Kollaboratives Schreiben mit Etherpad Lite auf Cubietruck

Tipps und Tricks

Auf einem von vielen Menschen genutzten Etherpad-Lite-Server sammeln sich mitunter recht viele Daten an, oft in Form nicht mehr genutzter Pads. Als Vorbeugemaßnahme beschränken Sie mit dem Plugin delete_after_delay [13] die Lebensdauer eines Pads auf einen festen Zeitraum. In der Konfiguration legen Sie fest, wie viele Tage das Pad nach der letzten Änderung erhalten bleiben soll. Leere Pads, die nie mit Inhalt gefüllt wurden, löschen Sie automatisiert mithilfe des Plugins delete_empty_pads [14].

Mitunter sollen Nutzer nur Einblick in ein Dokument erhalten, aber nichts ändern dürfen. Über das Plugin public_view [15] lassen sich solche Einstellungen über die Admin-Konsole regeln. Alternativ aktivieren Sie im Dialog Share and embed this pad den unscheinbaren Haken bei Read only (Abbildung 7). Daraus resultiert ein Link, der aus einer URL samt Hash-Wert besteht. Über einen Webbrowser verfolgen Zuschauer so mit, wie sich das freigegebene Dokument verändert.

Abbildung 7: Bei Bedarf geben Sie ein Pad für bestimmte Nutzer nur zum Lesen frei.

Etherpad Lite speichert in regelmäßigen Abständen den Arbeitsstand jedes Dokuments. Hier verbessern Sie nicht nur die Lebensdauer der Speichermedien, sondern auch die Performance, indem Sie die Daten nicht auf die Micro-SD-Karte schreiben lassen, sondern den Cubietruck oder RasPi um eine Festplatte ergänzen. Der Cubietruck bietet den Vorteil, dass sich eine schnelle SATA-Festplatte anschließen lässt und sich die Daten nicht über den engen USB-Bus quälen müssen. Der zusätzliche Stromhunger der Festplatte erfordert allerdings das Versorgen des Cubietruck über ein zusätzlich zu beschaffendes externes 5V/2,5A-Netzteil.

In dem von uns genutzten Kunststoffgehäuse mit hübschem Cubieboard-Logo sind die entsprechenden Bohrungen für die Schrauben zur Montage der Festplatte auf der Bodenplatte bereits vorhanden und geben ihr sicheren Halt. Das Einpassen der Festplatte in das Gehäuse gestaltet sich dabei allerdings etwas hakelig, da die Verbindungskabel zwischen Board und Festplatte etwas zu lang und zudem recht steif ausfallen (Abbildung 8). Nutzen Sie hingegen die im Originalpaket des Cubietruck mitgelieferten Kunststoffplatten zur Auflage der Disk, ist die bestehende Kabellänge ideal.

Abbildung 8: Vorbereitungen zum Einbau einer zusätzlichen 2,5-Zoll-Notebook-Festplatte.

Ein weiterer Tuning-Schritt liegt im Wechsel des Datenbanksystems, in dem Etherpad Lite seine Daten und die einzelnen Versionen der Texte ablegt. In der Vorgabe liegen die Dokumente als ASCII-Texte unter /opt/etherpad/var/dirty.db. Für den produktiven Einsatz in einer größeren Arbeitsgruppe empfiehlt sich dieses Vorgehen nicht. Wechseln Sie in diesem Fall besser auf SQLite, MySQL/MariaDB oder PostgreSQL [16].

Beobachtungen

Die Menüleiste von Etherpad Lite beschränkt sich nur auf die grundlegenden Funktionen, erst die Installation zusätzlicher Plugins schafft mehr Komfort. Dem ansonsten sehr nutzerfreundlichen Programm fehlt definitiv eine Möglichkeit, nicht mehr benötigte Pads per Knopfdruck zu löschen. Da helfen nur Plugins wie delete_after_delay aus der Misere.

Ein weiteres Manko liegt darin, dass sich angelegte Dokumente nicht mit einem Passwort schützen lassen. Jeder, der die URL kennt, kann auf die Daten zugreifen. Überdenken Sie die Weitergabe der URLs also gut, insbesondere bei schutzbedürftigen Inhalten. Immerhin ließe sich ein Zugriffsschutz über den Webserver via .htaccess ergänzen.

Daneben verschwimmt beim kollaborativen Arbeiten die Grenze zwischen eigenen und fremden Inhalten stark [17]: Aus den exportierten Daten lässt sich am Ende nicht herauslesen, welcher Autor welchen Teil des Inhalts beigesteuert hat.

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