Blog In A Box und PressPi bringen Wordpress auf den Raspberry Pi

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Blog out of the box

Das bei Bloggern beliebte CMS Wordpress kommt besonders Einsteigern mit einer einfachen Oberfläche und aktiven Community entgegen. Mit Blog In A Box setzen Sie ein solches Komplettsystem im Handumdrehen auf einem RasPi auf.

Wer einen Webserver aufsetzen möchte, braucht eigentlich nicht viel: Theoretisch genügt ein Linux-System und ein einziges Kommando [1]: Mit Python starten Sie via python -m http.server 8000 einen Webserver auf Ihrem Computer, den Sie unter http://localhost:8000 beziehungsweise http://IP-Adresse:8000 aus dem lokalen Netzwerk heraus aufrufen.

Findet der Server zudem eine index.html mit einem Inhalt wie in Listing 1 im lokalen Verzeichnis, erscheint im Browser nicht nur ein Liste vom Inhalt des aktuellen Verzeichnisses, sondern eine echte Webseite.

Listing 1

 

<!doctype html>
  <head>
    <title>Hallo Welt!</title>
  </head>
  <body>
    <p>Willkommen auf deinem Webserver.</p>
  </body>
</html>

In der Praxis genügt solch ein Mini-Webserver jedoch nicht: Für mehr als simple statische HTML-Seiten benötigen Sie einen ausgewachsenen Webserver wie Apache, Nginx oder Lighttpd (als "Lighty" ausgesprochen). Dazu gesellt sich oft PHP als Skriptsprache und mit MariaDB (ehemals MySQL) als Datenbank. Erst damit sind Sie in der Lage, moderne Webanwendungen wie Content-Management-Systeme (dazu zählen etwa Typo3, Drupal oder Wordpress) betreiben.

Die saubere Konfiguration eines LAMP-Stacks, also der Kombination aus Linux, Apache, MariaDB und PHP, fällt aber gerade Einsteigern nicht unbedingt leicht. Die Pakete sind zwar unter einer Distribution wie Debian (und somit Raspbian) relativ einfach aus der Paketverwaltung installiert, der Teufel liegt jedoch im Detail.

Zur sauberen Installation von Wordpress gilt es etwa einen virtuellen Host einzurichten, die entsprechenden Module für die Unterstützung von PHP und der Rewrite-Engine (mod_rewrite) zu aktivieren und letztendlich das Setup von Wordpress auszuführen, das die Datenbank einrichtet.

Wordpress

Mit einem Marktanteil von über 27 Prozent dominiert Wordpress den Markt der Content-Management-Systeme [2]. Andere Größen wie Joomla oder Drupal folgen abgeschlagen mit 3,3 beziehungsweise 2,2 Prozent. In anderen Worten: Über ein Viertel aller öffentlichen Webseiten setzt auf Wordpress auf.

In einem bei KichensinkWP [3] ausgestrahlten Interview gibt Matt Mullenweg (Mitinitiator von Wordpress und der Begründer des Unternehmens Automattic, das unter Wordpress.com die weltweit größte Blogging-Plattform betreibt) zu verstehen, dass das Projekt langfristig mehr 50 Prozent aller Webseiten befeuern möchte. Der Autor des Artikels betreibt ebenfalls seit Jahren ein Linux-Blog auf dieser Grundlage im Internet (Abbildung 1).

Abbildung 1: Das Dashboard im Backend von Wordpress: Zahlreiche Betreiber von Webseiten und Blogger (wie hier das Blog des Autors unter linuxundich.de) setzen auf das Open-Source-CMS auf.

Der Erfolg von Wordpress beruht zu einem Großteil auf der Community rund um das CMS. Es gibt zahllose Plugins und Themes für so gut wie jeden Anwendungsfall. Was Einsteiger anfangs vor die Qual der Wahl stellt, erleichtert Profis die Arbeit. In der Regel brauchen Sie für eine Wordpress-Seite nie bei Null anzufangen, für fast jeden Wunsch findet sich ein Plugin oder ein abgewandeltes Theme.

Einsteiger sollten jedoch nicht gleich dem Plugin-Wahn verfallen: Mehr Erweiterungen bedeuten für den Webserver mehr Funktionen abzuarbeiten und Anfragen an die Datenbank. Ein günstiger Webspace ist damit schnell überfordert und die Seite lahmt.

Blog In A Box

Wer nun nicht sein Blog auf der geschlossenen Plattform Wordpress.com betreiben möchte, sondern selbstständig verwalten will, benötigt entweder geeigneten Speicherplatz bei einem Hoster oder einen (virtuellen) Server im Internet. Für eine "richtige" Webseite, also etwa für die Seite eines Geschäfts oder die Vorstellung eines Projekts, empfiehlt es sich gerade nicht, auf einen per DSL oder Kabel angebundenen Server zu setzen.

Für erste Schritte mit Wordpress oder Tests von neuen Themes oder Plugins, ist ein solcher hingegen die perfekte Wahl: Ohne das Risiko etwas falsch zu machen, dürfen Sie sich hier nach Belieben austoben.

Damit Sie sich Blogger in spe nun nicht mit der schon angesprochenen Installation und Konfiguration eines Webservers mitsamt PHP- und Datenbank abzumühen brauchen, bietet Automattic mit Blog In A Box [4] ein Raspberry Pi-Image an, dass Sie einfach auf eine Speicherkarte schreiben.

Dazu braucht es nicht einmal ein Werkzeug wie den Win 32 Disk Imager, ein Assistent lädt das aktuelle Image mitsamt der letzten Wordpress-Version automatisch aus dem Netz und schreibt es mit individuellen Zugangsdaten versehen auf die Speicherkarte (Abbildung 2).

Abbildung 2: Der Assistent für die Installation von Blog In A Box übernimmt nicht nur das Schreiben der SD-Karte, sondern erzeugt außerdem für jeden Dienst individuelle Passwörter.

Merken Sie sich die kryptischen Passwörter gut, Sie benötigen im Laufe der Experimente eventuell alle (für Test im eigenen Netzwerk, dürfen Sie gerne einfacherer Passwörter vergeben). Den Assistenten gibt es für Linux, MacOS und Windows.

Im Test erwies sich die Linux-Version jedoch als problematisch: Nach Abschluss des Schreibens bittet das Programm mit der Nachricht Please re-insert your SD card darum, dass Sie die Speicherkarte wieder einlegen – diese steckte aber die ganze Zeit im Kartenleser. Anschließend ließ sich das Programm nur mittels SIGKILL beenden.

Der Raspberry Pi ließ sich mit dem daraus resultierenden Image dann zwar starten, doch sämtliche Passwörter funktionieren nicht. Egal, ob die durch den Installer vorgegebenen zum Einsatz kamen oder selbst vergebene. Die Windows-Variante des Assistenten erzeugte dagegen ein komplett funktionsfähiges Image.

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  • Angetestet

    Barefootd 1.4.1 leitet Ports und Verbindungen weiter, schlanke OpenSSH-Alternative Dropbear 2017.75, Httpbench 0.2.2 erfasst Webserver-Reaktionszeiten, Mtr 0.92 kombiniert Traceroute und Ping.

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