GTK+: Schicke GUI für RasPi-Programme

© Aleksandra Gigowska, 123RF

Facelifting

Mit GTK+ realisieren Sie ohne großen Aufwand effiziente und gefällige grafische Frontends für Ihre Raspberry-Pi-Programme.

Bei ernsthaften Projekten mit dem Raspberry Pi kommt man um das Schreiben einer spezifischen Software nicht herum. Dabei taucht früher oder später unweigerlich die Frage nach einer passenden Oberfläche auf: Was nützt die schönste Anwendung, wenn sie sich nur umständlich über die Kommandozeile bedienen lässt?

Schon aus Performance-Gründen, aber auch um möglichst hardwarenah arbeiten zu können, landen Sie dann unweigerlich bei der Programmierung in C. Erfreulicherweise gibt es hier aus der Linux-Welt nützliche Toolkits, die Sie quasi als Baukasten für grafische Programmoberflächen nutzen können.

Zu den prominentesten Vertretern dieser Riege zählt das aufgrund einer langen Vorgeschichte äußerst ausgereifte Gimp Toolkit oder kurz GTK+ [1], auf dem unter anderem auch die bekannten Desktop-Umgebungen Gnome, LXDE, XFCE und Cinnamon sowie deren Anwendungen basieren.

GTK+

Mit GTK+ [1] lassen sich ohne großen Aufwand komponentenorientierte Benutzeroberflächen erstellen. Es umfasst viele Steuerelemente, mit denen Sie unkompliziert eigene grafische Oberflächen entwickeln. GTK+ liegt für den Raspberry Pi in der Version 3 vor und lässt sich über das Paketmanagement installieren (Listing 1, erste drei Zeilen). Da es auf C basiert, arbeiten die Komponenten im Vergleich zum Java-AWT merklich schneller.

Listing 1

 

$ sudo apt-get update
$ sudo apt-get upgrade
$ sudo apt-get install libgtk-3-dev
$ sudo apt-get install xterm

Als Nächstes installieren Sie das Terminalprogramm Xterm (Listing 1, letzte Zeile), das – wie der Name schon vermuten lässt – für den Einsatz auf X-Servern [2] konzipiert wurde. Ein solcher X-Server sorgt auf unixoiden Betriebssystemen für die Darstellung der grafischen Benutzeroberfläche. Wir benötigen Xterm, um die Verbindung zwischen Raspberry Pi und Desktop-PC zu testen.

TIPP

Unter Windows gibt es keinen X-Server auf dem System. Dort müssen Sie sich mit Tools wie Xming [4] behelfen.

Das Display tunneln

Es gibt mehrere Wege, um die Ausgaben des Raspberry Pi auf den PC umzuleiten. Eine einfache und zugleich sichere Möglichkeit bietet der Aufbau einer SSH-Verbindung zum Raspberry Pi, bei dem Sie direkt eine X-Window-Weiterleitung aktivieren können.

Unter Windows aktivieren Sie dazu auf dem PC in Putty das X11-Forwarding. Unter Linux oder MacOS öffnen Sie ein Terminal und verbinden sich direkt via SSH, wobei Sie den Parameter -X für das Forwarding mit angeben:

$ ssh pi@RasPi-IP -X

Nun steht Ihnen eine SSH-Verbindung zur Verfügung, die alle Anfragen an den X-Server des Raspberry Pi auf den PC weiterleitet. Um das zu testen, starten Sie nun Xterm mit dem Kommando xterm &. Auf diese Weise liegt das Terminalfenster im Hintergrund, sodass Sie die SSH-Sitzung weiter verwenden können.

Nach einigen Sekunden öffnet sich das Terminalfenster, in dem Sie wie gewohnt auf dem Raspberry Pi arbeiten. Damit sind alle Voraussetzungen erfüllt, um mit der GTK+-Programmierung auf dem RasPi zu starten.

Diesen Artikel als PDF kaufen

Express-Kauf als PDF

Umfang: 5 Heftseiten

Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)

Raspberry Pi Geek kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

Aktuelle Ausgabe

02/2019
Neue Energien

Diese Ausgabe als PDF kaufen

Preis € 9,99
(inkl. 19% MwSt.)

Stellenmarkt

Neuigkeiten

  • Scheibchenweise

    Zu den Stärken von Sonic Pi gehört es, mit wenigen Zeilen Code Samples dynamisch auszuwählen und zu zerlegen.

  • Unter Strom

    Für einen kleinen Spannungsmesser wie den INA3221 gibt es viele Einsatzmöglichkeiten. Wir zeigen, wie Sie den flexiblen Baustein richtig verdrahten.

  • Vermittlungsstelle

    Fischertechnik-Modelle bieten sich zum Fernsteuern an. Mit dem Ftduino schlagen Sie die Brücke zwischen dem RasPi und dem Technik-Spielzeug.

  • Durchgeschlängelt

    Mit den M0-Boards steigen Sie unkompliziert in die Welt der Mikrocontroller ein – ganz ohne C-Kenntnisse.

  • Gesiebt und gefiltert

    Filter und Werbeblocker einzurichten ist besonders auf Smartphones aufwendig. Den eBlocker hingegen schließen Sie einfach nur an Ihren Router an.

  • Es werde Licht

    Wollen Sie bei beginnender Dämmerung nicht ständig die Helligkeit der heimischen Beleuchtung nachregeln, überlassen Sie das einfach einem RasPi – der macht es automatisch.

  • Energiekontrolle

    Der Gesetzgeber erschwert das Direktvermarkten von Strom durch technische Hürden: So muss sich die Einspeisung etwa aus der Ferne abschalten lassen. Der RasPi löst das Problem.

  • H<->2<->-Power

    Gilt es, Energie aus einer regenerativen Quelle zu speichern, erweist sich die Kombi aus einer Brennstoffzelle und dem RasPi als ideale Lösung.

  • Kleine Wolke

    Lokale Cloud-Lösungen im Heimnetz finden immer mehr Nutzer. Mit dem RasPi und Seafile haben Sie eine Lösung zur Hand, die selbst professionellen Ansprüchen genügt.

  • Planvoll verdrahtet

    Die Leiterplattendesign-Software KiCad leistet trotz einer etwas umständlichen Bedienung auch Hobbybastlern gute Dienste.