.rpmfusion.org/free/fedora/rpmfusion-free-release-$(rpm -E %fedora).noarch.rpm https://download1.rpmfusion.org/nonfree/fedora/rpmfusion-nonfree-release-$(rpm -E %fedora).noarch.rpm

Diesen Artikel als PDF kaufen

Express-Kauf als PDF

Umfang: 4 Heftseiten

Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)

Raspberry Pi Geek kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • 7-Zoll-Touchscreen von Waveshare im Test

    Das offizielle Raspberry-Pi-Display bietet nur eine geringe Auflösung. Das gleichgroße 7-Zoll-Display von Waveshare kann deutlich mehr und dient zudem als Touchscreen für den RasPi.

  • 3,2-Zoll-Monitor von Joy-it im Test

    Der 3,2 Zoll kleine Monitor von Joy-it, zusammen mit dem RasPi kaum größer als eine Packung Zündhölzer, bietet eine interessante Alternative zu einer reinen Headless-Konfiguration. Er erleichtert das Überwachen des Boot-Vorgangs und das Verfolgen von Ausgaben, die nur ein Paar Zeichen oder Zeilen umfassen.

  • Foto-Backup mit dem RasPi

    Wer gern unterwegs fotografiert, braucht ein mobiles Backup-Medium für die Fotos, um den Digicam-Speicher für neue Schnappschüsse freizumachen. Ein RasPi eignet sich perfekt als Basis für einen solchen Foto-Tank.

  • UEFI-Rechner via PXE booten

    Die gute Nachricht zuerst: Mit der richtigen Konfiguration startet PXE auch Rechner mit UEFI-Firmware. Die schlechte: Das funktioniert deutlich langsamer als mit normalem BIOS.

Aktuelle Ausgabe

10/2019
Raspberry Pi 4B

Diese Ausgabe als PDF kaufen

Preis € 9,99
(inkl. 19% MwSt.)

Stellenmarkt

Neuigkeiten

  • Sonnige Zeiten

    UV-Strahlung ist für das menschliche Auge unsichtbar, was sie umso gefährlicher macht. Die Höhe der tatsächlichen Belastung verrät Ihnen das Selbstbauprojekt UV-Sensor.

  • Gut verpackt

    Für das Ansteuern kleiner Displays gibt es keine Programme von der Stange. Mit Python und einer Pygame-Bibliothek erstellen Sie trotzdem im Handumdrehen Anwendungen.

  • Macro-Mini-Micro-Bit

    Was dem Raspberry Pi für die Computerwelt gelungen ist, versucht der BBC Micro:bit für Mikrocontroller zu wiederholen. Das für Schüler entwickelte Kit hilft beim Einstieg in die hardwarenahe Programmierung.

  • Vorhang auf

    Mit dem modernen Video-Codec HEVC (H.265) erstellte Filme spielen bisherige RasPi-Modelle oft nur ruckelnd ab. Wir testen, ob der neue Raspberry Pi 4B das besser kann.

  • Überraschung!

    Eine optimierte Architektur und mehr RAM beschleunigen den RasPi 4B deutlich. Wir prüfen, wie gut sich der Neuling als Desktop-Rechner schlägt.

  • Durchgestartet

    Ein Stresstest zeigt, wie sich der neue Raspberry Pi 4 Modell B gegenüber den älteren Modellen abhebt.

  • Vierte Generation

    Eine schnellere CPU, USB 3.0 und Gigabit-Ethernet sind nur die Highlights des Raspberry Pi 4B: Das Board bringt viele weitere Neuerungen mit.

  • Tiefenmesser

    Um die Pumpe in einem Brunnenschacht möglichst genau zu positionieren, brauchen Sie dessen Tiefe. Die ermitteln Sie mithilfe eines präzisen Messgeräts aus einem Luftdrucksensor und einem Mikrocontroller.

  • Faktencheck

    Das via DVB-T2 ausgestrahlte Digital-TV liefert Bilder in HD-Qualität. Der dabei eingesetzte H.265-Standard überfordert allerdings kleine Mini-Rechner wie den Raspberry Pi – oder geht es doch?

  • Zugriff von außen

    React Native erlaubt es, Apps mit wenigen Zeilen Code zu programmieren. Mit einem entsprechenden Server sprechen Sie so den RasPi vom Smartphone aus an.