Images auf SD-Karte schreiben unter Linux, Mac und Windows

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Eingebrannt

Das System für den Raspberry Pi kommt nicht auf DVD, sondern in Form von Images, die Sie auf die Speicherkarte des Mini-Rechners bannen. Wir erklären, wie Sie das unter Windows, Mac OS X und Linux bewerkstelligen. Neuerdings erleichtert Etcher die Aufgabe – egal, auf welchem Betriebssystem.

Der RasPi arbeitet nicht wie ein gewöhnlicher PC mit einer Festplatte oder einem modernen SSD-Laufwerk als Massenspeicher, sondern nutzt einfache SD-Karten, wie sie bei Smartphones oder Digitalkameras zum Einsatz kommen (Abbildung 1). Der Vorteil dieser Lösung besteht darin, dass sich die Karten kostengünstig beschaffen und leicht wechseln lassen. Das erlaubt es, den Rechner durch Tausch der Karte schnell mit unterschiedlichen Systemen zu starten, ohne zum Schraubdreher zu greifen oder Kabel umzustecken.

Dadurch ergeben sich Konsequenzen für die Installation des Betriebssystems: Das spielen Sie beim Raspberry Pi nicht über eine bootfähige DVD oder einen USB-Stick ein. Stattdessen bieten die Raspberry Pi Foundation als Hersteller [1] sowie zahlreiche unabhängige Entwickler sogenannte Images an.

Abbildung 1: Das Betriebssystem des Raspberry Pi schreiben Sie als Image auf die Micro-SD-Karte des Mini-Rechners.

Diese beinhalten das Betriebssystem inklusive der für den RasPi nötigen Treiber sowie spezifische Konfigurationen und Programme. Sie als Anwender legen auf diese Weise sofort los. Images dieser Systeme kopieren Sie am einfachsten von Hand auf die Speicherkarte; das von der Foundation entwickelte Tool NOOBS [2] unterstützt inzwischen ohne Netzwerkanbindung nur noch die Variante Raspbian.

Warnung

Kontrollieren Sie immer genau, auf welchen Datenträger Sie das Image kopieren. Wählen Sie das falsche Laufwerk aus, droht der vollständige Verlust der Daten, die auf diesem Medium lagern.

RasPi-Images

Als Beispiel zur Installation eines beliebigen Systems dient in diesem Artikel das Debian-Derivat Raspian [3], das die Raspberry Pi Foundation als Musterimplementation einer Distribution für den Mini-Computer erstellt. Das Image eignet sich für sämtliche Raspberry-Modelle aller Generationen.

Je nach Anwendungsfall gibt es eine Variante mit (Raspbian Jessie with Pixel) und eine ohne vorinstallierte Oberfläche (Raspbian Jessie Lite) (Abbildung 2). Für ein Server-Projekt bietet sich Letztere an, da der Rechner vermutlich neben dem Router in einem Schrank sein Zuhause findet. Zum Einrichten benötigen Sie nicht zwingend eine grafische Oberfläche. Selbst bei einem Pi Zero W gelingt es, diesen ohne den Anschluss weiterer Peripherie einzurichten – ein Stromkabel genügt.

Abbildung 2: Die meisten Entwickler von RasPi-Systemen, wie hier das quasi offizielle Rasbian, bieten Disk-Images zum Herunterladen an.

Im Gegensatz dazu unterscheiden einige andere Distributionen wie etwa die Mediacenter-Software LibreELEC [4] zwischen individuellen Builds für die unterschiedlichen Generationen des Raspberry Pi. In der Regel zieht sich die Grenze dann zwischen den RasPis der ersten Generation mitsamt den zwei Zero-Varianten (mit und ohne WLAN) und den Raspberry Pis der zweiten und dritten Generation. Suchen Sie sich die für Ihre Hardware passende Datei heraus und speichern Sie die heruntergeladene Datei mit der Endung img.gz in einem Ordner ab, den Sie später leicht wiederfinden.

Windows

Bevor Sie das Image auf die Speicherkarte bannen, entpacken Sie die komprimierte Datei. Der Windows Explorer bietet im Kontextmenü die Funktion, Dateien auszupacken, doch das funktioniert nicht mit dem von Linux-Entwicklern gerne genutzten Gzip- oder kurz GZ-Format. Zum Entpacken installieren Sie daher am besten das freie Programm 7-Zip [5] auf dem entsprechenden Rechner (Abbildung 3).

Abbildung 3: Mit dem freien Programm 7-Zip entpacken Sie unter Windows das bei vielen RasPi-Images genutzte Gzip-Format. Raspbian packen die Entwickler jedoch mittlerweile ins verbreitete Zip-Format.

Das Programm beherrscht nicht nur Gzip und das eigene 7Zip-Format, sondern darüber hinaus Zip, Rar und viele weitere Formate. Auf Wunsch integriert sich das Tool ins Kontextmenü des Explorers, sodass Sie das Packen und Entpacken von Dateien darüber erledigen. Images wie Raspbian packen die Entwickler inzwischen jedoch ganz regulär mit dem ZIP-Format und kommen so den Windows-Anwendern entgegen.

Zum Schreiben oder Auslesen eines Datenträgerabbilds bringt selbst die aktuelle Windows-Generation noch keine Bordmittel mit. Für die Aufgabe greifen Sie daher auf den bewährten Win32 Disk Imager [6] zurück. Das kostenlose und quelloffene Programm installieren Sie entweder über die Setup-Datei Win32DiskImager-Version-install.exe fest ins System, oder Sie laden das Programmpaket Win32DiskImager-Version-binary.zip herunter und starten die Programmdatei Win32DiskImager.exe aus dem entpackten Archiv.

Im Programm suchen Sie über die Schaltfläche mit dem Ordner-Symbol das zu kopierende RasPi-Image heraus. Zudem wählen Sie das Laufwerk aus, auf das die Software die Daten schreiben soll. Den Buchstaben des Laufwerks kontrollieren Sie zur Sicherheit am besten anhand der Angaben in der Seitenleiste des Windows Explorer (Abbildung 4).

Abbildung 4: Den Buchstaben des Laufwerks für das Zielmedium im Win32 Disk Imager entnehmen Sie zur Sicherheit dem Windows Explorer.

Mit einem Klick auf Schreiben leiten Sie das Kopieren der Daten ein, wobei Sie abermals eine Warnung erhalten. Kontrollieren Sie dort nochmals, ob das Ziel stimmt: Das Programm überschreibt unwiederbringlich sämtliche Daten auf dem gewählten Datenträger.

Als Alternative zum Win32 Disk Imager bietet sich Rufus [7] an: Auf dieses Programm unterstützt inzwischen das Schreiben von Raspberry-Pi-Images. Wählen Sie dazu nach dem Start des Programms neben dem Feld Startfähiges Laufwerk erstellen mit die Option DD Abbild aus.

Rufus deaktiviert daraufhin die meisten Optionen, es bleibt praktisch nur noch der Knopf daneben mit dem stilisierten CD-Brenner übrig. Darüber wählen Sie die gewünschte Image-Datei aus. Anders als beim Win32 Disk Imager brauchen Sie dabei das Image nicht zuvor zu entpacken: Das Tool unterstützt von Haus aus diverse gepackte Formate wie GZ, Bzip2 oder Zip und holt sich selbstständig das eigentliche Image aus dem Archiv (Abbildung 5).

Abbildung 5: Das Windows-Tool Rufus schreibt ebenfalls Raspberry-Pi-Images auf die Speicherkarte und akzeptiert dabei auch gepackte Abbilder.

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