Display T. Box 7: Raspberry-Set mit Touchscreen und Gehäuse

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Aufgestellt

Viele RasPi-Projekte erfordern einen Bildschirm samt Eingabemöglichkeit, etwa einen kleinen Touchscreen und eine entsprechend optimierte GUI. Die Display T. Box 7 vereint den offiziellen RasPi-Touchscreen mit einem praktischen Gehäuse.

Die Raspberry Pi Foundation hat rund um den RasPi inzwischen ein kleines Universum an offiziellem Zubehör entwickelt. Dazu zählen neben Trivia wie Gehäuse, Netzteil oder WLAN-Adapter auch zwei Kameramodule, das Sense HAT mit diversen Sensoren und LED-Matrix sowie ein 7-Zoll-Display mit integriertem Touchscreen [1]. Der Raspberry Pi findet über das Display Serial Interface (DSI) Anschluss an den Bildschirm. Um den Touchscreen jedoch praktikabel zu nutzen, bedarf es aber noch eines passendes Gehäuses, da die Foundation das Display "nackt" ausliefert.

Der Münchener Raspberry-Pi-Spezialist Pi3g [2] widmet sich der Kombination aus RasPi und Display bereits seit geraumer Zeit. Die in einer zweiten Version aufgelegte Display T. Box [3] des Unternehmens verbindet einen 2,7 Zoll großen, berührungssensitiven Farbbildschirm mit dem Raspberry Pi 3. Allerdings arbeitet das Display lediglich mit 320 x 240 Pixeln Auflösung und einem resistiven Touchscreen, der präzise Eingaben erschwert. Mit der Display T. Box 7 legt Pi3g nun ein Kit nach, das diese Einschränkungen aus dem Weg räumt.

Display T. Box 7

Die Display T. Box 7 vereint den Raspberry Pi 3 mit dem offiziellen RasPi-Display in einem stabilen Gehäuse (Tabelle "Technische Daten"). Dieses findet auf dem Schreibtisch sicheren Halt, lässt sich aber nach Entfernen des rückseitigen Deckels auch mittels zweier Ösen an einer Wand befestigen (Abbildung 1). Der fest vorgegebene Neigungswinkel des Displays ist für die Wandmontage auf Augenhöhe ideal, auf dem Schreibtisch stehend dürfte die Display-Box jedoch ruhig ein wenig stärker geneigt sein (Abbildung 2). Auf der Oberseite lässt sich die Raspberry-Pi-Kamera aufstecken, sodass sich mit der Box auch eine Videochat-Lösung aufbauen lässt.

Technische Daten

Display-Modul

Größe

7 Zoll, 155 x 86 mm, 196 x 115 mm (inkl. Bezel)

Auflösung

800 x 480 Pixel, 24 Bit Farbtiefe

Touchscreen

10 Punkt (kapazitiv)

Rechenmodul

Plattform/SoC

Raspberry Pi 3 / Broadcom BCM2837

CPU

ARM Cortex-A53, Quadcore (1,2 GHz)

RAM

1 GByte LPDDR2

Speicher

16 GByte Micro-SDHC, Class 10

Betriebssystem

NOOBS/Raspbian (vorinstalliert)

Konnektivität

10/100 Mbit/s LAN, 802.11b/g/n WLAN, Bluetooth 4.1 (LE+Classic)

Peripherie

4 USB 2.0, GPIO (Pin 2 und 6 durch Display belegt), CSI, DSI (durch Display belegt)

Sonstiges

Netzteil

2,5 A, 5 V, 12,5 W (max.)

LAN-Kabel

CAT5e, 2 m

Preis

ab 250 Euro

Bezugsquellen

Pollin [6], Amazon [7]

Abbildung 1: Die Display T. Box 7 bietet im Inneren ausreichend Platz für den Einsatz eines HAT-Moduls.
Abbildung 2: Das Display der Display T. Box 7 im Vergleich mit dem knapp 3 Zoll großen Geschwisterchen.

