Ubos: Daten unter Kontrolle

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Du bleibst der Boss

Mit Ubos ist es ein Leichtes, verschiedene Webdienste unter eigener Kontrolle zu hosten. Die auf Arch Linux basierende Server-Distribution funktioniert auch auf dem Raspberry Pi.

Datenhaltung unter eigener Regie stellt in diesen unsicheren Zeiten für viele Anwender ein wichtiges Anliegen dar. Das Vertrauen in die Anbieter von öffentlichen Cloud-Diensten zum Speichern von Daten ist in den letzten Jahren stetig gesunken. Wenn Sie sich nach Alternativen umsehen, stellen Sie schnell fest, dass selbst relativ einfache Lösungen wie Nextcloud dem sicherheitsbewussten Anwender einen relativ hohen Aufwand und einiges an technischem Verständnis abverlangen.

Neben einem Webserver wie Apache oder Nginx gilt es, eine Datenbank und PHP sicher aufzusetzen, bevor Nextcloud auf dem Server einziehen darf. Sobald Sie einmal einige der vielfältigen Anleitungen im Netz zum Aufsetzen von Nextcloud nachvollziehen, werden Sie merken, dass eigentlich überall etwas fehlt: In vielen Fällen zeigt am Ende der Bildschirm nur eine Fehlermeldung.

Unter eigener Regie

Mit Ubos [1] bietet sich ein Framework an, das es technisch weniger versierten oder interessierten Anwendern erlaubt, verschiedene Webdienste auf der eigenen Hardware unter eigener Kontrolle zu installieren. Das bereits seit einigen Jahren entwickelte System lässt sich auf einem PC, in Docker- oder Linux-Containern, der Amazon-Cloud sowie auf dem Raspberry Pi und dem Beaglebone Black betreiben.

Ubos setzt auf Arch Linux auf und braucht keine grafische Bedienoberfläche, da man für die Installation und das Administrieren des Systems nur wenige Befehle benötigt. Arch Linux wird als Unterbau verwendet, weil sich mit Arch sehr einfach ein leichtgewichtiges System aufsetzen lässt, das auf alles Unwichtige verzichtet. Als Anwender brauchen Sie weder Kenntnisse über Arch Linux noch zwingend über Linux allgemein. Seit Kurzem kommt zur Erstellung von Snapshots Btrfs als Dateisystem zum Einsatz.

Webdienste für zu Hause

Das Anliegen von Ubos besteht darin, nach der Installation der Software selbst verschiedene Webdienste mit jeweils nur einem einzigen Befehl einsatzbereit auszurollen. Dazu zählen unter anderem Nextcloud, Wordpress, Mediawiki, Mediagoblin, Mattermost und Jenkins. Raspberry Pi Geek widmete sich bereits vor fast zwei Jahren Ubos [2]; seitdem unterstützt das Programm nicht nur neue Webanwendungen, sondern verbesserte besonders die Sicherheit.

So kommen statt Passwörtern nun kryptografische Schlüssel zum Einsatz, was den Einsatz von Ubos erlaubt, ohne je einen Monitor oder eine Maus anzuschließen. Zudem erleichtert Ubos das Absichern der Datenleitung mittels bei Let's Encrypt [3] ausgestellten Zertifikaten. Um für den Hausgebrauch Daten für die ganze Familie zentral vorzuhalten, genügt der Raspberry Pi 3 in der Regel locker, weswegen er als kostengünstige Alternative für diesen Artikel Anwendung findet.

Zum Nachvollziehen der Vorgehensweise benötigen Sie neben dem RasPi 3 eine für den zu verwaltenden Datenbestand angemessen große SD-Karte sowie einen USB-Stick, egal welcher Größe. Im Laufe des Artikels kommen auch diverse Linux-Werkzeuge zum Einsatz; am besten nutzen Sie daher auch auf dem Rechner ein Linux oder installieren eine Linux-Distribution Ihrer Wahl in einer virtuellen Maschine wie zum Beispiel Virtualbox [4].

Als Erstes müssen Sie ein Image von Ubos herunterladen [5]. Es gibt Images für RasPis der ersten und zweiten/dritten Generation. Anschließend entpacken Sie das Image auf dem Rechner und schreiben es auf eine SD-Karte mit mindestens 4 GByte Kapazität, die zudem Class 10 entsprechen sollte, um dem Raspberry Pi keine Bremsklötze in den Weg zu legen.

Für das Übertragen auf die Karte bieten sich je nach Betriebssystem diverse Werkzeuge an. Unter Windows hat sich Rufus [6] bewährt, unter MacOS und Linux bietet sich der Befehl dd an. Fast jede Linux-Distribution bringt zudem ein grafisches Tool für diesen Schritt mit. Ausführliche Hilfestellung bietet hier ein älterer Artikel [7].

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Neuigkeiten

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  • Double Action

    Auf dem Raspberry Pi 3 läuft normalerweise ein 32-Bit-Linux – und das, obwohl er eine waschechte 64-Bit-CPU besitzt. Mit etwas Mühe lässt sich die angezogene Handbremse aber durchaus lösen.

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    Mit dem Controller-Baustein MPR121 steuern Sie kapazitive Näherungssensoren. Damit lassen sich berührungslos über die Veränderung eines elektrischen Felds Schaltvorgänge auslösen.

  • Geschickt erweitert

    Um den minimal ausgestatteten RasPi Zero auszubauen, benötigen Sie neben einem OTG-Adapter auch einen USB-Hub. Makerspot hat dafür eine interessante Lösung.

  • Aufgestellt

    Viele RasPi-Projekte erfordern einen Bildschirm samt Eingabemöglichkeit, etwa einen kleinen Touchscreen und eine entsprechend optimierte GUI. Die Display T. Box 7 vereint den offiziellen RasPi-Touchscreen mit einem praktischen Gehäuse.

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  • Sammelstelle

    Ein IMAP-Server auf einem Raspberry Pi sammelt Mails an einer zentralen Stelle, damit alle Geräte aus dem LAN Zugriff darauf haben.

  • Ausgesiebt

    Adblocker filtern Anzeigen direkt aus dem HTML-Code einer Webseite heraus. Einen anderen Ansatz verfolgt Pi-hole: Auf einem Raspberry Pi installiert und als DNS-Server eingerichtet, biegt der Adblocker Anfragen an Werbe-Domains ins Leere um.

  • Du bleibst der Boss

    Mit Ubos ist es ein Leichtes, verschiedene Webdienste unter eigener Kontrolle zu hosten. Die auf Arch Linux basierende Server-Distribution funktioniert auch auf dem Raspberry Pi.

  • Gut getunnelt

    Mit ein wenig Know-how verwandeln Sie im Handumdrehen einen Raspberry Pi in ein abgesichertes System mit integriertem VPN-Gateway für die Geräte in Ihrem heimischen Netz.