7-Zoll-Touchscreen von Waveshare im Test

Hochformat

Das Waveshare-Display lässt sich nicht nur im Querformat betreiben, sondern auch im Hochformat. Dazu ergänzen Sie die Konfigurationsdatei config.txt des RasPi um den Eintrag aus Listing 2. Die Zahl 1 steht in diesem Fall für eine Drehung um 90 Grad im Uhrzeigersinn.

Mit einem Wert von 2 stellen Sie den Bildschirminhalt auf den Kopf, mit der 3 für 270 Grad drehen Sie ihn auf die andere Seite. Beachten Sie jedoch, dass beim Drehen das Zusammenspiel aus Touch-Eingaben und Mauszeiger nicht mehr funktioniert: Ziehen Sie etwa den Finger vertikal über das Display, bewegt sich der Mauszeiger auf dem Bildschirm in der Horizontalen.

Listing 2

 

#/boot/config.txt
[...]
# Monitor drehen: 1 für 90 Grad,
# 2 für 180 Grad und 3 für 270 Grad.
display_rotate=1

Kompatibilität

Im Praxistest zeigte sich, dass nicht jedes Betriebssystem das Waveshare-Display erkennt. Raspbian und Sabayon ARM akzeptieren den kompakten Touchscreen wie jeden anderen per HDMI angeschlossenen Bildschirm. Fedora ARM [7] dagegen zeigt nur die Bootmeldungen an, nicht jedoch die grafische Oberfläche. Die einzige auf Fedora basierte RasPi-Distribution, die mit dem Waveshare zurechtkommt, scheint Fedberry [8] auf Basis von Fedora 24 zu sein.

Wie Sabayon ARM nutzt Fedberry XFCE, daher ähnelt sich die Bedienung. Fedberry benutzt jedoch die virtuelle Tastatur Florence [9], die ständig abstürzt. Haben Sie etwa vor dem Absturz von Florence die Shift-Taste gedrückt, wirkt sich das noch nach dem Absturz aus: Sämtliche Tastatureingaben erscheinen anschließend als Großbuchstaben. Das unfreiwillige Caps Lock lässt sich erst durch einen Neustart von Florence abstellen.

Unter Raspbian funktioniert Florence noch schlechter: Die Anwendung stürzt mit dem ersten Tastendruck ab. Punkten kann Raspbian hingegen beim Hochformat. So erscheinen zum Beispiel beim PDF-Betrachter Xpdf [10] alle Bedienelemente auf dem Schirm, sodass man das Fenster nicht erst verschieben muss, um es schließen zu können (Abbildung 6).

Abbildung 6: Im Hochformat passen sämtliche Bedienelemente des PDF-Betrachters Xpdf aus Raspbian auf den Bildschirm.

Anwendungen im Vollbildmodus stellen eine Herausforderung für das System dar. Sabayon ARM harmoniert grundsätzlich gut mit dem Display, doch ein etwa über die Paketverwaltung nachinstalliertes Kodi-Mediacenter startet zwar als Fullscreen-App, belegt aber nur die Hälfte des Bildschirms. Darüber hinaus wirkt die Schrift zu klein und das Bild zu dunkel, sodass sich das Waveshare-Display nur bedingt als Mini-Heimkino eignet.

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