Das von Pi3g auf der Display T. Box vorinstallierte Raspbian bleibt nahezu unverändert. Die einzige Anpassung findet sich in der /boot/config.txt: Dort sorgt der Eintrag lcd_rotate=2 dafür, dass das Display quasi auf dem Kopf arbeitet. So lassen sich dann die Anschlüsse für Strom, HDMI und Audio von oben erreichen. Bei Bedarf entfernen Sie diese Option und stellen so den Originalzustand wieder her. Aufgrund der Standardkomponenten funktionieren auch andere Raspberry-Pi-Distributionen (wie etwa das aktuelle OpenELEC) ohne Anpassung auf der Display-Box. Bei einem frisch installierten Standard-Raspbian müssen Sie jedoch selbst für die Ausrichtung des Bildschirminhalts sorgen.

Das für den Raspberry Pi selbst vorgesehene Gehäuseabteil bietet ausreichend Platz für einen HAT-Aufsatz. So lässt sich die Display T. Box dann zum Beispiel in Kombination mit der FHEM-Software [4] und einem Funkmodul für Heimautomation (etwa Z-Wave oder Homematic) neben der Eingangstür als Steuerzentrale für die eigenen vier Wände installieren. Da der Raspberry Pi 3 bereits über ein Funkmodul mit WLAN und Bluetooth verfügt, müssen Sie die Box dabei lediglich mit Strom versorgen. In Kombination mit einem batterieunterstützten USV-HAT [5] ließe sich sogar ein Raspberry-Pi-Tablet realisieren, das auch mal vom Strom getrennt werden darf.

Der in der Display T. Box 7 verbaute Original-Touchscreen der Raspberry Pi Foundation besitzt zwar nur eine relativ geringe Auflösung, mit einer auf Touch-Eingaben optimierten Oberfläche eignet sich das Display jedoch für viele Projekte. Die wichtigsten drahtlosen Schnittstellen bringt der Raspberry Pi 3 bereits mit, als einzige Zuleitung braucht es daher lediglich ein Stromkabel. Über die GPIO-Pins lässt sich die Box auch ohne USB-Stecker mit Strom versorgen und damit ohne Kabelverhau frei im Haus positionieren.

Raspberry-Pi-Bastler, die die Display T. Box 7 als "Mini-Tablet" verwendet möchten, müssen jedoch mit der Einschränkung leben, dass die Box als Display auf dem Schreibtisch ein wenig zu steil steht und somit der Blickwinkel nicht optimal ist. Zudem fehlt der Box eine Aussparung auf Höhe des SD-Kartenslots des RasPi (Abbildung 3). Der rückseitige Deckel lässt sich zwar ohne Werkzeug abnehmen, doch zum Entnehmen der Speicherkarte fehlt der Platz. Zum Bespielen des RasPi mit neuer Software müssen Sie die Box daher aufschrauben und das komplette Gehäuse abheben.

Abbildung 3: Zum Austausch der SD-Speicherkarte muss man die Display T. Box 7 komplett zerlegen.

Fazit

Die Display T. Box 7 von Pi3g gibt es im Online-Handel für knapp 250 Euro. Wer sich nicht davor scheut, die Einzelteile selbst zusammenzusetzen, spart viel Geld, indem er die Komponenten selbst bestellt. Das Gehäuse findet sich im Angebot der üblichen Versender für etwa 20 bis 25 Euro (je nach Farbe). Das Raspberry-Pi-Display kostet nackt rund 86 Euro. Im Vergleich zur Box sparen Sie so mitsamt einem Raspberry Pi 3 und Zubehör in etwa 75 Euro, müssen dann allerdings selbst zum Schraubenzieher greifen und auf eine Anleitung verzichten. 

Infos

  1. Offizieller Touchscreen im Test: Christoph Langner, "Angefasst", RPG 06/2015, S. 18, http://raspi-geek.de/35804
  2. Pi3g: https://pi3g.com
  3. Display T. Box im Test: Christoph Langner, "Bildschirm für Bastler", RPG 05/2015, S. 68, http://raspi-geek.de/37215
  4. FHEM: http://fhem.de
  5. Seprotronic S.USV: Christoph Langner, "Zeitlos", RPG 01/2016, S. 70, http://raspi-geek.de/35787
  6. Display T. Box bei Pollin: http://www.pollin.de/shop/dt/NTM0OTgxOTk-/Bauelemente_Bauteile/Entwicklerboards/Raspberry_Pi/Display_T_Box_7_Raspberry_Pi_3_Model_B_800x480.html
  7. Display T. Box bei Amazon: https://www.amazon.de/dp/B01N1Q4E8L

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