Syncloud verwandelt den RasPi per Mausklick in einen Server

© pixelrobot, 123RF

Out of the box

Wer einen RasPi-Server in den eigenen vier Wänden aufbauen möchte, muss nicht nur die Software installieren und einrichten, sondern auch das Netzwerk entsprechend konfigurieren. Syncloud nimmt Ihnen diese Arbeit komplett ab.

Um einen Server in den eigenen vier Wänden zu betreiben, benötigen Sie nicht nur grundlegende Linux-Kenntnisse, sondern auch ein gewisses Know-how in Sachen Netzwerke. Begriffe wie DynDNS-Adresse oder Portweiterleitung sollten Ihnen zumindest ein Begriff sein – schließlich müssen Sie in der Regel eine solche Adresse einrichten und Ports weiterleiten, damit sich Ihr Server unter einer leicht merkbaren URL aus dem Internet erreichen lässt.

Diese Arbeit möchte Ihnen Syncloud [1] abnehmen. Das Unternehmen vertreibt komplett vorkonfigurierte Mini-Server in Form eines Raspberry Pi oder Odroid C2 für 75 respektive 95 US-Dollar; beide lassen sich über eine einfache Weboberfläche managen. Syncloud übernimmt zudem die Funktion als DynDNS-Anbieter, sodass Sie beim Einrichten des eines RasPi-Servers nur wenig Arbeit haben.

Eigenbau-Server

Als kostenlose Alternative offeriert Syncloud das dem System zugrundeliegende Image für eine Reihe von Single-Board-Computer zum herunterladen an [2]. Dazu zählen weitere SBCs aus dem Früchtekorb wie der Banana Pi, Cubieboard und -truck sowie diverse Odroids. Schließlich gibt es auch ein VDI-Archiv mit einer VM für die VirtualBox. Unser Test basiert auf dem Image für den Raspberry Pi 3.

Die Installation auf einer Micro-SD-Karte erfolgt wie bei anderen RasPi-Systemen über eine IMG-Datei: Auf einem Linux-System entpacken Sie zuerst das komprimierte XZ-Archiv. Dann ermitteln Sie beispielsweise mittels Lsblk die Geräte-ID der SD-Karte im Kartenleser. Zu guter Letzt schreiben Sie das Image dann mit Dd auf die Speicherkarte. Listing 1 zeigt ein Beispiel für den Ablauf.

Unter Windows benötigen Sie zum Entpacken und Schreiben des Images die kostenlosen Tools 7-Zip und den Win32 Disk Imager.

Listing 1

 

$ unxz syncloud-raspberrypi3*.img.xz
$ lsblk
NAME         MAJ:MIN RM   SIZE RO TYPE MOUNTPOINT
[...]
sdd            8:48   1    15G  0 disk
|-sdd1         8:49   1    15G  0 part /run/media/user/3F4A-11B1
sr0           11:0    1  1024M  0 rom
$ sudo dd if=syncloud-raspberrypi3*.img of=/sdd bs=1M; sync

Konfiguration

Zum Einrichten benötigen Sie nun ein Smartphone mit Android oder iOS. Das buchen Sie in Ihr WLAN ein, hängen dann den Syncloud-RasPi per Netzwerkkabel an den WLAN-Router und verbinden ihn mit den Netzteil. Anschließend installieren Sie die Syncloud-App aus Google Play [3] beziehungsweise dem iTunes App Store [4] und rufen diese auf. Darüber legen Sie nun einen kostenlosen Account beim Syncloud-Dienst an und melden sich an (Abbildung 1).

Abbildung 1: Für den Betrieb eines Syncloud-RasPi müssen Sie ein kostenloses Konto bei dem Dienst anlegen.

Anschließend sollte die App den Syncloud-RasPi in Ihrem Netzwerk automatisch entdecken. Ein Tipp auf das Gerät öffnet dann eine Maske, in der Sie dem Device einen Namen geben (unter dem sie es auch später aus dem Internet heraus erreichen) sowie einen Benutzer mit zugehörigem Passwort anlegen (Abbildung 2). Mit einem Fingerzeig auf ACTIVATE aktivieren Sie schließlich den Syncloud-Server. Die App benötigen Sie danach in der Regel nicht mehr.

Abbildung 2: Über die Syncloud-App für Android und iOS führen Sie die grundlegende Konfiguration des Systems aus.

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