Self-Hosting-Lösung YunoHost für die private Cloud

© Volodymyr Krasjuk, 123RF

Mit einfachen Mitteln

YunoHost bietet eine große Anzahl von Diensten auf einer bewährten Debian-Server-Plattform, die Sie selbst hosten können.

Der Erfolg des Raspberry Pi basiert auf einer Kultur des Selbstmachens mit einfachen Mitteln. YunoHost [1] passt perfekt in dieses Ökosystem. Es reiht sich ein in Projekte wie Freedom Box [2], Sandstorm [3], Ubos [4] oder das kürzlich eingestellte ArkOS [5]. Alle davon versetzen den Anwender in die Lage, einen Server unter eigener Kontrolle zu betreiben und darauf möglichst unkompliziert verschiedene Webdienste sicher zu installieren.

YunoHost basiert auf Debian und steht für die Architekturen i386, amd64, PowerPC und ARM in Version 2.5 zum Herunterladen bereit. Eine Demo-Seite [6] bietet die Möglichkeit, Benutzerschnittstelle und Backend für die Administration vorab zu testen. Das System bringt alle benötigten Programme für einen Server vorkonfiguriert mit. Darauf sind bereits einige Dienste installiert, andere stehen als Apps zur Installation per Mausklick bereit.

Gleich nach dem Setup des Betriebssystems bietet dieses als Grundlage für die zu installierenden Dienste Nginx [7] als Webserver, MariaDB als Datenbank, den Mail Transfer Agent Postfix [8] und den IMAP-Server Dovecot [9] samt Spamfilter Rspamd [10]. Der XMPP-Server Metronome IM [11], OpenLDAP [12], Dnsmasq [13] und das transparente Authentifizierungssystem SSOwat [14] für Single-Sign-On sind ebenso vorinstalliert wie Let's Encrypt [15] zum Erstellen von SSL-Zertifikaten.

Gut ausgestattet

Das Angebot offizieller Apps für verschiedenste Webdienste beläuft sich derzeit auf 21 Pakete [16], die Sie mit nur einem Klick installieren. Darunter befinden sich neben bekannten Diensten wie Wordpress, Nextcloud, Roundcube oder Dokuwiki auch weniger bekannte wie die Pocket-Alternative Wallabag [17], der CalDAV- und CardDAV-Server Baikal [18], der Webmailer Rainloop [19] sowie der verschlüsselte Paste-Service ZeroBin [20].

Die Liste der von der Community entwickelten und betreuten inoffiziellen Apps [21] fällt wesentlich länger aus: Sie umfasst rund 100 Programme wie etwa einen eigenen Sync-Server für Firefox [22], den Git-Service Gogs [23], den CI-Server Jenkins [24], Mattermost [25] als Alternative zu Slack, die Foto-Galerie Piwigo [26] und viele andere mehr.

Damit ist aber immer noch nicht Schluss: Es gibt noch die Abteilung Apps in Progress, deren Apps Sie zwar testen dürfen, aber ohne Garantie, dass sie bereits zuverlässig laufen oder die Installation überhaupt gelingt.

Welche Plattform?

Auf welcher Plattform YunoHost sich sinnvoll einsetzen lässt, richtet sich nach den Diensten, die Sie bereitstellen möchten. Der Raspberry Pi 3, auf dem die Software im Test lief, hat – bedingt durch die Bauart – seine Grenzen. Von daher stellt sich die Frage, ob Dienste wie Wordpress, Nextcloud oder Dokuwiki darauf dauerhaft gut aufgehoben sind. Die Software läuft aber selbst auf den früheren Ausgaben des kleinen Rechners. Hier hängt die Auswahl jedoch noch mehr von den künftigen Aufgaben ab.

Vieles hängt individuell davon ab, wie viele Daten Sie lagern und wie viele Sie hin und her bewegen. Beim Durchsatz zeigen sich recht schnell die Grenzen des RasPi, ebenso bei der Bandbreite seines Ethernet-Anschlusses [27]. Für einen Test der gewünschten Ausstattung an Diensten eignet sich der kleine Rechner in jedem Fall. Ansonsten besteht die Möglichkeit, die Software auf einem lokalen Rechner oder einem V-Server bei einem professionellen Hoster zu installieren. Läuft auf dem betreffenden Rechner bereits Debian, integrieren Sie das Programm per Skript ins System [28].

Eine virtuelle Maschine, bereitgestellt von Virtualbox, Vmware oder KVM, eignet sich ebenfalls als Basis für einen Test. Im Gegensatz zum herkömmlichen Einsatz der Network Address Translation (NAT) kommt hier, da Sie später per Interface zugreifen, der Brückenmodus zum Einsatz. Ein Image für Vagrant [29] steht ebenfalls bereit.

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