Nistkästen mit der Pi-Cam ins Internet bringen

RAM-Disk

SD-Karten vertragen häufige Schreibzugriffe nur schlecht. Mit einer RAM-Disk, also einem Cache im Arbeitsspeicher des RasPi, schonen Sie die Speicherkarte. Zudem arbeitet eine RAM-Disk wesentlich schneller als die Micro-SD-Karte. Beim Nistkasten soll die RAM-Disk die Logdateien und die von der Kamera geschossenen Bilder aufnehmen.

Für eine 64 MByte große RAM-Disk erstellen Sie zunächst entsprechend Listing 3 das Verzeichnis /mnt/ramdisk/. Anschließend tragen Sie die Konfiguration aus Listing 4 in die Datei /etc/fstab ein. Nach einem Neustart zeigt der Befehl df dann die RAM-Disk an. Damit der Standardbenutzer pi auf dieser flüchtigen "Festplatte" schreiben darf, korrigieren Sie mit chown noch die Dateirechte entsprechend.

Listing 3

 

$ sudo mkdir /mnt/ramdisk
[... /etc/fstab mit Inhalt aus Listing 5 ...]
$ sudo nano /etc/fstab
[... Neustart ...]
$ df | grep ramdisk
tmpfs              65536       0     65536    0% /mnt/ramdisk
$ sudo chown pi:pi /mnt/ramdisk

Listing 4

 

tmpfs /mnt/ramdisk tmpfs nodev,nosuid,size=64M 0 0

Kamera

Zum Aufzeichnen der Aktivitäten der nistenden Vögel kommt die Raspberry-Pi-Kamera in der IR-Version zum Einsatz. Diese haben Sie bereits bei der initialen Einrichtung des Systems aktiviert, nun fehlt noch die softwareseitige Unterstützung. Für das Projekt kommt Python zum Einsatz: Dafür gibt es mit Picamera [6] bereits eine leistungsfähige Bibliothek, die sich über den Python-Paketmanager Pip installieren lässt (Listing 5). Auch eine minimalistische Bildveränderungserkennung lässt sich in Python gut umsetzen.

Listing 5

 

$ sudo apt install python-pip
$ sudo pip install picamera

Damit sich die Vögelchen nicht durch die rote LED der Kamera gestört fühlen, schalten Sie diese aus. Das erfordert den Eintrag disable_camera_led=1 in der Datei /boot/config.txt und einen anschließenden Neustart.

Für einen ersten Test übertragen Sie nun den Inhalt aus Listing 6 in eine leere Datei, etwa in meisentest.py. Das kleine Programm nimmt lediglich ein Bild auf und speichert es auf der RAM-Disk. Zudem gibt es die aktuelle Zeit in Form eines Timestamps aus. Sie machen das Programm mit chmod +x meisentest.py ausführbar und rufen es dann mit ./meisentest.py auf. Das System sollte die neue Aufnahme nach einem ls /mnt/ramdisk auflisten.

Listing 6

 

#!/usr/bin/python
# meisentest.py
# Erster Test
import picamera
import time
# Voreinstellungen
WIDTH=320
HEIGHT=240
FONTSIZE=20
# Kamera initialisieren
camera = picamera.PiCamera()
camera.vflip = False
camera.hflip = False
camera.brightness = 60
camera.resolution = (WIDTH,HEIGHT)
localpicname = '/mnt/ramdisk/meisencam.jpg'
camera.capture(localpicname)
zeitstempel = time.strftime("%Y%d%m-%H%M%S")
print (zeitstempel)
camera.close()

Diesen Artikel als PDF kaufen

Express-Kauf als PDF

Umfang: 9 Heftseiten

Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)

Raspberry Pi Geek kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

Aktuelle Ausgabe

04/2019
TV & Multimedia

Diese Ausgabe als PDF kaufen

Preis € 9,99
(inkl. 19% MwSt.)

Stellenmarkt

Neuigkeiten

  • Finger weg

    Ein Temperatursensor verrät, ob Sie einen Gegenstand gefahrlos berühren dürfen. Beim Messen brauchen Sie dabei noch nicht einmal Kontakt zum Objekt.

  • Aus einer Hand

    Um einen Mikrocontroller zu programmieren, genügt ein Raspberry Pi. Wir zeigen, was Sie dazu noch benötigen.

  • Im Gleichtakt

    Synchronisierte Live-Loops und selbst erstellte Funktionen helfen dabei, Sonic Pi wie ein Live-Instrument zu spielen.

  • Mach mal

    Das Ftduino-Modul schlägt die Brücke zu Fischertechnik und ermöglicht es unter anderem, einen Drei-Achsen-Roboter anzusteuern.

  • Eleganter Diener

    Jeden Morgen dieselben Handgriffe, um zu sehen, ob die S-Bahn fährt und wie das Wetter wird? Ein cleverer Infoscreen auf RasPi-Basis automatisiert den Vorgang.

  • Bienenflüsterer

    Bienenzüchter, die ihre Völker besser kennenlernen möchten, müssen die fleißigen Insekten nicht pausenlos stören. Mit einem Raspberry Pi und verschiedenen Sensoren überwachen sie Temperatur, Luftfeuchtigkeit und bald auch das Gewicht des Bienenstocks.

  • Beerige Musik

    Für echten Hi-Fi-Sound braucht es mehr als einen kleinen Bluetooth-Brüllwürfel. Mit Volumio und einem Raspberry Pi rüsten Sie Ihre klassische Hi-Fi-Anlage mit smarten Funktionen auf.

  • Ton ab!

    Auf den ersten Blick erscheint der RasPi zu schwachbrüstig für den Betrieb leistungshungriger DAW-Software. Doch der Schein trügt.

  • Himbeer-TV

    Der DVB TV µHAT rüstet den Raspberry Pi mit einem DVB-T/T2-Tuner auf. Die deutsche TV-Landschaft schränkt dessen Möglichkeiten allerdings ein.

  • Git à la RasPi

    Mit wenigen Handgriffen zum Git-Hoster: Die dezentrale Arbeitsweise von Git erleichtert in Kombination mit der Netzwerkfähigkeit des RasPi das Verwalten von Quellcode.