Mit Journalctl die Systemd-Protokolle auswerten

Nach Zeit gefiltert

Bei Bedarf geht das alles noch viel genauer: Bei Rechnern oder Servern mit langen Laufzeiten zwischen den Starts greift eine Auswahl nach Boot-Vorgängen oft zu kurz. Hier bietet sich eher ein Zeitfenster in Kombination mit anderen Optionen an. Das Zeitfenster grenzen Sie mit den Optionen --since und --until bis auf die Sekunde genau ein.

In der Praxis sieht das etwa so aus wie in der ersten Zeile von Listing 5 oder – bei der Kombination beider Optionen – so wie in der zweiten Zeile. Es geht aber auch allgemeiner, wie die beiden letzten Zeilen demonstrieren. Dabei müssen Sie Datum und Zeit grundsätzlich in der Form YYYY-MM-DD HH:MM:SS angeben.

Listing 5

 

$ sudo journalctl --since "2017-03-10 12:00:23"
$ sudo journalctl --since "2017-03-10 12:00:23" --until "2017-03-10 19:00:23"
$ sudo journalctl --since yesterday
$ sudo journalctl --since 12:00 --until "now"

Filtern nach Komponenten

Es gibt weitere Filter, die nach bestimmten Ereignissen suchen. So besteht die Möglichkeit, Meldungen zu einzelnen Komponenten aufzuspüren. Macht etwa der Webserver Probleme, dann geben Sie mit journalctl -u apache2.service die betreffenden Ereignisse aus (Abbildung 3).

Abbildung 3: Journalctl ermöglicht die gezielte Abfrage der Protokolle für einzelne Dienste.

Haben Sie einen Verdacht, wo der Fehler im Zusammenhang mit dem Webserver stecken könne, verfeinern Sie den Filter, indem Sie etwa das Ihnen verdächtige PHP-Modul mit in die Abfrage packen (Listing 6, Zeile 1). Um hier spezifischer einzelne Prozesse, User oder Gruppen zu untersuchen, filtern Sie nach Prozess-, User- oder Gruppen-ID.

Listing 6

 

$ sudo journalctl -u apache2.service -u php-fpm.service --since yesterday
$ pidof apache2
$ ps aux | grep apache2
$ sudo journalctl _PID=PID
$ id -u www-data
$ sudo journalctl _UID=UID --since today

Dazu suchen Sie zunächst die entsprechende ID. Das gelingt für Prozesse beispielsweise mit Pidof oder ausführlicher mit Ps (Zeile 2 und 3). Den entsprechenden Prozess fragen Sie dann über die Option _PID ab (Zeile 4). Die ID des Users für den Webserver finden Sie unter Debian mit id -u www-data, etwa, um dann entsprechende Ereignisse seit Mitternacht zu ermitteln (Zeile 5 und 6). Alle Filter dieser umfangreichen Gruppe lassen Sie sich mit man systemd.journal-fields anzeigen.

Ebenso besteht die Möglichkeit, nach Meldungen über Anwendungen zu suchen, die sich nicht zu benehmen wissen. Dazu geben Sie lediglich den Pfad mit an. Bei Anwendungen, die Sie über das Paketmanagement installiert haben, lautet der Befehl etwa journalctl /usr/bin/amarok. Ansonsten hilft which Anwendung beim Ermitteln des Pfads für das ausführbare Element der Software.

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