7-Zoll-Touchscreen von Waveshare im Test

Montage

Ohne Gehäuse droht die filigrane, teils mit Flachbandkabeln bestückte Rückseite des Displays über kurz oder lang Schaden zu nehmen. Als Abhilfe offeriert Waveshare einen Monitorrahmen (Abbildung 2) aus Acryl mit weißer Vorder- und schwarzer Rückseite. Die meisten der mitgelieferten Schrauben und Muttern sind ebenfalls aus Kunststoff. Eine Anleitung zum Zusammenbau findet sich sowohl auf der Webseite des Herstellers [5] wie auch beim deutschen Vertrieb.

Abbildung 2: Der Display-Rahmen von Waveshare – Sie müssen ihn noch zusammenbauen – kostet knapp 12 Euro.

Der Raspberry Pi lässt sich im Zusammenspiel mit dem Gehäuse hinter dem Display montieren. Allerdings tragen die Kabel kräftiger auf als die Flachbandkabel des offiziellen Displays, sodass die Waveshare-Lösung weniger elegant wirkt. Zusätzlich zum Rahmen befinden sich noch Teile für einen Ständer im Paket (Abbildung 3).

Abbildung 3: Der Zusammenbau des mitgelieferten Ständers ist im Handumdrehen erledigt.

Während der Montage müssen Sie bei den zwei mittleren Schrauben aufpassen: An diesen Stellen finden sich auf der Platine des Displays keine Laschen. Die Distanzhülsen geraten daher schnell in Schieflage und wölben so das ganze Konstrukt nach außen auf (Abbildung 4). Um das zu verhindern, können Sie auf eines der Distanzstücke verzichten. Dann müssen Sie jedoch in Kauf nehmen, dass sich das Sandwich unter Last leicht nach innen verformt.

Abbildung 4: Bei falscher Montage des Sandwichs aus Gehäuse und Display wölben sich die dünnen Kunststoffplatten.

Praxistest

Wir testen das Waveshare-Display auf einem Raspberry Pi 3 unter Sabayon ARM [6]. Als Desktop-Umgebung kommt das leichtgewichtige XFCE zum Einsatz. Dabei treten die Vorteile des höher auflösenden Waveshare-Bildschirms gegenüber dem offiziellen RasPi-Display schnell hervor: So lassen sich Webseiten, die bislang noch nicht für die Darstellung auf mobilen Geräten optimiert wurden, in der Regel ohne Scrollen lesen, und auch Anwendungen wie LibreOffice passen komplett auf den Bildschirm.

Typisch für einen kapazitiven Touchscreen lässt sich dieser nur mit der Fingerkuppe oder speziellen Stiften bedienen. Das Drücken größerer Schaltflächen gelingt in der Regel gut, bei kleineren Buttons muss man jedoch sehr genau zielen. Auch das Ausführen eines Doppelklicks per Fingerzeig fällt nicht gerade leicht. XFCE selbst fehlen zudem Optionen, um Kontextmenüs per Geste zu öffnen oder in Anwendungsfenstern per Wisch zu scrollen.

Für Texteingaben müssen Sie nicht zwangsläufig eine Tastatur anschließen: Sabayon ARM bringt von Haus aus ein virtuelles Keyboard mit (Abbildung 5), das Sie über Applications | Accessories | Keyboard aufrufen. Damit das Fenster der Tastatur nicht immer hinter der gerade aktiven Anwendung verschwindet, pinnen Sie es im Vordergrund fest. Dazu tippen Sie links oben auf das Icon für die Fenstereinstellungen und wählen dort die Option Always on Top an. Für die virtuellen Keys gilt jedoch dasselbe wie für kleine Schaltflächen: In der Praxis muss man schon sehr genau zielen, um die gewünschte Taste sicher zu treffen.

Abbildung 5: Der XFCE-Desktop von Sabayon ARM bringt von Haus aus eine brauchbare Bildschirmtastatur mit.

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